zur Navigation springen

1. Fussball-Bundesliga : Neues vom HSV: Bonjour Tristesse vor dem Spiel gegen Hannover 96

vom

Neue Anleihe, Verletzungen und Eskapaden abseits des Spielfelds - beim HSV wird es nicht langweilig. Und gegen Hannover muss es Tore geben - nur wie?

Hamburg | Alle Jahre wieder denken sich die HSV-Fans. Es geht auf das Saisonende zu und es geht mal wieder gegen den Abstieg. Dieses Mal ist es zwar nicht so bedrohlich wie die letzten beiden Jahre, aber bis zum so altbekannten Relegationsplatz sind es nur noch vier Punkte. 

Da sollten gegen den gefühlt schon abgestiegenen anderen HSV aus Hannover schon drei Punkte Pflicht sein, um wieder beruhigter schlafen zu können.

Aber wer soll es richten? Der Hamburger SV muss auch im Nordderby (Samstag, 15.30 Uhr) ohne Kapitän Johan Djourou auskommen. Der Schweizer Nationalspieler laboriert weiterhin an einem hartnäckigen Infekt. „Wir steigern bei ihm täglich die Belastung und er fühlt sich von Tag zu Tag besser. Es ist aber schwer zu sagen, wann er ganz fit ist. Das Derby kommt auf jeden Fall zu früh“, sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia am Donnerstag in der Hansestadt. Den Innenverteidiger wird erneut der Brasilianer Cléber Reis vertreten.

Offen ist hingegen, wer beim Tabellenletzten die dringend benötigten Tore für den HSV schießen soll, damit dieser nicht tiefer in den Abstiegssog gerät. „Das ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen“, berichtete der einstige Torjäger Labbadia. Zuletzt spielte Artjoms Rudnevs, zuvor meist Pierre-Michel Lasogga allein in vorderster Front - beide allerdings mit sehr bescheidenem Erfolg. Nun ist es gut möglich, dass Sven Schipplock in Hannover seine Bewährungschance erhält.

Der Neuzugang hat zwar noch kein Punktspiel-Tor für den HSV erzielt, machte aber zuletzt im Testspiel beim Drittligisten Holstein Kiel mit zwei Treffern auf sich aufmerksam. „Schipplock ist auf jeden Fall ein Thema“, meinte Labbadia über den Angreifer, dem die Treffer an der Seite Lasoggas (6 Saisontore) gelangen. Denkbar ist deshalb auch, dass der HSV-Coach bei den Niedersachsen mit zwei Stürmern beginnt.

Da Matthias Ostrzolek in Hannover wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist, kehrt Dennis Diekmeier in die Anfangsformation zurück. Gotoku Sakai, den Labbadia zuletzt Diekmeier als Rechtsverteidiger vorgezogen hatte, rückt dafür auf Ostrzoleks Abwehrposten links.

Stürmer Ivica Olic ist keine Alternative. Er fällt mindestens drei Wochen lang aus. Wie der Verein am Dienstag per Twitter mitteilte, erlitt der Kroate im Training einen traumatischen Faszienanriss im Ansatz des rechten Oberschenkelmuskels.

Derweil macht Emir Spahic mal wieder lieber abseits des Platzes von sich reden. Der Abwehrrecke ist beim Hamburger SV erneut in eine Auseinandersetzung mit einem Teamkollegen verstrickt gewesen, muss aber keine Konsequenzen fürchten. „Wir reden über einen Disput zwischen zwei Spielern, der sechs Wochen zurückliegt. Es ist dabei nichts vorgefallen, was von Trainer- oder Vereinsseite hätte sanktioniert werden müssen“, teilte HSV-Mediendirektor Jörn Wolf am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Er bestätigte damit indirekt einen Bericht der „Hamburger Morgenpost“, wonach Spahic Anfang März in der Dusche mit Josip Drmic aneinandergeraten war. Der Bosnier Spahic und der Schweizer Drmic sollen sich gegenseitig beleidigt haben, daraufhin habe Spahic seinen Mitspieler geohrfeigt, heißt es in dem Artikel weiter.

Für Spahic ist es nicht der erste Vorfall. Bei seinem vorherigen Club Bayer Leverkusen wurde der Abwehrchef gefeuert, weil er einem Ordner einen Kopfstoß verpasst hatte. Nach seinem ablösefreien Wechsel im Sommer in die Hansestadt hatte er eine verbale Auseinandersetzung mit mehreren Mitspielern. Später geriet er mit Stürmer Pierre-Michel Lasogga aneinander.

HSV-Trainer Bruno Labbadia rüffelte den impulsiven Bosnier deswegen, hielt aber an ihm fest. Auch weil Spahic' sportlichen Leistungen beim HSV nahezu tadellos waren. Das scheint auch weiter zu gelten.

Zu den Aussetzern der Spieler trägt auch die Planung für die kommende Saison nicht gerade zur Beruhigung bei.  Im Sommer laufen vier Verträge aus und im Jahr darauf drei weitere. Unklar ist unter anderem, wie es mit der Identifikationsfigur und Leistungsträger Rene Adler weitergeht. Er steht trotz der unsicheren Zukunft zu dem Verein: „Das Spiel bei Hannover 96 ist für uns exorbitant wichtig. Wir sind in der Pflicht, am Samstag zu punkten“, betonte der Routinier.

Neben der sportlichen Schräglage gibt es beim HSV auch noch die finanzielle. Der Hamburger SV erwägt nach Informationen der „Bild“-Zeitung, erneut eine Anleihe aufzulegen. Unter der Voraussetzung, dass der HSV den Klassenverbleib sichere, plane der mit Gesamtverbindlichkeiten von 89,1 Millionen Euro belastete Traditionsclub demnach im Sommer eine 40-Millionen-Euro-Anleihe, um Altschulden abzusichern, heißt es in dem Bericht.

Vorgesehen sei eine Umschuldung und Streckung des Restkredits für das Volksparkstadion von rund 25 Millionen Euro und eine Rücklage für seine Fan-Anleihe (17,5 Millionen), die im Jahr 2019 getilgt werden muss, berichtet die Zeitung am Freitag weiter.

„Der HSV befasst sich auf der Finanzierungsseite derzeit - wie schon angekündigt - mit Optionen zur Refinanzierung des Stadions“, zitierte das Blatt dazu HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein. Der schränkte jedoch gleichzeitig ein: „Die Art dieser Umfinanzierung ist bisher weder entschieden noch vertraglich vereinbart.“

Dem Bericht zufolge wendet sich der Verein diesmal an Groß-Anleger. Vorgesehen sei eine lukrative Verzinsung von 4,5 bis 5,5 Prozent, heißt es. Außerdem sucht der Club, der im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Rekord-Minus von 16,9 Millionen Euro erwirtschaftet hatte, weiter nach Investoren. Zumal der HSV auch für 2015/2016 ein negatives Ergebnis erwartet - es wäre das sechste Minus in Serie.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 13:09 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen