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Fussball-Nationalmannschaft : Warum Belgien Deutschland in der FIFA-Weltrangliste überholt

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Belgien soll besser Fußball spielen als die DFB-Elf? So funktioniert die komplizierte mathematische Formel.

Weltmeister Deutschland ist in der FIFA-Weltrangliste um einen weiteren Platz zurückgefallen. Im August-Ranking des Fußball-Weltverbandes belegt das Team von Bundestrainer Joachim Löw nur noch den dritten Rang - hinter Argentinien und Belgien. Grund für die nun schlechtere Platzierung ist ausgerechnet der Erfolg von Rio 2014. Die vom WM-Viertelfinale bis zum Finale gewonnenen Juli-Punkte aus dem Vorjahr fallen im neuen Ranking.

Ermittelt wird die Reihenfolge der insgesamt 209 FIFA-Mitgliedsländer jeden Monat nach einem komplizierten mathematischen Verfahren basierend auf den Ergebnissen jedes Teams aus den vergangenen vier Jahren, der Stärke und Herkunft der Gegner sowie der Bedeutung des Wettbewerbs. Ergebnisse aus dem aktuellen Jahr werden dabei höher gewertet (100 Prozent) als die aus den drei davor liegenden Jahren (50, 30, 20 Prozent).

Belgien war im WM-Viertelfinale ausgeschieden und konnte seine Punktzahl nun beibehalten. Im Juli 2015 standen in Europa keine für die Weltrangliste relevanten Partien an. Noch härter als das DFB-Team trifft die umstrittene Berechnung den WM-Halbfinalisten Niederlande, der von Platz fünf auf zwölf abstürzt.

Großer Aufsteiger des August-Rankings ist Trainer Winfried Schäfer mit Jamaika. Durch den Finaleinzug beim Gold Cup Anfang Juli kletterte das Team um 21 Plätze auf Rang 55. Im Juli war das damals aktuelle FIFA-Ranking für die Einteilung der Lostöpfe für die WM-Qualifikation 2018 herangezogen worden.

Die Weltranglisten-Formel lautet: Punkte = M x I x T x C

Der Faktor M: Punkte für jedes Spiel, Sieg drei, Remis oder Niederlage im Elfmeterschießen einen, Sieg im Elfmeterschießen zwei.

Der Faktor I: Bedeutung des Spiels von Testspiel (1) über Qualifikationsspiel für WM oder EM (2,5) und EM oder Confed Cup (3) bis WM-Endrunde (4).

Der Faktor T: Die Stärke des Gegners. Punkte gibt es stets 200 minus Ranglistenposition des Gegners. Für Spiele gegen Deutschland zum Beispiel 198 (200 minus Platz 2). Ab Platz 150 gilt für jedes Team der Faktor 50.

Der Faktor C: Die Stärke der Konföderation des Gegners. Für Spiele gegen Teams aus Südamerika wird der Faktor 1 als Grundlage genommen, aus Europa 0,99 und die vier weiteren Konföderationen 0,85. Ein Sieg gegen Brasilien bringt also mehr Punkte als gegen ein Team aus Afrika oder Asien.

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erstellt am 06.Aug.2015 | 11:04 Uhr

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