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Löws Mannschaft für Russland 2017 : Das ist Deutschlands Kader für den Confed-Cup

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Aus der Onlineredaktion

Die Nationalmannschaft bekommt beim Vor-WM-Turnier ein neues Gesicht. Löws Nominierung birgt Überraschungen.

Frankfurt | Die Zusammenstellung des Kaders für den Confed-Cup in Russland (Datum: 17. Juni bis 2. Juli) war für Bundestrainer Joachim Löw ein Drahtseilakt. Das Turnier wird wahrlich ein Experiment mit sechs Neulingen. Bereits im Vorfeld war bekannt geworden, dass der Dortmunder Marco Reus – trotz Löws ausdrücklichem Wunsch – nicht mitfahren wird. Der Bundestrainer gönnt dem Linksaußen des BVB eine Ruhepause. Reus hatte schon die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien und die Europameisterschaft 2016 in Frankreich aufgrund von Verletzungen verpasst.

Das erschwerte das ohnehin knifflige Kaderpuzzle des amtierenden Weltmeisters. Denn zeitgleich mit dem Turnier in Russland findet die U21-WM in Polen statt, so dass der Bundestrainer mit seiner Nominierung nicht nur mit dem Erholungsflehen von Spielern und Vereinen in Konkurrenz tritt , sondern sich auch mit DFB-Nachwuchscoach Stefan Kuntz um Spieler streiten musste. „Die perfekte Lösung gibt es nicht, es gibt Spieler, die beiden Mannschaften gut getan hätten“, sagte Löw bei der Pressekonferenz. Die Nominierung sei in enger Abstimmung mit Kuntz erfolgt.

Im „Perspektivkader“ stehen in Matthias Ginter, Julian Draxler und Shkodran Mustafi nur noch drei Weltmeister von 2014. „Einige Spieler werden bewusst geschont und bekommen eine Pause. Wir haben uns deswegen für einen Perspektivkader entschieden. Spieler, die sich bei uns bereits in der Vergangenheit bewährt haben, bekommen eine Pause. Wir wollen Spieler, die in der Bundesliga gut gespielt haben, weiterbringen auf dem Weg in die Weltspitze“, sagte Löw. Das Turnier bezeichnete er als „Zwischenstation“, das KO-System sei ein guter Test für die WM.

Noch ein recht unbekanntes Gesicht: Diego Demme wird Nationalspieler.
Noch ein recht unbekanntes Gesicht: Diego Demme wird Nationalspieler.

Überraschungen im Kader sind der Herthaner Linksverteidiger Marvin Plattenhardt und der frühere Hamburger Kerem Demirbay, sowie Diego Demme von RB Leipzig. Unerwartet nicht nominiert wurden André Schürrle von Borussia Dortmund, Mario Gomez vom VfL Wolfsburg und Karim Bellarabi von Bayer Leverkusen. Statt Gomez ist der Hoffenheimer Sandro Wagner als Mittelstürmer ins Team gerutscht. „Sandro Wagner hat eine andere Art und Weise zu spielen“, erklärte Löw seine vielleicht überraschendste Entscheidung. Der Hoffenheimer bringe „eine besondere Note“ in das Geschehen: „Er hat in den letzten zwei Jahren in der Bundesliga viele Tore erzielt.“

Die Nominierung von Amin Younes (Ajax Amsterdam) kam nach einigen vorangegangenen Medienberichten nicht mehr unerwartet. „Er hat eine gute Eins-gegen-Eins-Qualität und einen guten Torabschluss“, begründete Löw seine Entscheidung für den ehemaligen Gladbacher. Ein Comeback des Bremers Max Kruse im DFB-Team wird es trotz starker Leistungen nicht geben.

Im Kader für den Confed-Cup stehen:

Tor


Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Kevin Trapp (Paris St. Germain)

 

Abwehr


Jonas Hector (1. FC Köln), Matthias Ginter (Borussia Dortmund), Joshua Kimmich (Bayern München), Benjamin Henrichs (Bayer Leverkusen), Shkodran Mustafi (FC Arsenal), Antonio Rüdiger (AS Rom), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Niklas Süle (1899 Hoffenheim)

 

Mittelfeld/Angriff



Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Emre Can (FC Liverpool), Kerem Demirbay (1899 Hoffenheim), Diego Demme (RB Leipzig), Leon Goretzka, Max Meyer (beide Schalke 04), Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim), Amin Younes (Ajax Amsterdam), Emre Can (FC Liverpool), Julian Draxler (Paris St. Germain), Leroy Sané (Manchester City), Timo Werner (RB Leipzig), Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach) und Sandro Wagner (1899 Hoffenheim).

Sandro Wagner wurde mit 29 erhört.
Sandro Wagner wurde mit 29 erhört. Foto: dpa

Acht Nationen nehmen an dem Turnier ein Jahr vor der WM-Endrunde in Russland teil. In der Gruppe A spielen WM-Gastgeber Russland, Europameister Portugal sowie Mexiko und Neuseeland. Der Gruppenerste und -zweite ziehen in das Halbfinale ein. Das stark veränderte Löw-Team wird in der Gruppe B zunächst am 19.Juni in Sotschi gegen Australien antreten. Drei Tage später folgt die Partie in Kasan gegen Chile. Am 25. Juni ist wieder in Sotschi Afrikameister Kamerun der Kontrahent.

U21-Coach Stefan Kuntz fehlen am Ende gleich neun potenzielle Stammspieler fehlen im Aufgebot, die stattdessen am Confederations Cup teilnehmen. Angeführt wird das noch 25-köpfige Nachwuchs-Aufgebot, das Kuntz am Mittwoch gemeinsam mit Bundestrainer Joachim Löw in Frankfurt bekanntgab, vom Schalker Max Meyer, dem Bremer Serge Gnabry und Kapitän Maximilian Arnold.

 

Während des Trainingslagers im Juni wird der Kader noch auf 23 Profis reduziert. Im Wolfsburger Yannick Gerhardt und dem Leverkusener Jonathan Tah stehen lediglich zwei weitere Profis mit Erfahrungen im A-Nationalteam im U21-Kader. Komplettiert wird das Aufgebot durch weitere Spieler mit Erfahrung in der U21 und der Bundesliga, etwa den Berliner Niklas Stark, den Gladbacher Mahmoud Dahoud, den Leipziger Davie Selke und die Hoffenheimer Nadiem Amiri und Jeremy Toljan. „Wir haben auch junge Spieler dabei, das ist eine gute Mischung, auf die ich mich sehr freue“, sagte Kuntz. „Wenn man beide Aufgebote sieht: Das ist ein Wahnsinnspotenzial.“

Die U21-EM findet vom 16. bis 30. Juni in Polen statt. Die DFB-Auswahl spielt in der Vorrunde gegen Tschechien (18. Juni), Dänemark (21. Juni) und Italien (24. Juni).

(mit dpa)

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erstellt am 07.Jun.2017 | 09:41 Uhr

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