Kluk: "Ich musste nicht lange überlegen"

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24. Januar 2011, 08:05 Uhr

Noch erkennt man, wer der Neue ist. Kevin Kluk, zweiter Winter-Neuzugang beim VfB Lübeck, ist abseits des Platzes noch etwas zurückhaltend. "Auch wenn es mir die Mannschaft leicht macht, brauche ich noch etwas, um mich richtig einzugewöhnen", bestätigt der 20-Jährige. "Ich bin schließlich erst eine Woche da."

Der kräftige Blondschopf hinterließ in diesen Tagen aber auf dem Platz bereits Eindruck. "Er ist akzeptiert", sagt Co-Trainer Ingo Popp, "weil er zeigt, dass er beißen kann und diszipliniert spielt."

Das hat Kluk in Braunschweig und Wolfsburg gelernt. Bei Eintracht spielte er die letzten eineinhalb Jahre. "Es war aber so, dass ich bei der Drittliga-Mannschaft keine Chance hatte, auch weil es da zuletzt ja gut lief." So blieb für den Defensivmann die zweite Mannschaft in der Regionalliga. "Da waren aber die sportlichen Perspektiven nicht so gut", verdeutlicht er. Die akute Abstiegsgefahr beschleunigte die Wechselabsichten. "Als ich vom Interesse der Lübecker hörte, musste ich nicht lange überlegen", betont er. "In einer ersten Mannschaft zu spielen, ist schon schöner. Ich freue mich auch auf die Zuschauer."

In Lübeck sucht Kluk nun eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Seine Freundin ist noch daheim durch die Ausbildung gebunden. "Ich habe aber schon in Wolfsburg allein gewohnt", erklärt er. Auch einen Beruf hat er schon gelernt. "Ich bin ausgebildeter Elektroniker. Bei VW habe ich auch in diesem Job gearbeitet, mich jetzt aber freistellen lassen." Den Sprung ins Profi-Leben macht der Arbeitgeber einfach. "Ich kann dort wieder in meinen Beruf einsteigen", bestätigt Kluk. So machte es einst beispielsweise auch der langjährige VfB-Profi Markus Kullig, der heute wieder beim Wolfsburger Großkonzern arbeitet.

Auf dem Platz fühlt sich Kluk vor der Abwehr am wohlsten. "Ich habe als Innenverteidiger und im defensiven Mittelfeld gespielt. Die Rolle als Sechser liegt mir etwas mehr", sagt er über seine Rolle. In dieser Position dürften auch die Einsatzchancen etwas größer sein. Die Konkurrenz in den zentralen Defensivpositionen ist jedoch ohnehin groß. Das weiß auch der Neue. "Mit einem Stammplatz wird es zunächst sicher schwer. Die Mannschaft hat in der Vorrunde gut gespielt. Ich muss mich hinten anstellen, möchte aber natürlich so schnell wie möglich auch spielen."

Wohl die richtige Mischung aus realistischer Einschätzung und Ehrgeiz. Bleibt es so wie zuletzt, dass mit Nils Lange und Moritz Marheineke gleich zwei Defensivspieler ausfallen, könnte seine Chance aber schneller als erwartet kommen. Routinier Rolf Landerl jedenfalls bescheinigt ihm schon nach den ersten Eindrücken gute Perspektiven. "Er spielt sehr positionstreu und sicher in seinen Aktionen."

Für die spektakulären Aktionen braucht es dann noch etwas mehr Zeit. Aber die hat der 20-Jährige mit einem Vertrag bis 2012 ja auch.

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