Phönix steigt nach einem Jahr wieder ab

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24. Juni 2013, 08:05 Uhr

Von Anfang an war dem 1. FC Phönix Lübeck nach dem Aufstieg in die Verbandsliga klar, dass es einiger grundlegender Dinge bedarf, um diese Klasse halten zu können. Der Schwung aus dem erfolgreichen Kreisligajahr sollte mitgenommen werden, zudem machte Trainer Manuel da Silva immer wieder deutlich, dass die Ziele nur mit einem bedingungslosen Zusammenhalt und auch einem guten Grad an Disziplin zu erreichen seien. Disziplinlosigkeit war den "Adlerträgern" in der Regel nicht vorzuwerfen. Die Lockerheit aber ging nach den ersten Misserfolgen verloren, auch vergaßen zu viele Spieler zu häufig, dass sie einen Mannschaftssport ausüben. In der Tabelle drückte sich das vor allem in dem schon nach wenigen Begegnungen dramatischen Torverhältnis aus. Das Gefüge Abwehr, Mittelfeld und Angriff harmonierte viel zu selten. So blieb es nicht aus, dass da Silva nach verlorenen Begegnungen immer häufiger direkt zur Sache kam und eine nüchterne Fehleranalyse seitens der Spieler aber auch sich selbst betrieb. "Es nützt doch nichts, wenn ich mit meinen Aussagen herumeiere. Eine 0:6-Niederlage kann ich nicht schönreden." An da Silva gingen die sich häufenden Niederlagen nicht spurlos vorbei. Zwischenzeitlich kam auch der Gedanke ans Aufhören. "Ich muss sagen, dass es mich schon beeindruckt hat, wie sehr der Verein, vor allem aber meine Spieler mich von meinen Rücktrittsgedanken abgebracht haben. Aber ich musste mir Gedanken machen, ob ich wirklich noch der richtige Trainer bin. Keine Frage, wir haben versucht, das fast Unmögliche noch irgendwie zu schaffen. Es hat nicht gereicht, dazu fehlte uns einfach die Leistungsdichte." Hier gibt sich da Silva, der sich zur Zeit in seiner Heimat Portugal aufhält, betont selbstkritisch: "Unsere Kaderdecke war von vornherein sehr dünn. Jeder Ausfall barg da von vornherein ein Risiko. Aber wir haben unser Vertrauen in die Aufstiegsmannschaft gesteckt. Am Ende haben wir unser Ziel nicht erreicht, aber das wirft uns nicht um. Für uns geht es jetzt wieder in der Kreisliga weiter. Der sofortige Wiederaufstieg ist keine Pflicht, wir wollen einfach sehen, was für uns möglich ist." Besonders freut sich da Silva über das Bleiben von Torjäger Timo Gahrmann, der von einer Reihe anderer Vereine heiß umworben war. "Timo wird auf Grund seines Berufes zwar kürzertreten, ist aber nicht nur in spielerischer Hinsicht sehr wichtig für uns."

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