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Spiel gegen SV Sandhausen : Nach 13.210 Tagen: Holstein Kiel fiebert Zweitliga-Comeback entgegen

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Am Sonntag gastiert der SV Sandhausen im Holstein-Stadion. Und die Störche haben viel vor.

shz.de von
erstellt am 28.Jul.2017 | 12:54 Uhr

Kiel | Als die KSV Holstein Kiel am 30. Mai 1981 gegen Preußen Münster ihr letztes Spiel in der 2. Fußball-Liga bestritt, war Markus Anfang gerade mal sechs. 13.210 Tage später feiern die „Störche“ unter dem inzwischen 43-jährigen Erfolgscoach ihr Comeback im Unterhaus. Gegner im umgebauten und auf ein Fassungsvermögen von derzeit rund 13.000 Besuchern erweiterten Holstein-Stadion ist am Sonntag (15.30 Uhr) der SV Sandhausen. Die Begeisterung rund um den nördlichsten Zweitligisten der Republik ist groß: 4200 Dauerkarten wurden verkauft - Vereinsrekord. Die Anhänger fiebern dem Auftakt entgegen, und auch die Akteure wollen endlich gegen den Ball treten.

„Als kleiner Junge träumt man immer davon, einmal Bundesliga zu spielen“, sagte der gerade in seinem Amt bestätigte Mannschaftsführer Rafael Czichos den „Kieler Nachrichten“. Und der 27 Jahre alte Abwehrchef fügte hinzu: „Der Triumph mit Holstein war mein erster Aufstieg. Und das als Kapitän, das ist ein ziemlich grandioses Gefühl, das mich mit großem Stolz erfüllt.“

Garant des Aufschwungs war Markus Anfang. Als der Ex-Profi am 29. August Karsten Neitzel ablöste, stand Kiel im Tabellenkeller. Man habe einen Coach gesucht, „der uns frisch und unverbraucht dabei hilft, unsere Ziele zu verwirklichen“, betonte Sportchef Ralf Becker bei Anfangs Vorstellung. Gesagt, getan: Bis zum Aufstieg folgten 32 Spiele mit 15 Siegen, 12 Teilerfolgen, aber nur fünf Niederlagen.

Nun gehe es darum, den hohen Standard zu halten, betonte Andreas Köpke. Der Ex-Nationalkeeper und heutige DFB-Torwarttrainer ist ein gebürtiger Kieler und erwartet schlicht und ergreifend den Klassenverbleib. „Man hat 36 Jahre auf die Rückkehr in die 2. Liga gewartet, das darf nicht schon nach einer Saison wieder vorbei sein“, sagte Köpke, der selbst das Holstein-Trikot (1979-1983) getragen hat.

Die Voraussetzungen scheinen günstig. Fast alle Aufstiegs-Helden sind geblieben. Die Ausleihe von St. Pauli-Stürmer Marvin Ducksch, der gegen Saisonende wichtige Tore beisteuerte, konnte verlängert, der Kader sinnvoll ergänzt und damit aufgewertet werden. „Die neue Liga müssen wir mit Demut, aber auch mutig und frech angehen“, gab Mittelfeld-Motor Dominic Peitz als das Motto dieser Spielzeit vor.

Nach der weniger geplanten als geglückten Rückkehr auf die große Fußballbühne, die vor zehn Wochen mehr als 10.000 Anhänger auf dem Rathausmarkt feierten, wurden sogar die Politiker zu „Fans“. So wurde über die Parteigrenzen hinweg im Landtag ein Nachtragshaushalt bereit gestellt, aus dem für das Stadion bis zu sieben Millionen Euro, also rund zwei Drittel der Kosten, vorgesehen sind. Den Rest wollen die Stadt Kiel und der Club mit je rund 1,75 Millionen Euro finanzieren.

Die Erweiterung der Arena und des Flutlichts (1200 Lux Lichtstärke) waren Grundvoraussetzungen für den Erhalt der Zweitliga-Lizenz. Laut DFL-Vorgabe müssen auch 61 Medien-Arbeitsplätze bereit stehen. Zudem wurden Mixed-Zone und Umkleidekabinen modernisiert. Langfristiges Ziel ist dann eine moderne, 25.000 Zuschauer fassende Arena.

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