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Fußball : Quali, Quartier und Zukunft: Löw vor Entscheidungen

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Die Leitlinien für die WM-Saison hat der oberste deutsche Fußball-Lehrer klar vorgegeben, die Erwartungen für die WM 2014 sind formuliert.

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 09:21 Uhr

Doch nach dem Aufgalopp gegen Paraguay stehen für Joachim Löw, seine Nationalmannschaft und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) erst einmal wichtige Wochen der Entscheidungen an. Die Themen Qualifikation, WM-Quartier, Sportdirektor und die Zukunft des Bundestrainers selbst stehen auf der Agenda. «Das Interesse wird viel größer sein», sagte Löw voraus: «September und Oktober sind die entscheidenden Monate.»

Als allererstes Ziel nannte der 53-jährige Löw, «dass wir die Qualifikation als Gruppenerster schaffen und ungeschlagen bleiben.» Wenn Deutschland am 6. September gegen Österreich und vier Tage später auf den Färöer Inseln gewinnt, dagegen Schweden und Irland in ihren Spielen Punkte liegen lassen, ist das Brasilien-Ticket bereits gelöst. Zweifel gibt es angesichts der Fünf-Punkte-Führung in der Ausscheidungsgruppe C ohnehin nicht mehr. Spätestens am 11. Oktober in Köln gegen Irland oder am 15. Oktober in Stockholm gegen Schweden soll die Qualifikation erfolgreich abgeschlossen sein.

Dann wollen sich Löw, sein Assistent Hansi Flick und Manager Oliver Bierhoff wie vereinbart mit der DFB-Spitze um Präsident Wolfgang Niersbach zusammensetzen, über die Zeit nach der WM 2014 sprechen und möglichst auch Entscheidungen treffen. «Ich habe zu Wolfgang Niersbach ein wahnsinnig enges Verhältnis», bemerkte der Bundestrainer. Und der Verbandschef macht schon jetzt keinen Hehl daraus, dass er Löws seit 2006 andauernde Amtszeit am liebsten noch vor dem WM-Turnier am Zuckerhut verlängern würde.

Die Voraussetzungen scheinen gut. «Irgendwann mal kann ich mir vorstellen, etwas anderes zu machen. Aber momentan habe ich so viel Spaß, da verschwende ich keinen Gedanken daran», erklärte Löw zum Start der WM-Saison. Niersbach könnte also noch vor dem DFB-Bundestag am 24. und 25. Oktober in Nürnberg das ganz große Personalpaket schnüren. Löw-Assistent Flick würde gern auf den Posten des Sportdirektors wechseln, allerdings erst nach Brasilien. Eine Doppelfunktion als Übergang schließt der Bundestrainer aus: «Beide Aufgaben erfordern 100 Prozent Einsatz.» Der Verband könnte warten.

Das Restrisiko läge in dem Fall beim DFB. Falls die WM-Endrunde wider aller Erwartungen mit einer frühzeitigen Pleite enden würde, könnte das nicht nur das Ende der Ära Löw bedeuten - unabhängig von jeder Vertragssituation. Auch Assistent Flick würde bei einem sportlichen Scheitern zu den Verlierern gehören und seine Anstellung als Sportdirektor nochmals zur Diskussion gestellt werden.

Bleibt Teammanager Bierhoff, der signalisiert hat, unabhängig von Löw noch vor der WM seine Zukunft klären zu wollen. Niersbach bevorzugt wohl die Gruppenlösung. Der Bundestrainer würde auch ohne sichere Verlängerung in das Turnier gehen: «Ich habe es 2010 nicht als Störfeuer empfunden, dass ich ohne Vertrag in die WM gegangen bin. Das hat uns intern in keiner Weise gestört. Das würde auch 2014 der Fall sein. Aber wir werden vorher ja Gespräche führen.»

Ein großes Fragezeichen steht ebenfalls noch hinter dem deutschen WM-Stammquartier in Brasilien - für Löw ein ganz wichtiger Baustein im WM-Titelpuzzle. Angesichts der beschränkten Hotelauswahl und der Ungewissheit, in welchen Städten das deutsche Team in der Vorrunde antreten muss, gestaltet sich die Suche schwierig. «Grundsätzlich wäre es aus organisatorischen Gründen gut, wir könnten uns frühzeitig entscheiden», meinte Löw. Aber er würde sich besser fühlen, erst nach der Gruppenauslosung am 6. Dezember in Costa do Sauìpe alles fix zu machen. So wird es auch kommen: Erst nach dem 7. Dezember will sich der DFB festlegen, wo das Nationalteam das Basislager aufschlägt.

Druck spürt der Bundestrainer vor seinem vierten großen Turnier derzeit noch nicht. «Wenn man sich als Nationaltrainer ein Turnier wünschen kann, dann in Brasilien», erklärte Löw. Seine grundsätzlichen Erwartungen hat er klar formuliert: «Am Ende dieser Saison sollen die Millionen Fans in Deutschland stolz auf ihre Mannschaft sein. Sie erwarten Kampf, Leidenschaft, Spielfreude. Sie sollen Spaß am Spiel ihrer Mannschaft haben.»

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