zur Navigation springen
Fussball

20. August 2017 | 17:57 Uhr

Fink-Entlassung beim HSV : Nur der Anfang

vom

Der HSV wirft Trainer Fink raus und weiß nicht so recht weiter. Ein Kommentar von Jürgen Muhl.

Er wurde als Heilsbringer geholt und nach noch nicht einmal zwei Jahren mit einem Zeugnis ungenügender Noten aus dem Volkspark gejagt. Thorsten Fink, ein Fußballlehrer moderner Prägung, konnte den Hamburger SV nicht voran bringen. Die Trennung kam dennoch überraschend, hatten doch Sportchef und Vorstand dies vor einer Woche noch ausgeschlossen. Das Debakel von Dortmund und die anschließende Privatreise des Trainers nach München haben das Fass dann endgültig zum Überlaufen gebracht. Der HSV hatte keine andere Wahl. Er musste handeln.

Die Trennung von Fink sollte für den Anfang einer umfassenden Neuausrichtung des hanseatischen Traditionsvereins stehen. Das beginnt bei einem offenbar überforderten Sportchef. Wenn Oliver Kreuzer jetzt als Nachfolger gescheiterte Trainer wie Markus Babbel oder Franco Foda ins Spiel bringt, spricht dies nicht für den HSV-Sportdirektor. Babbel und Foda sind nicht ohne Grund auf Jobsuche.

Wenn dann Vorstand und Aufsichtsrat – in beiden Gremien hält sich der fußballerische Sachverstand in Grenzen – über Kreuzers Vorschläge zu entscheiden haben, muss der großen HSV-Familie angst und bange werden. Bei der gegenwärtigen personellen Besetzung sowohl auf dem Spielfeld als auch in der Führungsetage ist kaum Besserung in Sicht. Besonders im zerstrittenen Aufsichtsrat kleben die elf Mitglieder an ihren Stühlen. Zu gern hat man im großen HSV etwas zu sagen, auch wenn dies zumeist daneben geht.

Der HSV braucht einen Neuanfang. So wie er von Investor Klaus-Michael Kühne und einer Reihe von namhaften früheren Profis, die die Raute im Herzen tragen, gefordert und wohl auch vorbereitet wird. Die Entscheidung aber trifft die Mitgliederversammlung im Januar. Sie befindet darüber, ob der HSV zu einem erfolgreicheren Weg mit neuer Struktur bereit ist. Bis dahin geht es um Schadensbegrenzung. Mit einem Trainer als Übergangslösung. Mehr nicht.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Sep.2013 | 07:32 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen