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Hrubesch mit Comeback bei U 21: «Die können alles»

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Freiburg (dpa) - Sogar sein Geheimnis im Umgang mit dem Nachwuchs des Deutschen Fußball-Bundes verriet Horst Hrubesch. «Die Spieler dürfen mitreden. Am Ende wird gemacht, was ich sage», erklärte der 62-Jährige nach dem 0:0 der deutschen U-21-Nationalmannschaft im Test gegen Frankreich.

So sei Emre Can von Bayer Leverkusen sein erster Kapitän geworden, und so arbeite er im Training - durchaus erfolgreich. Hrubesch präsentierte sich im Breisgau so, als wäre er nie weg gewesen: Souverän, humorvoll und in Redelaune.

1504 Tage nachdem der deutsche Nachwuchs in Schweden unter seiner Regie den EM-Titel geholt hatte, bewertete er den Auftritt in Freiburg als gelungenes Comeback. «Es freut mich ungemein, dass das Spiel so gut gelaufen ist», sagte Hrubesch. «Du kannst jetzt auswechseln, sie harmonieren miteinander. Die können alles.»

Die Partie gegen die von Ex-Bayern-Profi Willy Sagnol betreuten Franzosen war kaum zu Ende, da richtete das ehemalige Kopfballungeheuer des Hamburger SV bereits den Blick nach vorne. «Wir werden uns erst in drei Wochen wieder sehen und dann gleich gegen die Färöer ziehen», sagte Hrubesch. «Das ist der nächste Schritt.» Via Frankfurt wollte sich der Nachfolger von Rainer Adrion schon am Mittwoch auf den Weg in den Nordatlantik machen. Färöer gegen Irland - für die ersten beiden Gegner der DFB-Elf in der EM-Qualifikation geht es bereits um Punkte.

Hrubesch dagegen hat bis zum 6. September Zeit, die ersten Eindrücke zu analysieren. Eine Aufgabe dabei: Dem Mittelfeld um Can, Moritz Leitner (VfB Stuttgart) und Leon Goretzka (FC Schalke 04) noch einen Plan für mehr Geschwindigkeit auf dem Weg nach vorne mitgeben. Und: Ruhe vor dem Tor vermitteln. «Wir hätten den Sieg verdient», meinte Can. «Aber wir müssen auch Tore machen.» Marvin Plattenhardt (1. FC Nürnberg) und Leonardo Bittencourt (Hannover 96) kamen dem 1:0 mit ihren Lattentreffern am nächsten.

Auch die DFB-Kicker können sich vor dem ersten Pflichtspiel auf dem Weg zur EM 2015 und Olympia 2016 noch ein wenig an den Mann im klassischen blauen Trainingsanzug gewöhnen. «Der jetzige Trainer ist sehr dominant und spricht klare Worte, wird auch mal lauter», erzählte Torhüter Bernd Leno (Bayer Leverkusen) von den Einheiten. «Der Schwerpunkt lag auf taktischen Dingen, auf Passformen, auf Standards. Mehr war auch nicht drin an einem Tag», berichtete Matthias Ginter.

Der Innenverteidiger vom SC Freiburg soll eine der Stützen im Team werden. «Er ist gesetzt. Da müssen wir gar nicht diskutieren», versprach Hrubesch dem Talent einen Stammplatz. Ob der verletzt abgereiste Marc-André ter Stegen oder Leno zukünftig im Tor stehen werden, wollte Hrubesch nicht sagen. «Es wäre ja verrückt, wenn ich zwei solche Torhüter habe, und nehme sie nicht. Aber wenn der oben sagt, er will den Torwart, dann bekommt er den Torwart», meinte er mit Blick auf eventuelle Wünsche von Bundestrainer Jogi Löw.

Die Vorstellungen von Hrubesch und seiner Mannschaft scheinen derweil gut zu harmonieren. Auch der EM-Titel von 2009 mit der Generation um Manuel Neuer und Mesut Özil spielt dabei eine Rolle. «Wir wissen natürlich, dass er schon große Erfolge gefeiert hat und dass er weiß, wie es geht», sagte Ginter. «Und dass wir ihm da zu 100 Prozent vertrauen können.»

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erstellt am 14.Aug.2013 | 01:44 Uhr

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