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Fußball : Pyro-Ausschreitungen: Strikte Aufarbeitung angestrebt

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Mit Ruhe und Sachlichkeit versuchen Borussia Dortmund und der FC Energie Cottbus, die schweren Pyro-Ausschreitungen des Wochenendes aufzuarbeiten.

«Wir schießen jetzt nicht aus der Hüfte und äußern uns Ende kommender Woche nach verantwortungsvoller Sichtung und Diskussion aller zugänglicher Erkenntnisse», teilte BVB-Sprecher Sascha Fligge auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Cottbus erklärte indes, bereits fünf Täter namentlich zu kennen.

Kein Verständnis für die Vorkommnisse in Gelsenkirchen und Dresden zeigte die Initiative «ProFans». Das Abfeuern von Raketen in Fanblöcke sowie das Werfen von Brandfackeln auf das Spielfeld seien «Wasser auf die Mühlen der Gegner von Pyrotechnik», sagte Sprecher Philipp Markhardt. «Ich bin angepisst.»

Beim Derby der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund am vergangenen Samstag entzündeten vermummte Dortmunder Fans ein regelrechtes Feuerwerk. Daraufhin schickte Schiedsrichter Knut Kircher die Mannschaften zurück in die Kabine, der Spielbeginn verzögerte sich um fünf Minuten. Für ähnliche Szenen sorgten Cottbuser Anhänger beim Zweitliga-Spiel in Dresden. Hier wurde die Partie für zehn Minuten unterbrochen.

Nach den Vorkommnissen könne er «überhaupt nicht einschätzen, ob und welche Reaktion seitens des DFB kommen werde», sagte Markhardt. Natürlich gehe jetzt erst einmal ein «Aufschrei» durch die Medien. Er fügte resignierend hinzu: «Vielleicht ändert sich auch gar nichts. Auf beiden Seiten.»

Der Kontrollausschuss des Deutsche Fußball-Bundes (DFB) hat derweil gegen Dortmund und Cottbus Ermittlungsverfahren eingeleitet. Beide Vereine wurden zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert. «Wir werden eine Fristverlängerung beantragen, denn wir wollen ausführlich Stellung nehmen», meinte Energie-Pressesprecher Lars Töffling. «Wir sind wild entschlossen, konsequent zu handeln.»

Heißt konkret: «Wir werden Stadionverbote aussprechen, so wie wir das immer gemacht haben», erklärte Töffling. «Zudem prüfen wir, ob wir Strafanzeige stellen, um die zu erwartende Strafe durch den DFB auf die Störenfriede umzulegen.» Laut Dresdner Polizei habe ein Cottbuser durch das Abbrennen von Pyrotechnik einen Asthmaanfall erlitten. Ein weiterer Energie-Fan habe durch das Werfen eines Knallkörpers eine Ohrenverletzung davongetragen.

«ProFans», ein bundesweites Fan-Bündnis, das sich für die Rechte der Fußball-Fans einsetzt, will weiter für die Legalisierung der Pyrotechnik eintreten. Markhardt betonte aber: «Doch so, wie es in Gelsenkirchen und Dresden eingesetzt wurde, das ist selbstverständlich nicht das, was wir wollen.»

Möglich scheint, dass Dortmund eine drakonische Strafe droht. Ähnliche Szenen wie auf Schalke ereigneten sich am 19. November 2011 bei der Zweitliga-Partie zwischen dem FC Hansa Rostock und dem FC St. Pauli. Damals wurden von Hansa-Anhängern gezielt Raketen in den Gästeblock geschossen. Die Strafe: Hansa musste das Heimspiel gegen Dynamo Dresden als Geisterspiel ohne Zuschauer austragen.

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erstellt am 28.Okt.2013 | 16:27 Uhr

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