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Kampf um Gleichstellung in WM-Quali : Prämienstreit der Frauen: Uefa bestätigt Absage von Dänemark gegen Schweden

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Schwere Zeiten beim Vize-Europameister Dänemark: Das Quali-Spiel gegen Schweden fällt dem Geld-Streit zum Opfer.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 14:50 Uhr

Nyon/Göteborg | „Die Spielerinnen bereiten sich für das Spiel am Freitag vor. Es ist nichts vorbei, bis die fette Dame gesungen hat“, meinte Thomas Lindrup von der dänischen Spielergewerkschaft noch am Mittwoch. „Bis Freitag um 18.15 Uhr ist alles möglich“, davon ging er aus. Doch das Wort des Streikführers hat nun keine Gültigkeit mehr: Die Fifa hat das WM-Qualifikationsspiel der dänischen Frauen-Nationalmannschaft in Göteborg gegen Schweden offiziell abgesagt. Das berichtet der Dänische Rundfunk.

Der Fußball-Verband und die Spielervereinigung hatten seit November 2016 über eine neue Prämien-Absprache verhandelt. Im September war die Absage des WM-Qualifikationsspiels gegen Ungarn in letzter Sekunde abgewendet worden. Diesmal gelang dies nicht. Der schwedische Verband hat bereits die ersten Schritte zur Rückerstattung der 8.000 im Vorverkauf abgesetzten Eintrittskarten eingeleitet. Der SvFF bietet stattdessen ein Fantreffen mit den Nationalspielerinnen an.

Schon am Mittwoch hat die DBU ihrerseits dem schwedischen Fußballverband SvFF und der Uefa angekündigt, dass es nicht möglich sein würde, ein Team zu stellen. Damit eskaliert der seit November 2016 schwelende Streit zwischen dem Verband DBU und den Vize-Europameisterinnen um einen neuen Rahmenvertrag weiter. Der dänische Verband hat nach eigenen Angaben angeboten, die Ausgaben für die Frauen-Nationalmannschaft von 2,6 auf 4,6 Millionen Kronen zu erhöhen. Die Herren-Auswahl hatte ihrerseits solidarisch angeboten, zugunsten der Kolleginnen auf rund 67.000 Euro im Jahr zu verzichten - falls die Kolleginnen die gleichen Grundrechte erhalten.

In den vergangenen Wochen hatten Gewerkschaftsbund LO und Dänemarks Sportverband versucht zu schlichten, aber vergeblich. Die Parteien konnten sich nicht auf einen neuen Vertrag einigen. „Wir sind der Ansicht, dass die Länderspiele und die Fans von Spillerforeningen und den Spielerinnen in gewerkschaftlichen Verhandlungen als Geiseln genommen worden sind", sagte DBU-Elitechef Kim Hallberg zuletzt. Die Spielerinnen schweigen.

Vorbild für die Agenda der Däninnen ist Norwegen. Der Verband NFF hatte Anfang Oktober den Beschluss gefasst, das Honorar der Frauen dem der Männer ab 2018 anzugleichen. Hier üben die männlichen Nationalspieler Verzicht zur Gleichstellung. Die EM-Finalrevanche in einem Testspiel gegen die Niederlande im September hatten die Däninnen wegen einer fehlenden finanziellen Grundvereinbarung bereits abgesagt.

Unklar ist noch, welche Konsequenzen das Fernbleiben der dänischen Auswahl haben wird. Der Verband wartet auf eine weitere Reaktion der Fifa. Möglich sind eine Geldstrafe, ein Punktabzug oder sogar der Ausschluss von der WM-Qualifikation. „Wir kennen die Konsequenzen noch nicht, aber egal wie die Strafe ausfällt, ist es ein riesiger Rückschlag für den dänischen Frauen-Fußball, der ein historisches Momentum hatte. Das ist traurig und bedauerlich“, meint Kim Hallberg. Die UEFA teilt nach Anfrage in einer Mail an die Nachrichtenagentur Ritzau mit, dass eine Strafe erst nach dem Termin des WM-Qualifikationsspiels (Freitag, 18.15 Uhr) ausgeprochen wird.

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