Nach Klassenerhalt gönnt sich Willert Auszeit

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02. Juli 2012, 08:05 Uhr

Bereits in der vorletzten Saison, als er einen krisengeschüttelten Verbandsligisten TuS Lübeck 93 übernahm, hatte Nils Willert Bedenken, den angestrebten Klassenerhalt zu schaffen. Der Verlust von sieben suspendierten Spielern wog schwer, aber die Hansestädter schafften es. Auch für die jetzt gerade abgelaufene Spielzeit wollte Willert die Erwartungen nicht allzu hochschrauben. Ein möglicher Abstiegskampf wurde von vornherein eingeplant. Nachdem die Elf vom Stadtteil Marli zur Winterpause bereits über mehr als 20 Punkte auf dem Habenkonto verbuchen konnte, stand es gar nicht so schlecht um den TuS. Doch mit Michael Kreft und Beytullah Bilgen, die beide dem Ruf des FC Dornbreite folgten, gingen gleich zwei Leistungsträger verloren. "Das war für uns alle natürlich nicht einfach", erinnert sich Willert zurück. "Aber auf der anderen Seite fühlen wir uns in unserer Arbeit auch bestätigt, wenn sich unsere Spieler persönlich so weiterentwickeln können."

Der Aderlass machte sich aber bemerkbar, die 93er mussten in den Folgemonaten immer wieder akute Ängste durchleben. Zwischenzeitlich belegte der TuS sogar einen der Abstiegsplätze. Es sah bis kurz vor Saisonschluss danach aus, dass es am letzten Spieltag zum direkten Duell beim ATSV Stockelsdorf kommen könnte. Dass dem entgangen werden konnte, lag an der bewundernswerten Energieleistung, die die Lübecker vor allem in der drittletzten Partie gegen den TSV Bargteheide vollbrachten. Der 2:0-Erfolg war nicht unbedingt eingeplant, bedeutete aber den vorzeitigen Klassenerhalt. Für Willert war es nicht alleine diese Begegnung, die ausschlaggebend für das Erreichte war: "Obwohl wir personell viel zu oft Probleme verzeichnen mussten, haben wir eigentlich gegen jeden Gegner mitgehalten. Es gab nicht eine hohe Niederlage, unsere Abwehr hat funktioniert. Da mussten wir in Kauf nehmen, dass wir vorne nicht zu den durchschlagkräftigsten Teams gehörten. Insgesamt haben wir vom hohen Einsatzwillen gelebt."

Nachdem Willert den TuS Lübeck nun zum zweiten Mal vor dem Abstieg bewahrt hat, wird er sich eine Auszeit gönnen: "Mal einige Monate oder auch ein halbes Jahr Pause, das ist jetzt notwendig. Die letzten anderthalb Jahre gingen doch arg an die Substanz."

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