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Bundesliga-Kolumne : Null-Nummern, Luft-Veränderung, Nord-Desaster

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Spitzenspiele der Bundesliga haben diesen Namen nicht verdient, der HSV dilettiert beim Transfer und die weiteren Nordclubs kriseln vor sich hin. Ein Rundumschlag von Jürgen Muhl.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 09:29 Uhr

Zweimal torlos

 

Es sollten zwei großartige Spitzenspiele werden. Die Bayern in Leverkusen und der Auftritt von Borussia Dortmund in Berlin. Daraus wurde aber nichts. Es waren vielmehr zwei dürftige Nullnummern, die von den Top-Teams dem zahlenden Publikum geboten wurden. Der Rekordmeister aus München hat seinen Glanz in der Winterpause ad acta gelegt, der FC Bayern passt sich dem gehobenen üblichen Bundesliga-Niveau an. Weil aber Borussia Dortmund hin und wieder – so wie am Sonnabend im Berliner Olympiastadion – eine mäßige Leistung präsentiert, bleibt es bei dem Acht-Punkte-Vorsprung des amtierenden und wohl auch zukünftigen Deutschen Meisters.

Ob dies für den ins Visier genommenen Titelgewinn in der Champions League reicht, erscheint eher fraglich. In Hochform sind sie nicht, die Bayern. Es gibt erste kritische Bemerkungen an die Adresse von Pep Guardiola. Was der stolze Katalane überhaupt nicht mag. Angeblich, so wird aus München kolportiert, weine man dem künftigen Trainer von Manchester City keine Träne nach. Welch ein Wandel. Welch eine unerwartete Entwicklung. Was wohl Uli Hoeneß dazu sagt? Er wird sich demnächst – wenn auch auf Bewährung – zu Wort melden.

Eine schlechte Woche

Jubel über ein Traumtor: Der Hamburger Nicolai Müller (2. v. l.) läuft nach seinem 1:1-Ausgleichstreffer mit geballter Faust auf Johan Djourou (M.) zu.
Jubel über ein Traumtor: Der Hamburger Nicolai Müller (2. v. l.) läuft nach seinem 1:1-Ausgleichstreffer mit geballter Faust auf Johan Djourou (M.) zu. Foto: dpa
 

Es begann mit dem amateurhaften Fehler, einen Spielervertrag zwei Minuten nach Schließung der Transferliste in den Umlauf zu geben. Es setzte sich mit dem Kopfstoß von Ivo Ilicevic im Training fort. Gregoritsch verletzt, Ilicevic intern gesperrt. Dann das Ende der Rucksack-Affäre. Allerdings ohne Aufklärung. Als dann kurz vor dem Spiel die Meldung vom finanziellen Einstieg eines Hamburger Obsthändlers die Runde machte, schien sich die Situation im Volkspark zu verbessern.

Kölner Fans beim Spiel gegen Hamburg.
Kölner Fans beim Spiel gegen Hamburg.

Letztendlich musste der HSV mit dem Punkt gegen Köln zufrieden sein, zeigten doch die Gäste die bessere Spielanlage und hatten die größere Zahl an Torchancen. Beim Blick auf das Tabellenende mit vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz kann Bruno Labbadia heute ziemlich entspannt seinen 50. Geburtstag feiern. Auf dem Geschenketisch liegt auch ein Gutschein für ein Wochenende in St. Peter-Ording. Frische Luft mag auch dem HSV-Trainer gut tun.

Tristesse im Norden

 

Endzeitstimmung in Hannover, Abstiegsangst in Bremen und Unruhe in Wolfsburg nach sieben sieglosen Spielen. Der mit rund 100 Millionen Euro verstärkte Kader der teuersten deutschen Betriebsmannschaft passt sich der stümperhaften Öffentlichkeitsarbeit des Volkswagen-Konzerns an. Es ist schon erstaunlich, wie der als Sportchef weitaus überbezahlte Klaus Allofs die Krise schönredet. Draxler, Dante, Schürrle, Kruse, Bendtner – die Versagerliste der Wolfsburger Millionäre ist lang. Irgendwie läuft bei VW nichts mehr. Auf der Straße nicht, auf dem Rasen nicht.

 

Während in Bremen auf Besserung gehofft wird, läuft der Ex-Bremer Thomas Schaaf in Hannover der Hoffnungslosigkeit hinterher. Die Leistung gegen Mainz war nicht einmal zweitligareif. Es war Schaafs dritte Pleite in Folge und es sieht danach aus, als hätten Vorstand, Management und Trainer die Mannschaft, in der es an Qualität fehlt, aufgegeben. Hannover 96 ist kaum noch zu retten. Es könnte ein böses Jahr für den Profi-Fußball im Norden werden.

 

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