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Neues vom HSV : Kühne will HSV erneut Geld geben, Bakery Jatta erzählt von seiner Flucht

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Die Meisterschaft ist zwar entschieden. Doch die Planungen für die nächste Saison laufen bereits.

Hamburg | Investor Klaus-Michael Kühne ist bereit, den Hamburger SV bei Spielerkäufen weiter finanziell zu unterstützen. „Ich habe Herrn Gisdol und Finanzchef Wettstein mitgeteilt: Jawoll, wenn überzeugende Vorschläge kommen, würde ich noch mal helfen“, sagte Kühne im Interview des „Hamburger Abendblatts“. „Gisdol muss jetzt sagen, was er braucht, und Todt muss sich bemühen, fündig zu werden.“ Sein Herz gehöre dem Verein, betonte der Unternehmer, der am Freitag 80 Jahre alt wird.

Kühne, der in der vergangenen Saison mehr als 30 Millionen Euro für Transfers bereitgestellt haben soll, meinte aber auch: „Die Anstrengungen, den Kader zu verstärken, waren selten von Erfolg gekrönt.“ Namhafte Profis seien diesmal nicht zu erwarten. „Welcher ehrgeizige Topspieler will derzeit zum HSV kommen? Die müssen Sie schon mit der Kneifzange holen.“ Das sei „vielleicht auch der falsche Weg. Ich kann ja nicht auch noch die laufenden Gehälter bezahlen, das muss der Verein schon selbst stemmen“, sagte der Milliardär.

Er habe, beteuerte Kühne, nie durchgesetzt, einen bestimmten Spieler zu holen. „Das will ich auch gar nicht. Ich bin doch nicht so vermessen zu glauben, dass ich es besser weiß als die Experten.“ Der Logistik-Unternehmer und HSV-Anteilseigner versicherte: „Nein, ich will kein zweiter Abramowitsch werden.“

Kühne lobte den HSV-Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen, weil er Ruhe in den Verein gebracht habe. Er sei der „Exponent einer Sparpolitik“. Aber er sieht in dem 68-Jährigen „eine Übergangslösung“.

Kühne erzählt im Interview außerdem, dass auch Werder Bremen vor einigen Jahren nach Geld gefragt hatte. Schließlich kommt sein Vater und somit auch ihre Firma aus der Stadt an der Weser. Kühne lehnte ab: „denen habe ich gesagt: Sorry, aber ich bin Hamburger.“

Bakery Jatta über seine Flucht

In einem Interview mit der Bild-Zeitung sprach der 18-jährige Bakery Jatta, der 2015 als Flüchtling nach Deutschland kam, über seine Flucht und seine eindrucksvolle Geschichte seit seiner Ankunft in Deutschland.

Jatta wuchs in Gambia ohne Eltern auf, „ganz auf mich alleine gestellt und mit Angst vor der Ungewissheit“. Im Sommer 2015 flüchtete er, über 6000 Kilometer durch die Wüste und über das Meer. Schließlich kam er mit seinen 17 Jahren in Bremen an, wo er in einem Flüchtlingsheim untergebracht wurde. Hier erkannte man sein Talent und so absolvierte er bald Probetrainings bei Werders U19-Mannschaft und den HSV-Profis. Im Januar 2016, ein halbes Jahr nach der Flucht, unterschrieb Jatta in Hamburg einen Vertrag über drei Jahre.

Dabei kam der mittlweile 18-Jährige gar nicht wegen des Fußballs nach Deutschland. „Ich hatte in Gambia nichts, was mich noch dort gehalten hätte. Ich hatte einfach nur den Traum von einem besseren Leben, von einer fairen Chance auf eine gute Zukunft", sagte er. „Von Touristen in Afrika hatte ich gehört, wie gut es den Menschen in Deutschland geht. Welche Möglichkeiten es gibt, sich zu bilden. Das war mein Antrieb. Ich bin ursprünglich nicht hergekommen, um Fußball zu spielen.“

Abseits des Platzes möchte Jatta bald perfekt Deutsch sprechen können, seinen Führerschein machen und Menschen helfen, die ein ähnliches Schicksal teilen wie er.

Im April debütierte Jatta im Nordderby gegen Werder Bremen in der Bundesliga. Mittlerweile kommt er bereits auf sechs Bundesligaeinsätze. Bei der Saison-Abschlusstour des HSV spielte er beim Freundschaftsspiel gegen den Kreisligisten TSV Büsum. Hier konnte er mit fünf Toren zum 19:1-Sieg (10:1) beitragen.

(mit Material von dpa)

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erstellt am 01.Jun.2017 | 13:30 Uhr

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