Fußball : Löw: «112 Länderspiele würden mir mehr bedeuten»

Joachim Löw strebt 112. Länderspiele als Bundestrainer an. Daniel dal Zennaro
Joachim Löw strebt 112. Länderspiele als Bundestrainer an. Daniel dal Zennaro

Fragen an Bundestrainer Joachim Löw in der Pressekonferenz nach dem 1:1 der Fußball-Nationalmannschaft im Testspiel gegen Italien.

shz.de von
16. November 2013, 09:30 Uhr

Wie fällt Ihr Fazit nach dem 1:1 gegen Italien aus?

Löw:«Dass es kein Freundschaftsspiel war, hat man gesehen. Es ist sehr intensiv und kampfbetont zur Sache gegangen. Was wir gut gemacht haben: Wir haben wahnsinnig gut in der Defensive gestanden gegen wirklich gefährliche Stürmer. Das haben wir gut gelöst. Es war ein ausgeglichenes Spiel mit hoher Intensität, von beiden Mannschaften verbissen geführt.»

Der Italien-Fluch aber hält an mit drei Pfostenschüssen?

Löw:«So ein Spiel wie heute ist fern von jedem Turnier. Wir haben zumindest ein klares Signal gesendet, dass wir selbst in San Siro in der Lage sind mitzuhalten und gegenzuhalten. Mit ein bisschen Glück hätten wir das Spiel auch gewinnen können. Die Italiener haben bei Turnieren genauso Respekt vor uns. Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, dass wir sie auch bei einem Turnier schlagen.»

Warum haben Sie sich für Philipp Lahm im defensiven Mittelfeld entschieden und wie wurde es umgesetzt?

Löw:«Das hatte vor allem mit den Verletzungen von Schweinsteiger und Gündogan zu tun. Ich plane weiter mit Philipp auf der rechten Seite. Ich wollte mit Philipp Lahm auf dieser Position Erfahrung, nicht mit einem ganz jungen Spieler dort spielen. Mit Khedira, Kroos und Lahm wollten wir ein Übergewicht, das ist auch aufgegangen. Wenn alle fit sind, haben wir im Zentrum klasse Spieler, dann werden wir Philipp auch rechts sehen.»

Wie bedeutet es Ihnen, nun 100 Länderspiele als Bundestrainer zu haben?

Löw:«112 Länderspiele würden mir mehr bedeuten. Wenn wir das schaffen, hätten wir mehr Gründe zu feiern. Das wäre das WM-Finale.»

Sie haben Marcell Jansen als Linksverteidiger aufgeboten, wie hat er die Aufgabe erfüllt?

Löw:«Er hat es gut gelöst, seriös gemacht. Er hatte es nach zwei guten Spielen im Oktober verdient. Ich denke, dass es gegen England einen Tausch gibt, dass Marcel Schmelzer beginnt.»

Und wie beurteilen Sie den Auftritt von Jérome Boateng?

Löw:«Er spielt seit Monaten auf sehr hohem Level. Vor allem in Konzentration und Wachsamkeit ist er extrem gut geworden. Potenzial war immer vorhanden, jetzt hat er noch mal einen Schritt gemacht. Beide Innenverteidiger haben sich nie so einfach aus dem Zentrum rauslocken lassen. Das Zentrum war immer besetzt, das war der Schlüssel, dass keine Bälle hinter unsere Abwehr kamen.»

Sie hatten von einem Lerneffekt gegen Italien gesprochen. Was können Sie nun aus dem Spiel mitnehmen?

Löw:«Es ist eine gute Erkenntnis, dass wir im Mittelfeld keine Überzahl zugelassen haben, sondern wir in vielen Phasen dort eine Überzahl hatten. Unsere Spieler sind gut in die Mitte reingerückt, haben das Zentrum verdichtet. Ich hatte vor dem Spiel nochmals gesagt: Was die Italiener auch versuchen, ob Fünfer- oder Dreierkette, lasst euch nicht beirren, spielt euer Spiel, versucht zu agieren. Das ist uns gelungen.»

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