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Neues vom HSV : Mathenia im Tor, Demo gegen DFB und Verhandlungen mit Lasogga

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HSV-Fans wollen vor dem Pokalspiel demonstrieren. Außerdem könnte Lasogga zum englischen Verein Leeds United wechseln.

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2017 | 14:48 Uhr

Hamburg | Vor dem Pflichtspiel-Debüt in Osnabrück hat sich HSV-Trainer Markus Gisdol in der Torwartfrage auf Christian Mathenia als Nummer eins festgelegt. „Ich habe am Donnerstag mit beiden Jungs gesprochen. Mathenia wird am Sonntag im Tor stehen und als Nummer eins in die Saison gehen“, erklärte der Coach des Hamburger SV am Freitag in der Hansestadt. Damit ist der vom 1. FC Kaiserslautern geholte U 21-Europameister Julian Pollersbeck zunächst Stellvertreter Mathenias, der in der vergangenen Saison bereits den - inzwischen zum FSV Mainz 05 gewechselten - René Adler mehrmals gut vertreten hatte.

Im DFB-Pokalspiel in Osnabrück muss Gisdol auf Pierre-Michael Lasogga, Albin Ekdal, Filip Kostic und Bjarne Thoelke (alle verletzt) verzichten. „Große Fortschritte“ mache Luca Waldschmidt, berichtete der HSV-Coach, der von einer großen Gegenwehr des Drittligisten ausgeht. „Wir werden das Spiel wie ein Bundesliga-Spiel angehen und wollen natürlich weiterkommen. Ich erwarte einen Hexenkessel.“

Kühne über HSV-Finanzen

HSV-Hauptinvestor Klaus-Michael Kühne hat sich zu den deutlichen Worten des Ex-Vorstandschefs Carl Edgar Jarchow zum Zustand des HSV geäußert. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt konterte er die Vorwürfen und sprach über Finanzen und Transfers.

Laut Kühne hätten Jarchow und auch Ex-Aufsichtsratschef Otto Rieckhoff zu Recht die bisher höchst unbefriedigend verlaufende sportliche und finanzielle Entwicklung der HSV Fußball AG beanstandet. Allerdings kommt Kühne bei der Suche nach den Ursachen zu einem anderen Ergebnis. So betont er, dass sowohl Jarchow als auch Rieckhoff vor der Ausgliederung führende Positionen beim HSV inne gehabt hätten und somit zu jenem Zeitpunkt für die Leistungen des Vereins im Allgemeinen und die finanzielle Situation im Besonderen verantwortlich gewesen wären.

Laut Kühne hätten Vorstand und Aufsichtsrat es trotz seines Aktienerwerbs und dem anderer Investoren leider nicht geschafft, die Finanzen zu ordnen und zu stabilisieren. „Bei den Transfers hatte das Management des HSV nicht immer eine glückliche Hand, es wurde zumeist sehr teuer eingekauft“, so Kühne in dem Interview.

Perspektivisch erhofft sich Kühne, dass durch die Einkäufe, die mit seiner Unterstützung getätigt wurden, eine allmähliche sportliche Verbesserung einher geht und der ewige Abstiegskampf ein Ende hat.

Jarchow hatte zuvor betont, dass er die Entwicklung beim HSV seit der Ausgliederung der Lizenzabteilung im Jahr 2014 überaus kritisch sehe. „Der HSV wollte Schulden abbauen, einen strategischen Partner finden und eine neue Mannschaft bauen. Tatsächlich sind die Schulden gestiegen, manche sagen dramatisch. Sportlich haben wir drei Jahre gegen den Abstieg gespielt. Unter den jetzigen Gegebenheiten wird der HSV niemals einen strategischen Partner finden“, monierte Jarchow in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt.

Zudem forderte er mehr Unabhängigkeit von Kühne. „Für mich ist ein Investor jemand, der zu bestimmten Bedingungen sein Geld zur Verfügung stellt oder sich beteiligt, aber keinen Einfluss auf das operative Geschäft nimmt.“ Jarchow rät Kühne, „sich eine andere Person als (Ex-Aufsichtsratschef) Karl Gernandt zu suchen“, den der Milliardär als Vertrauten beim HSV eingesetzt hatte.

Demonstration gegen DFB und DFL vor Pokalspiel am Sonntag

Der „Förderkreis Nordtribüne“ ruft am Sonntag im Vorfeld des DFB-Pokalspiels zwischen dem VfL Osnabrück und dem HSV zu einer Demo unter dem Motto „Freiheit für Fans“ auf.

In einer Erklärung dazu heißt es: „Der DFB und die DFL treiben eine Entwicklung voran, in der aalglatte und reibungslose Abläufe der Spieltage für Marketingzwecke und damit Geldeinnahmen immer wichtiger werden. (...) Die Fan-Szenen sind derzeit in diesem Zirkus noch als Klatsch-Affen geduldet, die das Produkt stimmungsvoll untermalen dürfen. Als kritisches, selbstbewusstes und mündiges Element sind die Fans dagegen nicht gewünscht.“

„Förderkreis Nordtribüne“ ist eine Gruppierung von Anhängern des HSV, die sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst viele Fans an der Mitgestaltung der Nordtribüne – dem Fanblock der HSV-Fans – teilhaben zu lassen. Sie soll aus der Ultragruppe „Poptown“ entstanden sein.

Beginnen soll die Demonstration am Sonntag vor dem Pokalspiel um 11 Uhr. Der genaue Ort soll noch bekannt gegeben werden. Die Teilnehmer werden aufgerufen, im blauen Oberteil und schwarzer Hose gekleidet zu kommen.

Stürmer Pierre-Michel Lasogga verhandelt mit Leeds United über Wechsel nach England

<p>Lasogga sitzt auf der Spielerbank. Er ist aktuell nur noch Stürmer Nummer fünf.</p>

Lasogga sitzt auf der Spielerbank. Er ist aktuell nur noch Stürmer Nummer fünf.

Foto: dpa
 

Pierre-Michel Lasogga steht möglicherweise vor einem Wechsel in das Fußball-Mutterland. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge verhandelt der auf das Abstellgleis geratene HSV-Stürmer mit dem englischen Zweitligisten Leeds United über einen Transfer. „Wir prüfen alle Optionen und werden eine Entscheidung treffen“, sagte Lasoggas Berater Didier Frenay dem Hamburger Abendblatt. Damit gab er zu verstehen, dass der 25-Jährige sich neu orientiert.

Bekannt ist, dass der klamme Hamburger SV den Großverdiener gerne los werden würde. Denn der einstige Retter, der den HSV in der Saison 2013/14 mit 13 Toren und dem entscheidenden Treffer im Relegationsspiel bei Greuther Fürth (0:0/1:1) vor dem Abstieg aus der Bundesliga bewahrte, ist hinter Bobby Wood, Sven Schipplock, Luca Waldschmidt und dem Youngster Fiete Arp aktuell nur noch Stürmer Nummer fünf. Zudem ist er derzeit an der Wade verletzt.

Knackpunkt eines möglichen Deals dürfte das Geld sein. Der im Sommer 2014 für 8,5 Millionen Euro Ablöse von Hertha BSC verpflichtete Stürmer ist einer der Top-Verdiener im HSV-Kader. Laut Abendblatt würden ihm bis zum Vertragsende im Jahr 2019 noch 6,8 Millionen Euro an Gehalt zustehen. Dem Vernehmen nach könnte ein Wechsel auf die Insel klappen, wenn der HSV einen Teil der Gage übernähme.

(mit dpa)

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