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Fußball : Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Löw

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Joachim Löw ist in seinem zehnten Jahr als Bundestrainer. In Brasilien will er seinen Job mit dem WM-Titel krönen. Die Nachrichtenagentur dpa skizziert seinen Weg.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 10:59 Uhr

30.07.2004: Zum 40. Geburtstag schenkt der DFB Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Verpflichtung seines Favoriten Joachim Löw als Co-Trainer. Die «Schwaben-Connection» ist perfekt. «Er ist für mich alles andere als ein Hütchenaufsteller», sagt Klinsmann über Löw.

12.07.2006: Nach dem Rücktritt des «ausgebrannten» Klinsmann wird Löw zum Chef der Nationalelf befördert. Der 46-Jährige bekommt einen Zweijahresvertrag und sagt: «Wir wollen Europameister 2008 werden.»

16.08.2006: Löws Bundestrainer-Premiere wird in Gelsenkirchen zum rauschenden Fest - 3:0-Sieg beim Test gegen Schweden. Man habe «den Schwung und Elan aus der WM» mitgenommen, freut sich der Badener.

02.09.2006: Der Start in die EM-Qualifikation wird zur «schweren Geburt», wie Löw gesteht. Lukas Podolski gelingt vor den Augen von Klinsmann das goldene Tor beim 1:0 in Stuttgart gegen Irland.

06.09.2006: Der höchste Sieg in der Amtszeit von Löw: 13:0 gegen Fußball-Zwerg San Marino vor nur 5019 Zuschauern in Serravalle.

28.03.2007: Erste, unbedeutende Niederlage im 9. Spiel: 0:1 gegen Dänemark beim Debütanten-Ball mit sechs DFB-Neulingen in Duisburg.

17.10.2007: Nach gesicherter EM-Qualifikation folgt in München ein 0:3 gegen Tschechien - bis heute die höchste Niederlage unter Löw.

16.05.2008: Bei der Nominierung des EM-Kaders auf der Zugspitze sorgt Löw für Paukenschläge. Er bootet im Tor Timo Hildebrand aus, holt dafür René Adler und beruft 26 Akteure. Marko Marin, Jermaine Jones und Patrick Helmes schickt er nach der Vorbereitung nach Hause.

16.06.2008: Beim 1:0 im Vorrunden-Finale gegen Österreich wird Löw auf die Tribüne verwiesen. Ballacks Freistoß-Tor bejubelt er dort.

19.06.2008: Hansi Flick muss für den in einer Stadion-Loge mitfiebernden Löw beim 3:2 im Viertelfinale gegen Portugal als Chef auf die Bank. «Hervorragendes Coaching», lobt Löw seinen Assistenten.

29.06.2008: Geplatzter Titeltraum. Spanien gewinnt durch ein Tor von Torres das EM-Finale in Wien mit 1:0. «Man muss die Qualität der Spanier anerkennen», erklärt Löw als fairer Verlierer.

08.08.2009: Löw startet den Umbruch. 40 Tage nach dem verlorenen EM-Finale beendet Torhüter Jens Lehmann seine Länderspiel-Karriere.

11.10.2008: Deutschland siegt 2:1 im WM-Quali-Gipfel gegen Russland. Reservist Kevin Kuranyi flüchtet zur Halbzeit aus dem Stadion in Dortmund. Am Tag danach verbannt Löw den Schalker aus dem DFB-Team.

01.04.2009: Beim 2:0-Sieg in Wales geraten Ballack und Podolski aneinander. Der Kölner verpasst dem Kapitän auf dem Platz einen Wangenwischer. Löw verhängt Tage später 5000 Euro Strafe gegen Poldi.

10.10.2009: Trotz Platzverweis für Debütant Jérome Boateng gewinnt die DFB-Elf das «Endspiel» in Moskau gegen Russland dank Klose 1:0. Das WM-Ticket ist gelöst, Löw lobt das «Sieger-Gen» der Spieler.

10.11.2009: Der Selbstmord von Torhüter Robert Enke versetzt die Nationalelf in einen Schockzustand. Das geplante Länderspiel gegen Chile in Köln wird abgesagt. «Ich denke, wir hätten Robert nicht von seinem Vorhaben abbringen können», sagt Löw nach Tagen der Trauer.

17.12.2009: Auf einer Israel-Reise verkündet DFB-Chef Zwanziger einen Handschlag-Vertrag mit Löw bis zur Europameisterschaft 2012 - selbst der Bundestrainer wird davon überrascht.

20.01.2010: Löw gibt Routinier Frings nach 79 Länderspielen den Laufpass. «Damit musste ich ja rechnen», sagt der Bremer enttäuscht.

04.02.2010: Der Handschlag-Vertrag ist null und nichtig. Der DFB lehnt Löws und Bierhoffs Forderungen ab. Es kommt zum öffentlichen Streit, der beiden Seiten schadet.

09.02.2010: Eiszeit beendet - in Frankfurt schließen Löw, Zwanziger & Co. einen WM-Frieden. «Was sind wir Hornochsen», sagt Generalsekretär Wolfgang Niersbach nach dem Disput.

06.05.2010: Löw beruft 27 Akteure in den vorläufigen WM-Kader und überrascht mit den beiden Länderspiel-Neulingen Badstuber und Aogo. Als dritter Torwart darf nach Adlers Verletzung Jörg Butt mit.

