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Abstiegskampf in der Bundesliga : Neues vom HSV: Aaron Hunt verletzt - Nicolai Müller als Joker mit zu Schalke 04

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Ein Sieg ist Pflicht, um der Relegation vielleicht noch zu entgehen. Wenigstens sind die die Lizenzvorgaben erfüllt.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2017 | 12:39 Uhr

Hamburg | Fußball-Bundesligist Hamburger SV muss im Punktspiel am Samstag beim FC Schalke 04 Aaron Hunt ersetzen. Der 30 Jahre alte Mittelfeldakteur plagt sich mit einer Zerrung herum und trat die Reise ins Ruhrgebiet gar nicht erst an, bestätigte der HSV am Freitag auf Anfrage. Dafür könnte Nicolai Müller früher als erwartet zum Comeback kommen. Er traf für die Rothosen im Hinspiel gegen Schalke und trug so zum 2:1 Sieg bei. Aber Müller ist verletzt, sein Einsatz gegen Schalke daher unsicher. Dabei braucht ihn das Team dringend. Die Bilanz ohne Müller: Vier von 18 möglichen Punkten. Immerhin: Nach Gelsenkirchen fährt er als Joker mit.

Dem HSV steht das Wasser mal wieder bis zum Hals. Gegen Schalke müssen zwingend drei Punkte her, um die drohende Relegation doch noch vermeiden zu können. Aber wer soll es richten? Formkrisen und Verletzungen plagen die Spieler.

Das Zittern um die sportliche Zukunft des HSV geht weiter, aber wenigstens ist die Frage nach der Lizenz für die 1. und 2. Liga geklärt. Der Hamburger SV erfüllt dank einer erneuten Kapitalerhöhung durch Geldgeber Klaus-Michael Kühne die Lizenzvorgaben für die Fußball-Bundesliga und die 2. Liga. Wie der Traditionsclub am Donnerstag mitteilte, erhöhte der Hamburger Milliardär Kühne seine Anteile von elf auf 17 Prozent. Dafür erwarb der Logistikunternehmer laut Vereinbarung vom 28. April exakt 312.500 Aktien. Laut Satzung darf die Fußball AG insgesamt 24,9 Prozent veräußern.

„Wir haben die notwendigen Maßnahmen getroffen, um sowohl für die Bundesliga als auch für die 2. Liga die erforderliche Spielgenehmigung zu erhalten“, sagte HSV-Vorstand Frank Wettstein.

 

Die Mannschaft ist am Freitag zum letzten Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) beim FC Schalke 04 Richtung Ruhrgebiet aufgebrochen. Trainer Markus Gisdol stärkte vor dem wichtigen Spiel den in der Formkrise steckenden Torjäger Bobby Wood. „Wir haben einen Spieler, der leistungsmäßig explodiert ist, letzte Saison spielte er noch 2. Liga. Es ist ein Kerl, der klar im Kopf, aber eben noch nicht stabil ist“, betonte der Coach. „Er haut sich vorbildlich rein“.

Aber Wood könne den HSV nicht allein retten. Der 25 Jahre alte Amerikaner spiele zudem ständig mit Schmerzmitteln. Der Fünf-Tore-Stürmer laboriert seit Wochen an einer Kniereizung. Aus Schalke wird Mittelfeldspieler Gideon Jung für den Gelb-gesperrten und Grippe-kranken Mergim Mavraj in die Abwehrzentrale rutschen. Torwart Rene Adler ist verletzt und wird vermutlich nie mehr für den HSV auflaufen.

Trotz der wieder einmal drohenden Relegation reißt die Unterstützung für den HSV nicht ab. Der HSV Supporters Club organisiert eine Sternfahrt nach Gelsenkirchen. 

Das Video „Wir brauchen Punkte“ ist zwar schon älter, aber zum Leid der HSV-Fans wieder mal aktuell.

Das ist die untere Tabelle vor dem Auswärtsspiel gegen Schalke 04:

Platz Verein Tore Differenz Punkte
12. Bayer 04 Leverkusen 45:51 -6 37
13. FC Augsburg 34:50 -16 36
14. VFL Wolfsburg 32:49 -17 36
15. FSV Mainz 05 40:51 -11 34
16. Hamburger SV 30:59 -29 34
17. FC Ingolstadt 34:55 -21 30
18. Darmstadt 98 26:59 -33 24

 

Nicht nur die leidgeplagten HSV-Fans beschäftigen sich intensiv mit dem Abstieg. Der Mathematikprofessor Ulrich Kortenkamp von der Universität Potsdam hat die Abstiegswahrscheinlichkeit der Rothosen berechnet. Das Ergebnis: „Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der HSV auch ohne Relegation rettet, liegt immerhin bei 48 Prozent.“

HSV-Chef Heribert Bruchhagen glaubt an die Rettung und eine erstklassige Zukunft des Traditionsklubs. „Ich wusste um die prekäre Situation“, sagt er im Interview mit dem sh:z, auch um die angespannte finanzielle Lage. Trotzdem war ihm die Aufgabe eine Ehrensache. „Es ist ja kein Zufall, dass ich seit 25 Jahren Mitglied beim HSV bin“, sagt Bruchhagen, also auch während seiner Zeit bei Arminia Bielefeld, Eintracht Frankfurt oder der DFL: „Wenn es nicht der HSV gewesen wäre, zu einem anderen Verein wäre ich nicht mehr gewechselt“. Das gesamte Exklusiv-Interview lesen Sie ab 17 Uhr auf shz.de und am Samstag in der Tageszeitung.

mit Material der dpa

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