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DFB-Skandal : Möglicher Niersbach-Nachfolger: Wer ist eigentlich Reinhard Grindel?

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Reinhard Grindel ist bislang Schatzmeister beim DFB. Er hat eine besondere Beziehung nach Hamburg und SH.

shz.de von
erstellt am 12.Nov.2015 | 13:19 Uhr

Frankfurt/Main | Nach dem Rücktritt von Wolfgang Niersbach vor drei Tagen läuft das Rennen um seine Nachfolge als DFB-Präsident. Am Freitag trifft sich in Paris am Rande des Spiels gegen Frankreich die Übergangs-Doppelspitze Rainer Koch und Reinhard Rauball mit Schatzmeister Reinhard Grindel sowie Generalsekretär Helmut Sandrock, um das weitere Vorgehen in der WM-Affäre zu besprechen. Nachdem Koch bekanntgegeben hat, nicht dauerhaft den Chefposten übernehmen zu wollen, gilt Reinhard Grindel als Favorit auf den Posten.

Wer ist Reinhard Grindel?

 

Reinhard Grindel ist ein norddeutscher Jung. Er wurde am 19. September 1961 in Hamburg geboren, machte dort 1981 Abitur und blieb Hamburg auch während seines Jura-Studiums treu.

Grindels Karriere als Journalist: Grindel arbeitete wie Niersbach als Journalist – und zwar als Redakteur für Landespolitik bei Radio Schleswig-Holstein (RSH). 1989 wechselte er nach Bonn, erst als Korrespondet für RSH, später als leitender Redakteur im ZDF. 1997 übernahm Grindel die Leitung des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin. Von 1999 bis 2002 führte er das ZDF-Studio in Brüssel.

Grindel als Politiker: Seit 2002 ist Grindel für die CDU Mitglied des Bundestags. Sein Wahlkreis Rotenburg I – Soltau-Fallingbostel liegt in Niedersachsen. Er engagiert sich vor allem als stellvertretender Vorsitzender im Sportausschuss.

Grindel und der Fußball: Seit 2011 ist Grindel Anti-Korruptionsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes. Im gleichen Jahr wurde er Vize-Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes. Zum DFB-Führungszirkel gehört er seit zwei Jahren. Als Schatzmeister hat er sich in der DFB-Zentrale schnell etabliert. Grindel arbeitet außerdem im Kuratorium der Robert-Enke-Stiftung. Privat hat er früher für den SC Victoria Hamburg gespielt. Sein Lieblingsfilm ist das „Wunder von Bern“, aber weniger weil es ein Fußballfilm sei, sondern mehr eine wunderbare Vater-Sohn-Geschichte, berichtet er auf seiner Homepage. Dort erfährt man auch, dass Grindels aktuelles Lieblingsspiel das Fußball-Managerspiel „Comunio“ ist.

Grindel privat: Der 54-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Urlaub macht er am liebsten in Schleswig-Holstein auf der Insel Föhr.

Grindel selbst hat sich bisher mit Aussagen zu einer Kandidatur zurückgehalten. „Ich konzentriere mich völlig auf die Aufklärungsarbeit der Vorwürfe im Zusammenhang mit der WM 2006 und beteilige mich nicht an Personalspekulationen“, sagte der DFB-Schatzmeister.

Was sagen andere über seine Ambitionen auf den Chefposten beim DFB?

Zuspruch erhielt Grindel von einem Präsidiumskollegen. „Es wundert mich nicht, dass sein Name bei der Suche nach einem Nachfolger für Wolfgang Niersbach schnell fällt. Er ist sehr präsidiabel. Er kennt den DFB jetzt seit einiger Zeit von innen und ist von seiner Persönlichkeit her absolut ein Kandidat“, sagte DFB-Vizepräsident Hans-Dieter Drewitz der „Bild“. Er betonte jedoch: „Wichtig ist aber, dass die Entscheidung nur in Abstimmung mit der Liga getroffen werden kann.“

Eine schnelle öffentliche Festlegung auf Grindel durch die Landesverbände ohne vorherige Absprache dürfte die Ligavertreter brüskieren. Ligapräsident Rauball hatte schon gemahnt, dass Schnellschüsse „nicht sinnvoll“ seien und man die Zeit bis zum turnusmäßigen Bundestag im November 2016 in Erfurt nutzen müsse. Koch hatte erklärt, dass man bis zur Europameisterschaft im Sommer 2016 „vollständig geordnet aufgestellt sein“ wolle.

Möglicherweise wird sich nun schon in der kommenden Woche eine Lösung in der Frage der Niersbach-Nachfolge abzeichnen. Dann tagt das DFB-Präsidium erstmals ohne den zurückgetretenen DFB-Chef. Auch die Landesverbände werden sich nach Angaben des hessischen Verbandschefs Rolf Hocke am Dienstag in Hannover treffen.

Konkret solle darüber diskutiert werden, ob sich die Regional-Organisationen für die Einberufung eines außerordentlichen DFB-Bundestags und eine damit verbundene Präsidentenneuwahl aussprechen. Oder ob mit dem neuen Führungsduo Koch/Reinhard Rauball bis zum Bundestag in einem Jahr gearbeitet werden könne.

 

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