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Luiz Gustavo will «heiklen Situation» bei Pep entfliehen

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erstellt am 14.Aug.2013 | 12:55 Uhr

München (dpa) - Vor zweieinhalb Jahren war er dem FC Bayern sogar mehr Geld wert als einst Luca Toni - jetzt aber zeichnet sich Luiz Gustavos Abschied aus München ab.

Wenige Wochen vor dem Ende der Transferfrist spricht alles für einen Wechsel des Brasilianers, der beim Triple-Sieger unter Trainer Pep Guardiola keine Einsatzchancen mehr sieht. Die Ansage des 26-Jährigen ist unmissverständlich: «Ich bin bei den Bayern zurzeit in einer sehr heiklen Situation. Ich habe persönliche und berufliche Gründe, weggehen zu wollen», sagte er kurz vor dem Testspiel seiner brasilianischen Nationalelf in der Schweiz.

Interessenten gibt es reichlich für den filigranen Taktgeber im besten Fußballeralter, der im Januar 2011 für 17 Millionen Euro von 1899 Hoffenheim gekommen war. Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge berichtete zuletzt von Angeboten aus ganz Europa und zählte neben Deutschland auch Spanien, England und Russland auf. Aus der Bundesliga umwirbt der VfL Wolfsburg den Brasilianer schon seit Wochen; zuletzt war auch über einen Transfer ins Ausland spekuliert worden: Der FC Arsenal, Dynamo Moskau, der SSC Neapel und sogar der FC Barcelona gelten nach Medienberichten als Interessenten.

Der Spieler selbst aber habe sich «noch nicht entschieden», sagte Rummenigge jüngst - und offenbarte damit zugleich, dass der Rekordmeister sich längst mit Luiz Gustavos Abschied arrangiert hat.

Spätestens nach dem Neueinkauf von Guardiolas Wunschspieler Thiago verfügen die Münchner über ein Überangebot im defensiven Mittelfeld, das in der Saison eher Unruhe als Geschlossenheit heraufbeschwören könnte. Neben dem 25-Millionen-Neueinkauf vom FC Barcelona und Luiz Gustavo stehen Guardiola in Bastian Schweinsteiger und Javi Martínez auch noch zwei weitere Weltklassekicker für die Sechser-Position zur Verfügung. Und das, obwohl der Taktiktüftler ein 4-1-4-1-System bevorzugt, in dem elementar nur noch ein Abräumer vorgesehen ist.

Luiz Gustavo spürt, dass er - anders noch als unter Guardiolas Vorgänger Jupp Heynckes - nicht mehr gefragt ist. Nach seinem verlängerten Confed-Cup-Urlaub verpasste er einen Großteil der Vorbereitung, danach gönnte der neue Startrainer dem stolzen Brasilianer nur einen einzigen Testspieleinsatz. Im Pokal gegen den Amateurclub Rehden gehörte Luiz Gustavo genauso wenig zum 18er-Aufgebot der Bayern wie zum Bundesligastart gegen Gladbach.

«Es gibt nicht viel zu reden», kommentierte Gustavo sein eher unterkühltes Verhältnis zu Guardiola. «Wir sprechen ab und zu mal miteinander, aber nichts Besonderes. Mehr über persönliche als über berufliche Sachen.» Dabei ist ihm momentan vor allem Spielpraxis wichtig: In einem Jahr steht für die Brasilianer die Heim-WM an - und Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari hat schon angekündigt, nur mit Profis zu planen, die auch Stammspieler bei ihren Clubs sind.

«Für mich ist es sehr wichtig zu spielen, damit ich weiterhin in die Nationalelf berufen werde», betonte Luiz Gustavo. Gehen alle Transferverhandlungen schief, bleibt ihm als Trost nur noch der millionenschwere Vertrag bei den Bayern. Bis zum Sommer 2015 ist der Mittelfeldprofi eigentlich noch an die Münchner gebunden. Mit einem Platz im WM-Kader dürfte es dann allerdings schwer werden.

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