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WM-Quali : Michael Skibbe will trotz WM-Aus Griechenland-Coach bleiben

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Griechenland verpasst schon wieder eine WM. Schweden und Dänemark haben noch Play-Off-Chancen.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2017 | 11:47 Uhr

Athen | Michael Skibbe denkt auch nach der gescheiterten WM-Mission mit Griechenlands Fußballern längst nicht ans Aufgeben. „Ich werde sicher weitermachen. Ich bin sehr froh, Trainer der griechischen Nationalmannschaft zu sein“, sagte Skibbe nach dem 0:0 im Playoff-Rückspiel gegen Kroatien. Nach der 1:4-Pleite im Hinspiel war das Unentschieden viel zu wenig: Die Enttäuschung beim Europameister von 2004 war groß, Skibbe blickt aber nach vorne.

Das Verhältnis mit dem griechischen Fußballverband (EPO-HFF) und den Spielern sei sehr gut, sagte er. Ob sein am 30. November auslaufender Vertrag aber tatsächlich verlängert wird, entscheidet der Verband. „Wir müssen richtig planen, um wieder Erfolge zu erzielen“, meinte die Athener Sportzeitung „SportDay“. Und dies müsse jetzt geschehen: „Die Zukunft kann nicht warten“, titelte das Blatt. Nach zuletzt zwei WM-Teilnahmen verpassen die Griechen mit dem Turnier in Russland im kommenden Jahr erstmals wieder eine Weltmeisterschaft.

Sportpresse hadert mit Skibbe

Skibbe betonte, dass die Griechen während seiner Amtszeit wieder eine Mannschaft geworden seien, die mit Leidenschaft spiele. Tatsächlich hatte sich der Europameister von 2004 nach der verpassten Qualifikation für die EM 2016 unter Skibbe wieder gesteigert. Dennoch haderte die griechische Sportpresse nach dem WM-Aus mit dem deutschen Coach. Er habe beim entscheidenden Playoff-Spiel in Zagreb zu große Fehler bei der Aufstellung der Mannschaft gemacht. Innenverteidiger Sokratis Papastathopoulos von Borussia Dortmund betonte dagegen wiederholt, die Fehler hätten die Spieler gemacht. Die griechischen Fans zeigten sich trotz des Ausscheidens zufrieden. Nach dem Ende des Spiels gegen Kroatien gab es starken Beifall in der Arena Georgios Karaiskakis von Piräus.    

Skibbe erinnerte anschließend an das „ewige“ Problem des griechischen Fußballs. Zwar sei die Abwehr um Sokratis sehr gut. Im kreativen Bereich aber gebe es gewaltige Probleme. Und ausgerechnet beim ersten Playoff-Spiel in Zagreb hatte die Verteidigung einen ihrer schlechtesten Tage. Nach dem 1:4 in Kroatien war es praktisch unmöglich für die Griechen, in Piräus drei Tore zu schießen. Es gibt nur den Mittelstürmer Kostas Mitroglou (Olympique Marseille), der regelmäßig Torgefahr ausstrahlt. In der heimischen Liga kommen die treffsichersten Stürmer fast alle aus dem Ausland. „Wir müssen für den Nachwuchs sorgen“, sagte Skibbe daher.

Zunächst aber überwog bei den stolzen Griechen die Enttäuschung. „Die Reise zur WM ist in Zagreb verloren gegangen“, titelte die Athener Sportzeitung „SporTime“. Kroatien war besser, und es sei gerechtfertigt, dass die Mannschaft nach Russland fahre, hieß es weiter. Ob Skibbe künftig dabei helfen darf, dass auch die Griechen mal wieder zu einem großen Turnier fahren, bleibt abzuwarten. 

Nordiren raus, Schweiz weiter

Die Kroaten qualifizierten sich mit dem Spiel als nunmehr 28. von 32 Teams für die WM-Endrunde 2018 in Russland. Sogar ein Sieg wäre möglich gewesen. Der frühere Bundesligaprofi Ivan Perisic, einer der Torschützen im Hinspiel, traf in der 43. Minute nur den Pfosten. Eine ganz starke Vorstellung lieferte Kapitän Luka Modric, bei Real Madrid Teamkollege von Toni Kroos, als Regisseur im Mittelfeld.

Auch die Schweizer „Nati“ fährt zum vierten Mal in Serie zur Fußball-Weltmeisterschaft. Drei Tage nach dem glücklichen 1:0 gegen Nordirland reichte auch den Eidgenossen in Basel ein torloses Remis. In dem kampfbetonten Playoff-Duell bei Dauerregen und auf tiefem Rasen waren die Schweizer die technisch bessere und offensivere Mannschaft. Die Nordiren blieben bei ihren Kontern allerdings bis zum Schluss gefährlich. So musste Hinspiel-Torschütze Ricardo Rodriguez in der Nachspielzeit bei einem Kopfball von Jonathan Evans auf der Linie retten. Nach dem Nervenspiel lobte Trainer Vladimir Petkovic seine Mannschaft: „Ich bin stolz auf sie und auf das, was wir geleistet haben.“

Die Nordiren begannen im St. Jakob-Park selbstbewusst und stürmisch - doch dann übernahm die „Nati“ das Kommando. Die Schweizer, wie im Hinspiel mit den Bundesligaprofis Yann Sommer, Denis Zakaria (beide Mönchengladbach) und dem Hoffenheimer Steven Zuber in der Startelf, erarbeitete sich mehr und bessere Chancen. Doch Nordirlands Keeper Michael McGovern hielt das 0:0 mit vielen starken Paraden fest.

Conor Washington hatte sogar die Riesenchance, die Gäste in Führung zu bringen und zumindest die Verlängerung zu erzwingen: Nur um Zentimeter segelte der Kopfball des Mittelstürmers am langen Pfosten vorbei (54.). Seit der Endrunde 1986 in Mexiko haben sich die Nordiren nicht mehr für eine WM qualifiziert.

Diese Teams haben sich bisher qualifiziert:

Afrika 5 feste WM-Plätze Nigeria, Ägypten, Senegal, Marokko, Tunesien
Asien 4 feste Plätze Iran, Japan, Südkorea, Saudi-Arabien
Europa 14 feste Plätze Deutschland, Belgien, England, Spanien, Polen, Serbien, Island, Frankreich, Portugal, Schweiz, Kroatien, Russland (Gastgeber)
Nord-, Mittelamerika, Karibik 3 feste Plätze Mexiko, Costa Rica, Panama
Südamerika 4 feste Plätze Brasilien, Uruguay, Argentinien, Kolumbien

 

Diese Teams haben noch eine Chance in den Play-Offs

In den Play-Offs trifft in Europa:

Montag, 13. November: Italien - Schweden (20.45 Uhr)
Dienstag, 14. November: Irland - Dänemark (20.45 Uhr)

In den anderen Kontinentalverbänden:

Mittwoch, 15. November: Australien als Vertreter Asiens auf Honduras gegen den Vertreter aus Nord-/Mittelamerika/Karibik (10 Uhr MEZ)
Donnerstag, 16. November: Peru als Vertreter aus Südamerika auf Neuseeland als Vertreter aus Ozeanien (3.15 Uhr MEZ)

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