Kiels Peitz pestet gegen Wolfsburg : Mega-Prämie für Labbadia? Zukunft trotz Rettung offen

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Bruno Labbadia soll eine hohe Prämie für den Klassenerhalt bekommen.

Labbadia kassiert für den VfL-Klassenerhalt offenbar eine hohe Prämie. Vom Relegationsgegner Kiel kommt derweil Kritik.

shz.de von
22. Mai 2018, 11:17 Uhr

Hamburg | 13 Spiele lang ist Bruno Labbadia Trainer des VfL Wolfsburg, holte seit seiner Verpflichtung lediglich 1,15 Zähler pro Partie – so wenig wie bei keiner seiner Trainerstationen zuvor. Doch mit den zwei Siegen in der Relegation gegen Holstein Kiel hat der 52-Jährige sowohl sein Punkte-Konto als auch das eigene ordentlich aufgestockt: Rund 800.000 Euro soll er einem Bericht der „Bild-Zeitung“ zufolge als Prämie für den Klassenerhalt bekommen.

Trotz Rettung: Ungewisse Zukunft für Labbadia

Trotz der Rettung und seiner vermeintlichen Mega-Prämie ist die Zukunft des Trainers beim VfL indes ungewiss. Sein Vertrag läuft noch bis Juni 2019, doch er enthält eine Option, durch die der Club die Zusammenarbeit vorzeitig beenden kann. Er selbst scheint weiter machen zu wollen. Im Eurosport-Interview nach dem Spiel sagte er: „Jetzt fängt die Arbeit an. Wir werden jetzt zwei Tage runterfahren und dann in die Planungen gehen.“ Seine Zukunft dürfte auch von der Besetzung des Sportdirektor-Postens bei den Niedersachsen abhängen – Jörg Schmadtke ist aktuell heißester Kandidat auf die Nachfolge von Olaf Rebbe.

Peitz pestet: „Mit der Idee gescheitert, ein Team zusammenzustellen“

Die mögliche Labbadia-Prämie umfasst finanzielle Dimensionen, von denen man beim Reli-Gegner in Kiel nur träumen kann – entsprechende Sticheleien in Richtung der Niedersachsen gab es von Holstein-Seite. Mittelfeldspieler Dominic Peitz fand nach dem Abpfiff klare Worte gegen die vermeintlichen Besser-Verdiener des Bundesligisten: „Wir sind nicht gescheitert, gescheitert ist der VfL Wolfsburg mit seiner Idee, ein Team zusammenzustellen. Sie haben eine katastrophale Saison gespielt. Die bringen einmal im Jahr Leistung. Vielleicht zählen sie sonst ihr Geld.“

Auch seinem Unmut über den Modus der Relegation fasste der 33-Jährige am Montagabend in Worte: „Es ist zweifelhaft, wenn der Bundesligist einen Rettungsring zugeworfen bekommt und man den Dritten der 2. Liga im deutschen Fußball sein Märchen nicht fortführen lässt.“

Bundesliga setzte sich häufiger durch

Die Statistik spricht für Peitz: In der Saison 2008/2009 wurde die Relegation wieder in der Bundesliga eingeführt. Seither haben lediglich zwei Mal die unterklassigen Teams das Duell nach der Saison für sich entscheiden können. 2009 gewann der damalige Zweitligist 1. FC Nürnberg gegen den 16. der Bundesliga, Energie Cottbus. 2012 setzte sich Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC durch.

Den wirtschaftlichen Unterschied zwischen Holstein und dem VfL verdeutlicht zudem ein Blick auf die nackten Zahlen: Der Marktwert des Wölfe-Kaders liegt laut Transfermarkt.de bei 142 Millionen Euro, jener Holsteins bringt es auf zirka 14 Millionen Euro. Vor der Saison wechselte der Herthaner John-Anthony Brooks für zirka 17 Millionen Euro zu den Wölfen, während die Kieler für ihre gesamten Zugängen nicht einen Euro ausgaben. Der Zweitliga-Aufsteiger war in Sachen Kaderplanung vielmehr gezwungen, größtenteils auf Leihspieler zu setzen. 

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