Hamburger Fußball-Verband : Nach Attacken auf Referee: Drastische Strafen für drei Amateur-Fußballer

In der Partie SV Rot-Weiß Wilhelmsburg gegen SV Vorwärts 93 Ost wurde der Schiri nach einer Entscheidung angegriffen.

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29. März 2017, 11:17 Uhr

Hamburg | Das Sportgericht des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV) hat drei Hamburger Amateurspieler wegen Attacken auf einen Schiedsrichter für lange Zeit gesperrt. Ein Akteur des Kreisligisten SV Rot-Weiß Wilhelmsburg wurde für zweieinhalb Jahre suspendiert, einer seiner Teamkollegen darf ein Jahr nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen. Ein als Zuschauer anwesender Spieler vom Bezirksligisten Zonguldakspor, der sich an den Angriffen beteiligt hatte, wurde für 15 Monate gesperrt.

„Schiedsrichterentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen“: Dieser Spruch gehört auf vielen Plätzen offenbar der Vergangenheit an. Es wird diskutiert, gepöbelt oder sogar geprügelt. Immer wieder kommt es zu unsportlichem Verhalten gegenüber der Referees durch Spieler, Trainer oder Zuschauer. Wegen ständiger Anfeindungen auf dem Platz erwägten Hamburgs Amateur-Schiedsrichter 2016 sogar einen Boykott.

Das Trio hatte am 21. März in der Partie der Wilhelmsburger gegen den SV Vorwärts 93 Ost den Unparteiischen mit Tritten und Schlägen wegen einer umstrittenen Entscheidung traktiert.

Rot-Weiß Wilhelmsburg wurde zudem eine Geldbuße von 750 Euro wegen des fehlenden Ordnungsdienstes auferlegt. Das Spiel ist bereits mit 3:0 für Vorwärts 93 Ost gewertet worden. „Wir verurteilen die Angriffe scharf. Strenge Strafen sind notwendig“, sagte ein Sprecher des Verbandes am Mittwoch.

Offen ist die Wertung der Partie der Wilhelmsburger gegen die Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft (HNT). Denn das Punktspiel war unmittelbar nach den Vorfällen abgesetzt worden. Der Spielausschuss muss nun entscheiden, ob das Match neu angesetzt oder ebenfalls mit 3:0 für den Gegner gewertet wird.

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