Pech im Pokalfight : Neumünster geht gegen Hertha doch noch k.o.

Hier klärt Neumünsters Bodo Bönigk vor Herthas Angreifer Sandro Wagner. Foto: Schmuck
Hier klärt Neumünsters Bodo Bönigk vor Herthas Angreifer Sandro Wagner. Foto: Schmuck

Fußball-Regionalligist VfR Neumünster liefert gegen den Bundesligisten Hertha BSC Berlin einen aufopferungsvollen Pokalfight. In der Schlussminute siegt dennoch der "Goliath".

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06. August 2013, 11:44 Uhr

Neumünster | Was für ein Pech! In letzter Minute der Verlängerung verlor Regionalligist VfR Neumünster am Sonntag sein Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal gegen Hertha BSC mit 2:3. 90 Minuten lang waren die Lila-Weißen dem Bundesliga-Aufsteiger ein ebenbürtiger Gegner gewesen. In Unterzahl mussten sie den Berlinern erst in der Verlängerung Vorteile überlassen. Doch erst ein unglücklicher, aber berechtigter Elfmeter mit der letzten Aktion beendete den Traum vom Einzug in die 2. Runde.
VfR-Trainer Ervin Lamce setzte in seiner Aufstellung auf die Defensive des Vorjahres und eine neue Offensive - mit Ermir Zekjiri, Michél Harrer, Ali Moslehe und Christopher Kramer nahmen vier Neuzugänge die vorderen Positionen in der 4-2-3-1-Formation ein.

Neumünsters Führung im ersten Angriff

Nach 23 Sekunden musste man Angst vor einem VfR-Fehlstart haben. Als die Abwehr bei einem schnell ausgeführten Einwurf pennte, köpfte Sami Allagui freistehend aus fünf Metern über das VfR-Tor. Doch der erste Angriff der Neumünsteraner brachte die Führung. Aus 18 Metern trat Harrer zum Freistoß an. Den Flachschuss aus 18 Metern hätte Hertha-Keeper Thomas Kraft halten müssen, ließ ihn jedoch zum großen Jubel des VfR über die Hand ins Netz gleiten (5.). Die Berliner brauchten ein wenig, um sich vom Rückstand zu erholen. Aus den Feldvorteilen machte Hertha wenig, der VfR hatte durch einen 20-Meter-Schuss von Harrer sogar noch eine kleine Möglichkeit (15.). Doch mit einem öffnenden Ball wendete sich das Blatt. Allagui wurde hinter die hoch stehende VfR-Abwehr geschickt, Marcus Hesse kam heraus, erwischte den Ball nicht - und Allaguis Vorlage drückte Änis Ben-Hatira aus Nahdistanz zum 1:1 ein (16.). Anschließend dominierte Hertha zwar spielerisch, ohne jedoch zu Chancen zu kommen. Das änderte sich nach genau einer halben Stunde. Baumjohann, Adrian Ramos und Allagui setzten sich im Mittelfeld gut durch, Allagui schickte Ben-Hatira mit einem öffnenden Pass auf der linken Seite auf die Reise, Finn Thomas sah nur die Hacken und Hesse war beim plazierten Flachschuss machtlos - 1:2 (30.). Die Berliner waren kaltschnäuzig vor dem Tor, doch der VfR spielte gut, hatte sich zur Pause 5:2 Ecken erarbeitet, aber keine klare Ausgleichschance mehr, weil Christian Rave sich den Ball bei einem Konter etwas zu weit vorlegte (45./+1).

Und dann wurde der VfR belohnt

Auch nach der Pause mischten die Neumünsteraner munter mit. Endlich einmal gab es nach einer Ecke auch Torgefahr, als ein Kopfball von Kevin Schulz zur Ecke geblockt (49.) war. Vier Minuten später musste Kraft einen 22-Meter-Schuss von Moslehe parieren. Und dann wurde der VfR belohnt. Eine weite Flanke von Finn Thomas köpfte Marcel Ndjeng in die Mitte, wo Kramer platziert per Kopfball das umjubelte und verdiente 2:2 erzielte (58.). Die Berliner hatten daran zu schlucken. Spielerische Linie fand der Bundesligist nicht wieder. Nur ein Kopfball von Lamgkamp nach Baumjohanns Freistoß (76.) und ein Schuss von Peer Kluge (82.) deuteten Gefahr an. Auf der anderen Seite versuchte Harrer es aus 50 Metern (81., knapp vorbei). In der Schlussphase hatte Hertha durch Allagui (87., 90./+1) dann noch zwei gute Chancen - doch der VfR rettete sich trotz Gelb-Rot für Kramer (dummes Trikotziehen gegen Ndjeng, 90.) in die Verlängerung.
In der Verlängerung dominierte Hertha dann, ohne jedoch zu glänzen. Allagui (93., Pfosten sowie 116., Hesse hielt stark) und Ndjeng nach einer Unsicherheit von Hesse (103., der Keeper bügelte selbst wieder aus) hatten gute Chancen zum 2:3. Das gelang jedoch erst, als Thomas unglücklich den aus dem Strafraum herauslaufenden Ben-Hatira umrempelte - und am nicht gut geschossenen Strafstoß von Allagui hatte Hesse sogar noch die Hand am Ball...

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