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Erfahrungsbericht : Pay-TV-Sender Sky: So nervenaufreibend ist eine Vertragsverlängerung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unterhaltungsanbieter haben in ihrer Preispolitik große Spielräume – für den Verbraucher lohnt sich cleveres Verhandeln.

Flensburg | Wer Spitzensport und gute Filme liebt, der kommt an Sky Deutschland nicht vorbei. Mit der Fußball-Bundesliga, Handball-Champions-League, Wimbledon und Serien wie „House of Cards“ hält der Pay-TV-Sender die begehrtesten Übertragungsrechte im deutschen Fernsehen – und lässt sich das gut bezahlen. 73,99 Euro müssen Kunden pro Monat für das Rundum-Sorglos-Paket auf den Tisch legen, Leihgebühr für den Receiver und Aktivierungsgebühr noch nicht eingerechnet. Ein teures Vergnügen, wenn man seinen Vertrag ewig weiterlaufen lässt. Wer clever ist, verhandelt seine Konditionen jedes Jahr neu. Dafür sind Geduld und starke Nerven von Vorteil. Ein Erfahrungsbericht unseres Redakteurs Julian Heldt.

Alles begann mit der Kündigung meines zum 31. Januar 2016 ausgelaufenen Vertrages im vergangenen Jahr. Im Monatsrhythmus kamen anschließend neue Angebote ins Haus geflattert – immer versehen mit dem dezenten Hinweis, dass Sky mich als treuen Kunden doch unbedingt halten wolle und ich doch nicht nicht ernsthaft auf das tolle Fernsehvergnügen verzichten könne. Doch selbst in den Tagen vor dem Vertragsende kam keine Offerte an die damaligen Konditionen (24,99 Euro für das Bundesliga- und Sport-Paket mit Handball, Formel 1 und Tennis) heran. Am 1. Februar waren dann erstmal für eine Woche zappenduster – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Woche verging ohne Anruf oder E-Mail von Sky.

Das erste Angebot

Verpokert! Dachte ich zumindest. Nach fünf Tagen rief ich selbst bei Sky an, ohne geht es als Fußball-Fan eben nicht. Das Gespräch verlief dennoch einigermaßen zufriedenstellend. Wir verständigten uns auf die Fortführung der bestehenden Pakete für 25,99 Euro monatlich. Einen Euro mehr als bisher also – zu verkraften. Ärgerlich: 24,99 Euro als einmalige Aktivierungsgebühr. Das Geld hätte man wesentlich besser investieren können. Doch es kam alles anders.

Das zweite Angebot

Noch am selben Abend ereilte mich überraschend ein Anruf von Sky. Diesmal von einem anderen Mitarbeiter und offensichtlich auch aus einer anderen Abteilung des Unternehmens. Er teilte mir mit, dass mein Vertrag ja bekanntlich vor ein paar Tagen ausgelaufen sei und ich nun den Receiver zurückschicken müsste. Es sei denn, ich würde mir nochmal ein letztes Angebot von ihm anhören. Ich wurde hellhörig. Just in diesem Moment sah der Sky-Mitarbeiter, dass ich am Morgen bereits einen neuen Vertrag abgeschlossen hatte. „Das ist ja bereits richtig gut“, befand er.

Doch so einfach wollte ich mich nicht geschlagen geben. Ich pochte darauf, mir dennoch das Angebot anhören zu dürfen. Schließlich gibt es ja bei Vertragsabschluss das 14-tägige-Widerrufsrecht – von dem ich zu diesem Zeitpunkt durchaus hätte Gebrauch machen können. Doch das Sky-Angebot war enttäuschend. Einen Euro günstiger als noch beim morgendlichen Vertragsabschluss wäre ich am Ende rausgekommen. Dafür der ganze Aufwand mit dem Widerruf?

Das dritte Angebot

Nicht nötig. Immerhin war zu diesem Zeitpunkt bereits mein Receiver wieder aktiviert. Das Wochenende war gesichert. Fünf Tage später: Ein Brief von Sky flattert in meinen Briefkasten. Etwa die Vertragsunterlagen? Im Gegenteil – ein neues Angebot. Offensichtlich bereits bei Vertragsabschluss abgeschickt. „Das ist ein Brief, der Ihr Fernsehvergnügen endlich wieder besser macht!“, heißt es in großen Buchstaben auf dem Papier. Und in der Tat kann sich das Angebot sehen lassen: Sky Entertainment mit allen drei Paketen (auch Filmen und Serien) für monatlich 29,99 Euro. Und das alles auch noch in einem Zwei-Jahres-Vertrag und ohne Aktivierungsgebühr. Sofort rief ich erneut bei Sky an.

Dumm nur, dass das Angebot dort aufgrund des neuen Vertragsabschlusses gar nicht mehr hinterlegt war. Ich sollte eine E-Mail an den Kundenservice schicken, dass ich den alten Vertrag widerrufe und gleichzeitig das neue Angebot annehme, riet mir der Sky-Mitarbeiter. Den eingescannten Brief sollte ich vorsichtshalber mitschicken.

Fazit

Was für ein Aufwand für eine solche Kleinigkeit. Alles auf dem kurzen Dienstweg zu regeln, lehnte er ab. Ich schrieb also eine Mail an Sky. Und siehe da: Nach rund einer Woche wurde der neue Vertrag freigeschaltet. Ein großer Aufwand, der sich für den Verbraucher jedoch lohnt.

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erstellt am 11.Mär.2016 | 18:51 Uhr

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