Junge, Junge: 19-Jähriger trifft und trifft

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18. März 2013, 08:05 Uhr

"Junge, warum hast Du nichts gelernt?" - diese Zeile der "Ärzte"-Hymne hallt mitunter durch das Oldenburger Rund, wenn er schon wieder mal getroffen hat: Daniel Junge ist es, der mit 29 Saisontreffern die Verbandsliga Süd-Ost aufmischt.

Dass der angesprochene Hit der Punk-Rocker so rein gar nichts mit dem Oldenburger Tausendsassa zu tun hat, erkennt man auf Anhieb. Das Fußballspielen erlernte der inzwischen 19 Jahre alte Fehmarner auf seiner Heimatinsel. Ein kurzes Intermezzo in der Saison 2009/10, als er für den SV Großenbrode als B-Jugendlicher in der A-Jugend Kreisliga der Top-Torjäger war, führte ihn gleich wieder zur JSG Fehmarn zurück. 2011 folgte dann der zweite Wechsel auf das Festland. Mit 46 Toren in nur 24 Spielen hatte Daniel Junge sofort maßgeblichen Anteil am Verbandsliga-Meistertitel der A-Jugend des Oldenburger SV. Schon mitten der Saison hatte Liga-Trainer Andreas Brunner seine Fühler nach dem Sturmtalent ausgestreckt. Vor ziemlich genau einem Jahr, am Ostersonnabend 2012, war es dann soweit: Junge absolvierte im Spiel gegen den SV Eichede II seine ersten Verbandsliga-Minuten im Herrenbereich. Junge dankte es dem Trainer. Zwei Tore machte der 1860-München-Fan bei seinem Debüt schon in der ersten Hälfte. Auch im Kreispokalfinale 2012 war Junge von Beginn an dabei - und erneut traf er. Endlich, so war man beim OSV erleichtert, endlich wieder mal ein echter Torjäger! War im Offensivbereich in den Spielzeiten zuvor einiges auf den spielgestaltenden Ideengeber Philip Nielsen zugeschnitten, wirkt das Oldenburger Spiel seit Beginn der "Junge-Zeitrechnung" doch deutlich variantenreicher.

Den Sprung vom Jugend- in den Herrenbereich hat der Youngster also nahtlos bewältigt. Sportlich ist Junge das Maß aller Dinge in der Liga. Die Torschützenliste führt der Oldenburger überlegen an. Das weckt natürlich auch Begehrlichkeiten anderer Vereine. "Angebote gibt sicherlich", stellt OSV-Trainer Andreas Brunner fest, aber der Übungsleiter fügt noch im selben Atemzug an, dass "Daniel sich im Verein und vor allem in der Mannschaft pudelwohl" fühle. Und der Verbleib in Oldenburg ist damit alles andere als ausgeschlossen.

Nicht allein durch seine Torjägerqualitäten macht der Angreifer sich Freunde im Team. Der Abiturient trainiert trotz des anstehenden Prüfungsstress fast jede freie Minute. Brunner selbst ist voll des Lobes ob Junges sportlicher Einstellung: "Er ist ehrgeizig, nimmt trotz des weitesten Anreiseweges aller Spieler immer am Training teil!" Fragt man den Trainer nach Junges Qualitäten, gerät Brunner richtig ins Schwärmen. Nicht nur der Instinkt mache den "Straßenfußballer" aus, sondern auch sein mannschaftsdienliches Agieren. Brunner: "Daniel ist immer da, wo es weh tut!" Neben seinen eigenen Torerfolgen war der Stürmer noch an diversen weiteren Treffern beteiligt und unterstreicht dadurch seinen ungeheuren Wert für die Elf vom Schauenburger Platz. Umso wichtiger wäre für die Blau-Weiß-Roten der Aufstieg in die Schleswig-Holstein-Liga. Diese Spielklasse ist auch Junges nächstes Ziel. In der höchsten Liga des Landes hofft er, seine Torflut fortsetzen zu können. Dass dies gerne am Schauenburger Platz der Fall sein soll, versteht sich beim bodenständig auftretenden Stürmer fast von selbst.

Gelingt dem OSV mit Junge dieses Vorhaben, werden die Fans der Brunner-Elf weiter ihren Torjäger anheizen - auch wenn er mit seinen wegweisenden Toren unter Beweis gestellt hat, dass er sehr wohl so einiges gelernt hat.

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