Lübeck bestätigt guten Trainingseindruck

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24. Januar 2011, 08:05 Uhr

Den guten Trainingseindruck der letzten Tage bestätigte der VfB Lübeck im ersten Testspiel in der Türkei. Gegen die zweite Mannschaft von Spartak Moskau, überwiegend mit Spielern zwischen 17 und 21 Jahren bestückt, gab es einen verdienten 1:0 (0:0)-Erfolg. Auf dem mit einem kleinen Stadion ausgestatteten Gelände des "Titanic Resorts" in Lara, in dem neben den Moskauern auch VfB-Konkurrent RB Leipzig logiert, stellten die Lübecker über weite Strecken das bessere Team.

"Das war ein guter Test, was die spielerischen und taktischen Dinge anbetrifft, auch vom Tempo her", bestätigte Co-Trainer Ingo Popp. "Nur im körperlichen Bereich hätte es besser sein können."

Dabei spielte der VfB-Coach auf die eher schmächtigen Moskauer und vor allem die extrem kleinliche Regelauslegung des russischen Unparteiischen an, der intensive Zweikämpfe viel zu früh unterband.

Besonders in den ersten 25 Minuten legten die Lübecker ein enormes Tempo vor. Verlorene Bälle wurden meist umgehend zurückerkämpft, Spartak so in die eigene Hälfte gedrängt. "Gegen den Ball hat die Mannschaft hervorragend gespielt", befand auch Popp, der Schwächen vor allem im eigenen Offensivspiel ausmachte. "Wir haben noch mit zu vielen Kontakten gespielt", erklärte er.

Die Folge war, dass trotz der optischen Überlegenheit nur wenig Tormöglichkeiten heraussprangen. Außer Rolf Landerl spielte kaum ein Lübecker mal den riskanten Pass in die Tiefe. So blieb ein Schuss von Philipp Röhr (14.) die gefährlichste Torszene. Auf der anderen Seite hatten die Russen bei ihren Kontern noch weniger Möglichkeiten, bekamen jedoch nach einem Foul des ansonsten bärenstarken Dennis Wehrendt einen Elfmeter zugesprochen. Den nicht unplatzierten Schuss entschärfte Nourreddine Semghoun jedoch mit einer Glanzparade und sorgte dafür, dass auch der Nachschuss nicht im Tor landete (30.).

Im zweiten Abschnitt gelang Bastian Henning die schnelle Führung, als er nach einer Vorlage von Neuzugang Marcus Steinwarth mit dem Rückenzum Tor stehend in klassischer Torjägermanier aus fünf Metern einschoss (51.). Auch bedingt durch zahlreiche Wechsel auf beiden Seiten und Landerls Ausscheiden, der nach einem Foul umknickte und vermutlich einen Bänderriss im Sprunggelenk erlitt, verlor das Spiel etwas an Niveau. Der VfB blieb leicht überlegen, doch auch Testspieler Denis Grgic im VfB-Tor konnte sich bei zwei Chancen der Russen auszeichnen. Für die Lübecker vergab Henning kurz vor Schluss einen höheren Sieg, als er am gut reagierenden Spartak-Schlussmann scheiterte. Zu diesem Zeitpunkt war der VfB bereits in Unterzahl, nachdem der 17-jährige Tarik Cosgun nach zwei übermotivierten Attacken zu Recht Gelb-Rot gesehen hatte (83.).

Die Lübecker hatten in Wehrendt ihren stärksten Akteur, der mit meist fairer Aggressivität im Zweikampf dem Gegner den Schneid abkaufte und in dieser Form auf dem besten Weg ist, einen Stammplatz zurückzuerkämpfen. "Er hat seine starken Trainingsleistungen bestätigt", meinte auch Popp. "Aber genau das hatte ich auch von ihm gefordert." Doch auch die meisten anderen VfB- Akteure lieferten eine gute Vorstellung ab. Die Neuzugänge Kevin Kluk und Steinwarth boten solide Leistungen. Kluk war als Innenverteidiger zur Stelle, wenn er gefordert war. Steinwarth ließ auf der linken Abwehrseite wenig zu. Beide müssen jedoch noch zulegen, was das Tempo betrifft.

VfB Lübeck: Semghoun (46. Grgic) - Siedschlag (46. Schreiber), Gebers (70. Ulaga), Kluk (70. Hinkelmann), Hohnstedt (46. Steinwarth) - Röhr (70. Cosgun), Wehrendt - Landerl (55. Meyer), Cornelius (46. Senger) - Richter (46. Zekiri), Duspara (46. Henning).

Tor: 1:0 Henning (51.).

Gelb-Rote Karte: Cosgun (83., wiederholtes Foulspiel).

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