17.05.2010: Das Ballack-Aus für die WM. «Wir waren geschockt, keine Frage», sagt Löw. Der Kapitän fällt wegen einer Fußverletzung aus.

28.05.2010: Löw ernennt Philipp Lahm zum WM-Kapitän und Manuel Neuer zur Nummer 1. Tim Wiese ist der Verlierer im Torhüter-Duell.

13.06.2010: 4:0-Traumstart gegen Australien. Es folgen ein 0:1 gegen Serbien und ein 1:0 gegen Ghana. Dann die Höhepunkte: Im Achtelfinale 4:1 gegen England und im Viertelfinale 4:0 gegen Argentinien.

07.07.2010: Löw ist «traurig und enttäuscht». Wieder ein 0:1 gegen Spanien, im Halbfinale platzt der Traum vom 4. deutschen WM-Titel.

10.07.2010: Bronzenes Ende: 3:2 im Spiel um Platz 3 gegen Uruguay.

20.07.2010: Neun Tage nach dem WM-Abpfiff verlängern Löw, Manager Bierhoff, Co-Trainer Flick und Torwart-Coach Köpke ihre Verträge.

03.09.2010: Mit einem Sieg in Belgien startet das DFB-Team in die EM-Quali. Wieder einmal schießt Miroslav Klose das entscheidende 1:0.

08.10.2010: Beim 3:0 gegen die Türkei wird Özil von den türkischen Fans in Berlin ausgepfiffen. «Mesut hat sich nicht beeindrucken lassen», lobte Löw. Ein Foto von Kanzlerin Merkel und dem halbnackten Özil in der Kabine sorgt für zusätzlichen Wirbel.

15.03.2011: Still und heimlich einigen sich Löw und der DFB auf eine Vertragsverlängerung bis 2014. «Wir haben noch einige Ziele vor uns. Wir haben junge Spieler und großartige Perspektiven», bemerkte Löw.

16.06.2011: Das Kapitel Michael Ballack ist geschlossen. Nach endlosen Querelen teilte Löw mit, dass er nicht mehr mit dem Ex-Kapitän plane. «Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass viele junge Spieler in den Blickpunkt gerückt sind», sagte Löw.

10.08.2011: Ballack schlägt ein Angebot für zwei Abschiedsspiele aus. Deutschland schlägt Brasilien ohne ihn 3:2.

02.09.2011: Mit einem klaren 6:2 gegen Österreich wird in Gelsenkirchen die EM-Teilnahme vorzeitig perfekt gemacht. 11.11.2011: Löw testet in Kiew erstmals eine Dreierkette (Boateng - Badstuber - Hummels) in der Abwehr - mit 0:2 nach 36 Minuten geht das daneben. «Ich habe es einfach mal probiert», so Löw. Am Ende 3:3.

15.11.2011: Traumfußball beim 3:0 gegen die Niederlande nährt die Hoffnung auf den EM-Titel in Polen und der Ukraine.

26.05.2012: In der «zerrütteten» Vorbereitung gibt es einen 3:5-Dämpfer gegen die Schweiz. Die meisten Gegentore unter Löw. 22.06.2012: Nach dem Sturm durch die EM-Vorrunde wird im Viertelfinale Griechenland mit 4:2 bezwungen. Alles steht auf Titelgewinn.

28.06.2012: Der Schock von Warschau. Löw vercoacht sich, der EM-Traum ist mit einem 1:2 gegen Italien beendet. «Diese Verantwortung übernehme ich auch», sagte Löw. Die Serie von 15 Pflichtsiegen geht jäh zu Ende.

15.08.2012: Der erstmals heftig kritisierte Löw braucht lange, um sich wieder zu finden. Vor dem 1:3 gegen Argentinien hält er eine Wutrede: «Unser Weg stimmt.»

16.10.2012: Nach drei Siegen zum Auftakt der WM-Ausscheidung für Brasilien das Drama gegen Schweden: Nach 4:0 und Superfußball noch 4:4. Löw schaut nur zu. Ein historischer Tag.

14.11.2012: Bei der Schadensbegrenzung in Holland (0:0) versucht es Löw erstmals mit falscher Neun - Götze als verkappte Spitze.

29.05.2013: Mit einem Notaufgebot muss Löw auf US-Tour. Lukas Podolski gelingt gegen Ecuador (4:2) nach 9 Sekunden das schnellste Länderspieltor. Nach 17 Minuten steht es schon 3:0. Es folgt ein 3:4 gegen die US-Boys von Ex-Bundestrainer Klinsmann. 14.8.2013: 0:2-Rückstand nach 13 Minuten: Mit Mühe rettet Lars Bender ein 3:3 im Test gegen Paraguay.

11.10.2013: Mit einem 3:0 gegen Irland wird das Ticket zur WM-Endrunde in Brasilien gebucht. Sein Team sei in der Quali das «Maß aller Dinge» gewesen, meinte der Bundestrainer.

17.10.2013: Der Deutsche Fußball-Bund lädt zu einer Pressekonferenz am folgenden Tag nach Frankfurt ein. Tagesordnungspunkt: die Vertragsverlängerung mit Joachim Löw und der sportlichen Leitung.

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