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Fußball : Frischer Wind mit Hrubesch: Spaß, Teamgeist und Erfolg

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Immer ein Späßchen, ein lockerer Spruch und ein offenes Ohr für die kleinen Problemchen: Horst Hrubesch hat nach drei Monaten das neu formierte U 21-Team nicht nur in die Erfolgsspur geführt, sondern auch schnell das Vertrauen seiner Jungs gewonnen.

«Er legt großen Wert auf Gemeinsamkeit und Mentalität und ist ein Trainer, der sehr auf uns zugeht und viel mit uns spricht. Das tut jedem Spieler gut», meinte Innenverteidiger Matthias Ginter. Die gute Stimmung sorgt auch für sportlichen Aufschwung. Vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer am Dienstag in Kassel führt die DFB-Auswahl mit drei Siegen die Tabelle an.

Hrubesch schätzt den Teamgeist und die besondere Mischung der Nachwuchskicker. «Wir haben Individualisten und Teamplayer dabei. Wir wissen aber auch, dass wir noch Defizite haben», befand der Coach. Beim 2:0-Erfolg gegen Montenegro am Freitag in Wiesbaden wurden vor allem Schwächen in der Chancenauswertung deutlich sowie einige Unkonzentriertheiten wegen der zuletzt hohen Belastung. Und wenn ein Spieler wie Torhüter Marc-Andre ter Stegen eine Klasseleistung zeigt, dann frotzelt Hrubesch schon mal ein bisschen. «Den einen Ball hättest du aber festhalten können», sagte er seinem Keeper schmunzelnd.

Der Coach betont immer wieder, dass sein Anteil am Erfolg nur gering sei. «Der Trainer kann euch zwar helfen, aber Europameister müsst ihr selber werden», sagte er seinen Junioren-Teams, die er 2008 (U 19) und 2009 (U 21) zum Titel führen konnte. Im Interview mit der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» bezeichnet sich Hrubesch als «Dienstleiter», der Hilfe anbietet. «Sie wissen, dass sie sich auf mich verlassen können, aber ich muss mich auch auf sie verlassen können», sagte der DFB-Trainer.

Die Autorität des 62-Jährigen leidet darunter nicht. «Es herrscht bei uns eine gewisse Harmonie. Meine Spieler nennen mich aber auch Mr. Gnadenlos», sagte Hrubesch. Auf der anderen Seite wäre es ihm egal, wenn ihn seine Jungs duzen oder Horst nennen würden. Die Arbeit mit mehr als 40 Jahre jüngeren Menschen hält halt jung. «Ich weiß, was da draußen passiert. Ich trage sogar schon Jeanshosen, auf denen von vornherein Flecken sind. Aber eins kann ich garantieren: Tätowiert bin ich noch nicht».

Dreimal tritt Hrubesch in diesem Jahr noch mit der U 21 in der EM-Qualifikation an: Sollten alle drei Spiele gewonnen werden, könnte die Teilnahme an den Playoffs zur EM-Endrunde 2015 in Tschechien schon perfekt sein. Weil der Kräfteverschleiß derzeit sehr hoch ist, wird er gegen die Färöer rotieren. Erik Durm und Robin Knoche dürften in die Startelf rücken, ohne dass die Mannschaft dadurch geschwächt wird. «Ich kenne die Spieler, die Qualität bleibt auf dem Platz», befand Hrubesch.

Interview FAZ

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erstellt am 14.Okt.2013 | 12:31 Uhr

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