Reaktionen zur Wahl 2014 : Manuel Neuer ist „Weltfußballer der Herzen“

Der Weltfußballer des Jahres 2014 heißt Ronaldo. Aber nicht nur für Bastian Schweinsteiger ist Neuer die Nummer eins.

shz.de von
13. Januar 2015, 12:28 Uhr

Ein wenig verschnupft flog Manuel Neuer ins Trainingslager des FC Bayern nach Katar zurück, aber das lag nicht an der verpassten Krönung zum Weltfußballer. Eine Erkältung quälte den Weltmeister, der im Gegensatz zu Vereinskollege Franck Ribéry ein Jahr zuvor die FIFA-Gala ganz und gar nicht verbittert verlassen hatte. Der 28 Jahre alte Nationaltorhüter fühlte sich keineswegs als Verlierer am deutschen Jubel-Abend in Zürich. Bei Twitter schrieb er:

„Für mich ist es ein voller Erfolg“, sagte Neuer am Montagabend mit angegriffener Stimme: „Ich habe ein fantastisches Jahr 2014 erlebt!“ Sein Kommentar zur Wahl Ronaldos: „Das passt schon.“ Und er verriet: „Ich hatte keine Rede vorbereitet. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich sagen soll, wenn ich da oben bin.“ Selbst die Tatsache, dass es für ihn knapp hinter Lionel Messi sogar nur zum dritten Platz gelangt hatte, konnte Neuer nicht nachhaltig verärgern: „Das ist egal. Es ist ja kein Unbekannter, der Nummer zwei ist. Das sind Weltmarken, Cristiano Ronaldo und Lionel Messi.“

Neuer war für viele der Nationaltrainer, Kapitäne und Journalisten, die abstimmen durften, mehr eine spektakuläre WM-Erscheinung im deutschen Weltmeister-Kollektiv. Ronaldo und Messi dagegen sind Einzelkönner, noch dazu Torjäger, nicht Torverhinderer. „Es ist immer spektakulärer, wenn man Tore schießt. Diese Szenen gehen um die ganze Welt, nicht Torhüter-Paraden“, urteilte Trainer-Ruheständler Ottmar Hitzfeld. „In fernen Ländern wird nicht so viel Bundesliga geschaut“, gab Bayern-Kapitän Philipp Lahm zu bedenken.

Auch Joachim Löw war nur „ein bisschen enttäuscht“, dass es in der wichtigsten Kategorie nicht zum deutschen Sieg gereicht hatte. Er selbst wurde als Welttrainer ausgezeichnet, Nadine Keßler vom VfL Wolfsburg als Weltfußballerin und Wolfsburgs Coach Ralf Kellermann als Welttrainer im Frauenfußball.

Beim großen Finale gehörte die Bühne aber wieder Ronaldo. Der Champions-League-Sieger von Real Madrid kostete den dritten Gewinn des Goldenen Balles nach 2008 und 2013 in der Pose des exzentrischen Superstars aus. Mit einem lauten „Uuuuh“-Ruf brachte der 29-Jährige seine Freude zum Ausdruck.

Und der Portugiese verkündete am Montagabend ein ganz und gar nicht bescheidenes Ziel: „Ich will als Bester in die Geschichte eingehen.“

Sowohl Bundestrainer Joachim Löw als auch Nationalmannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger stimmten bei der Wahl zum Weltfußballer für Manuel Neuer. Löw setzte bei seinem Votum Philipp Lahm und Schweinsteiger auf die Plätze zwei und drei, Schweinsteiger stimmte neben Neuer für Lahm und Thomas Müller. Unterstützung erhielt Neuer auch von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann (USA), dem langjährigen Bundesliga-Coach Winfried Schäfer (Jamaika) und Singapur-Trainer Bernd Stange, die ebenfalls Neuer auf Platz eins setzten. Der frühere DFB-Coach Ulli Stielike, der inzwischen Südkorea betreut, wählte dagegen Cristiano Ronaldo auf Platz eins. Für Kameruns Nationaltrainer Volker Finke war Arjen Robben der beste Fußballer in 2014.

Bei Twitter meldete sich neben Schweinsteiger auch Weltmeister Benedikt Höwedes zu Wort – ebenso wie Ex-Profi Hans Sarpei:

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen