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Die Bundesliga-Kolumne : Nord-Dilemma, Schulden-Abbau, Fehl-Entscheidungen

vom

Der HSV ist wieder im Abstiegskampf angekommen und Werder-Sportchef Thomas Eichin hatte einen peinlichen Auftritt, meint Jürgen Muhl.

shz.de von
erstellt am 21.Mär.2016 | 09:20 Uhr

Pleiten-Wochenende

Der HSV vergeigt die Heimpartie gegen Hoffenheim und bringt weitere Spannung in den Abstiegskampf – Hoffenheim hat Anschluss gefunden und darf wieder hoffen. Und die Hanseaten haben wieder Tuchfühlung zum Relegationsplatz, nur vier Punkte beträgt der Vorsprung. Es wirkt, als wolle der HSV so ganz ohne Angstzustände auch diese Saison nicht beenden. Zum Glück geht es in zwei Wochen – nach dem spielfreien Osterwochenende – nach Hannover. Sollte beim designierten Absteiger nicht gewonnen werden, ist wohl etwas dran an der Statistik, wonach die von Bruno Labbadia trainierten Clubs stets in der Rückserie abbauen.

Abgebaut hat auch der VfL Wolfsburg. Es läuft nicht in der Millionentruppe, die in der Champions League ausgerechnet auf Real Madrid trifft und die beiden Begegnungen als Unterrichtseinheit sehen sollte. Ein neues Abenteuer in der „Königsklasse“ wird es wohl nicht geben, in der Bundesliga verkörpern die „Wölfe“ lediglich Mittelmaß. Es ist bedenklich, wie die vielen VW-Millionen von Manager Klaus Allofs und Co. versenkt werden. Die hätte Volkswagen besser einsetzen können, etwa als Entschädigung für betrogene Autokäufer.

Werder Bremen wäre froh, Anschluss ans Mittelfeld zu finden. Es reicht einfach nicht, wie auch gegen Mainz deutlich zu sehen war. Es fehlt an Qualität, Werder wird nur mit sehr viel Glück den Klassenerhalt schaffen. Wogegen Hannover selbst eine Glückssträhne nicht zum Überleben reicht. Thomas Schaaf ist gescheitert. Die Mannschaft präsentiert sich als zusammengewürfelter Haufen, der mit der Saison abgeschlossen hat. Schaaf sollte seinen Hut nehmen.

Gute Verzinsung

Auf dem Finanzsektor plant der HSV ein großes Ding. Zum einen ist eine Umschuldung der 28 Millionen Euro, die ursprünglich bis 2019 für das Stadion abzuzahlen sind, vorgesehen. Mit einer Verlängerung dieser Frist. Zum anderen will der mit rund 90 Millionen Euro verschuldete Club Unternehmen und vermögenden Privatpersonen ein so genanntes Schuldscheindarlehen anbieten – mit einer Mindesteinlage von 500.000 Euro. Als Höhe der Zinsen sind fünf Prozent angedacht. Bringt man heutzutage einen solchen Zinssatz ins Gespräch, heißt es von Seiten der Kreditinstitute, es handele sich um ein unseriöses Angebot. Wie auch immer: An Ideen zur Geldbeschaffung mangelt es der HSV-Führung offenbar nicht. Abzuwarten bleibt, ob die Offerte mit hanseatisch-kaufmännischen Grundsätzen vereinbar ist.

Schiri-Aussetzer

In Hamburg lag der erfahrene Spielleiter Knut Kircher kräftig daneben. HSV-Torhüter Rene Adler hätte Rot sehen müssen, und der Handelfmeter für die Gastgeber war keiner. In Bremen übersah Manuel Gräfe eine hässliche Geste von Werders Verteidiger Papy Djilobodji. Seine Kopf-ab-Pantomime in Richtung seines Mainzer Gegenspielers Pablo de Blasis hat zu Recht Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses zur Folge. Werder-Sportchef Thomas Eichin verharmloste vor TV-Kameras den Aussetzer seines Fußball spielenden Angestellten. Ein peinlicher Auftritt von Eichin, der wie viele seiner Kollegen nicht als Vorbild taugt. Aber das ist nichts Neues in einer Liga, in der Punkte und Geld den Ton angeben.

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