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Fußball : «Adrion, wer ist das denn?» - Leitner schaut nach vorne

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In der U-21-Nationalmannschaft ist Moritz Leitner das Urgestein. Zehnmal schon trug der Fußballprofi das Trikot von Deutschlands Elite-Nachwuchsmannschaft, so oft wie keiner seiner Teamkollegen.

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erstellt am 20.Aug.2013 | 09:22 Uhr

Weder im Auswahlteam noch in den 42 Bundesliga-Spielen für Borussia Dortmund konnte sich der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler aber richtig durchsetzen - und steht deshalb vor einer womöglich richtungsweisenden Saison. Als Leihgabe an den VfB Stuttgart will Leitner in den kommenden beiden Spielzeiten in der Bundesliga zum Stammspieler werden. Und unter dem neuen Trainer Horst Hrubesch möchte er die verpasste U-21-EM endlich abhaken.

Beim Vorrunden-Aus in Israel war Leitner nicht dabei. Entsprechend schlecht ist Leitners Erinnerung an Hrubeschs Vorgänger Rainer Adrion. «Adrion, wer ist das denn?», antwortet der Achter, wenn er auf seinen Ex-Trainer bei der Nationalmannschaft angesprochen wird. Die Nichtberücksichtigung hat ihn tief getroffen und auch bei Jürgen Klopp für Verwunderung gesorgt. «Rainer Adrion muss eine ziemlich gute Mannschaft haben, dass er ihn nicht mitnimmt», hatte Klopp nach Bekanntgabe des Israel-Kaders gesagt. «Ich hätte ihn mitgenommen. Was Rainer Adrion dazu bewegt hat - da muss man ihn selbst fragen. Der Junge ist tief enttäuscht. Das hat schon richtig eingeschlagen.»

Beim Neuaufbau unter Hrubesch, mit der Qualifikation für die EM 2015 in Tschechien und Olympia 2016 in Rio als Ziel, sieht Leitner für sich jetzt aber wieder gute Chancen. «Vorher gehörte ich zum Stamm. Der Trainer hat genaue Vorstellungen mit mir. Wir werden das besprechen und dann sehen wir weiter», sagt Leitner.

Bevor es in der Qualifikation am 6. September gegen die Färöer Inseln aber um Punkte geht, will Leitner sich in Stuttgart in die Mannschaft gespielt haben. Deshalb ist er schließlich vom Zweiten der Champions League zum Zwölften der vergangenen Bundesliga-Saison gegangen. «Da erwarte ich mir einfach mehr Spielpraxis. Wenn ich weiterkommen will, muss ich mehr spielen. Natürlich will ich mich hier durchsetzen», beschreibt er die Zielsetzung.

Hrubesch begrüßt Leitners Schritt, ebenso wie den Wechsel von Bayern Münchens Emre Can zu Bayer Leverkusen. «Ich halte es für den besten Weg, wenn sich die Jungs Spielpraxis holen, beispielsweise durch Wechsel oder Ausleihen. Beide haben den Wechsel vom Nachwuchs- zum Profibereich geschafft und können sich nun bei ambitionierten Clubs auf hohem Niveau stabilisieren», sagt Hrubesch, der bereits Adrions Vorgänger war und mit der Generation um Manuel Neuer, Mesut Özil und Sami Khedira 2009 den EM-Titel holte.

Ähnliches will er nun auch mit seinem neuen Team erreichen - und setzt dabei insbesondere auf Leitner und Can. «Beide haben eine hervorragende Ausbildung bei großen Clubs durchlaufen. Sie haben beide bereits eine Menge U-21-Erfahrung, dadurch erwarte ich mir, dass sie diese Persönlichkeit auch in unser Team einbringen», sagt Hrubesch. Dass er seine Kicker erst noch richtig kennenlernen muss, ist aber auch offensichtlich. Denn im Gegensatz zu Leitner hat Can erst einen Einsatz bei der U 21 auf dem Konto.

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