Ewald Lienen sucht Verstärkung : Neues Stadion, kein Torjubel: Bei St. Pauli hakt es im Angriff

St. Paulis Trainer Ewald Lienen notiert zu wenig Tore.
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St. Paulis Trainer Ewald Lienen notiert zu wenig Tore.

Das 0:0 gegen Bielefeld offenbart: Der FC St. Pauli muss in der Offensive nachlegen. Für den verletzten Japaner Miyaichi soll ein Ersatz für die Außenbahn kommen.

shz.de von
26. Juli 2015, 09:54 Uhr

Hamburg | Neue Saison, altes Leid: Die „Abteilung Attacke“ des FC St. Pauli ist einfach zu harmlos, um höhere Ziele in der 2. Fußball-Bundesliga ins Visier nehmen zu können. Beim 0:0 gegen Arminia Bielefeld knüpften die Kiez-Kicker zwar in der Defensive an die gefestigten Auftritte der vergangenen Spielzeit an, in der sie als sechstbeste Rückrunden-Mannschaft noch den Klassenverbleib sicherten. Im Angriff hakte es am Samstag jedoch einmal mehr.„Dadurch haben wir es verpasst, das wichtige Führungstor zu erzielen.

Dann wäre das Bielefelder Bollwerk leichter zu knacken gewesen“, meinte Trainer Ewald Lienen nach dem Teilerfolg. Und stellte klar: „Mit einem Punkt können wir nicht zufrieden sein.“ Am Ende mussten die Braun-Weißen sogar froh sein, dass der erste Auftritt im nun komplett ausgebauten Millerntor-Stadion vor der Rekordkulisse von 29.546 Zuschauern nicht total danebenging. Torhüter Robin Himmelmann parierte in der Schlussphase zweimal glänzend und verhinderte die drohende Heimschlappe. Davor waren die ganz auf Konter lauernden Gäste nur einmal gefährlich vor St. Paulis Gehäuse aufgetaucht, als der aufmerksame FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) einen Treffer von Julian Börner (60. Minute) wegen Abseits zurecht nicht anerkannte.

Auch wenn das erhoffte Auftakt-Erfolgserlebnis ausblieb, wollen die Hanseaten nicht gleich alles infrage stellen. Nach der starken Rückrunde und den positiven Eindrücken aus der Vorbereitung mit neun Siegen und einem Unentschieden verzichtete der Kiez-Club auch aus finanziellen Gründen auf mehrere Neuverpflichtungen. Pech war jedoch, dass der mit großen Erwartungen vom FC Arsenal geholte japanische Nationalspieler Ryo Miyaichi in der Vorwoche einen Kreuzbandriss erlitt. „Das war natürlich ein Schock“, gestand Lienen.

Denn ein starker Außenbahn-Spieler wie Miyaichi fehlte gegen die gut eingespielten Bielefelder an allen Ecken und Enden. „Er ist ein Riesentalent, mit seiner Schnelligkeit, Leichtfüßigkeit und Torgefährlichkeit hätte er unserem Spiel gutgetan“, meinte Lienen. Er kündigte an, dass sich sein Club nach Ersatz umsehen wird. „Bei einem Ausfall von sechs bis acht Monaten ist klar, dass wir etwas tun müssen. Einen gestandenen Außenbahn-Spieler brauchen wir noch.“ Grund zur Freunde gab es dennoch. „Genial“ nannte Lienen das fertige Stadionrund, nachdem nach knapp zehnjähriger Umbauphase nun auch die Nordtribüne am Millerntor steht: „Die Stimmung war überragend. Schade, dass wir das im nagelneuen, vollen Stadion nicht mit einem Sieg krönen konnten.“

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