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Holtby: «Bei der EM kommen noch andere Kaliber»

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erstellt am 25.Mai.2013 | 05:33 Uhr

Tel Aviv (dpa) - Der Vorgeschmack auf die EM hat bei den U 21-Fußballern Appetit geweckt, doch bei der Endrunde wird sich das deutsche Team erheblich steigern müssen.

«Bei der EM kommen noch andere Kaliber auf uns zu. Da müssen wir einfach erwachsener spielen», sagte Kapitän Lewis Holtby nach dem 2:1 (1:1)-Sieg im letzten Testspiel in Israel. Auch Trainer Rainer Adrion ließ sich von dem Erfolg im Land des EM-Gastgebers nicht blenden. «Das Fazit dieser Trainingswoche wird natürlich durch den Sieg bestimmt. Aber wir haben noch eine Menge Steigerungspotenzial», befand der DFB-Coach.

Erst in der Nachspielzeit sicherte der eingewechselte Kevin Volland den Sieg im Bloomfield-Stadion. Zuvor hatte Holtby die deutsche Elf mit einem Elfmeter-Nachschuss in Führung gebracht, ehe Eyal Golsa kurz vor der Pause der Ausgleich für die recht rustikal zu Werke gehenden Israelis gelang. «Wir waren feldüberlegen, konnten uns aber meist nicht entscheidend durchsetzen», ergänzte Adrion, der die letzte Test-Gelegenheit nutzte und noch einmal 19 Spieler einsetzte.

Mit der knapp einwöchigen Trainingswoche in Israel kann der deutsche Coach jedoch zufrieden sein. Die Mannschaft konnte einen ersten Eindruck von den Bedingungen während der EM gewinnen, Quartier und Trainingsplätze testen. «Zusammenfassend kann man sagen, dass die Reise hierher etwas Besonderes war. Die EM wird ein tolles Erlebnis», sagte Kapitän Holtby.

Vor dem Rückflug in die Heimat hat das Team in Jerusalem die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht. Am Denkmal des Geistlichen Janusz Korczak legten Holtby und Tony Jantschke einen Kranz nieder. Holtby zeigte sich wie seine Mitspieler beeindruckt vom Besuch der Gedenkstätte. «Wir wissen eine Menge über die Geschichte des Holocaust, aber wenn man es hier vor Ort sieht, dann denkt man viel darüber nach. Für uns ist es ein Privileg und eine Ehre, hier zu sein», sagte Holtby in einem Beitrag auf der DFB-Homepage.

Personell hat Adrion den Großteil seines Kaders beisammen. In Israel fehlten aus der Stammbesetzung Jan Kirchhoff, Sebastian Rudy und Moritz Leitner sowie die Torhüter Kevin Trapp und Oliver Baumann. Für den mit einem Mittelhandbruch pausierenden Trapp, der sich Hoffnungen auf die Nummer eins machen durfte, könnte es bis zur Endrunde eng werden.

Ob noch Kandidaten wie Ilkay Gündogan, Julian Draxler oder Marc-André ter Stegen, die zuletzt in das A-Team berufen wurden, für die EM zur U 21 zurückkehren, ist eher unwahrscheinlich. Auf der anderen Seite muss Adrion nicht befürchten, dass aus seinem Kader noch ein Spieler zur A-Mannschaft stößt. «Der Bundestrainer hat entschieden, dass aus unserem jetzigen Team keiner mit der A-Mannschaft die USA-Reise im Mai und Juni mitmacht. Das ist eine gute Absprache», sagte der U 21-Trainer.

Die intensive Turniervorbereitung beginnt nach dem Ende der Bundesligasaison mit zwei Trainingslagern am Chiemsee (21. bis 24. Mai) und auf Zypern (27. Mai bis 2. Juni). Von der Mittelmeerinsel aus reist das Team dann direkt nach Tel Aviv ins Mannschaftsquartier. Am 6. Juni steht die erste Endrundenpartie gegen die Niederlande an. Danach spielt die DFB-Elf gegen Spanien (9. Juni) und Russland (12. Juni). Der EM-Kader muss bis zum 24. Mai benannt sein.

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