Trainingsauftakt : Vorfreude und Warnungen: HSV-Trainer Titz startet Vorbereitung

Hat mit dem HSV die Vorbereitung auf die Zweitliga-Saison aufgenommen: Trainer Christian Titz.
Hat mit dem HSV die Vorbereitung auf die Zweitliga-Saison aufgenommen: Trainer Christian Titz.

Der HSV ist in seine erste Vorbereitung als Zweitligist gestartet. Trainer Titz warnt vor der Herausforderung in der 2. Liga.

shz.de von
21. Juni 2018, 18:12 Uhr

Hamburg | Trainer Christian Titz gibt sich vor der ersten Saison des Hamburger SV in der 2. Fußball-Bundesliga keinen Illusionen hin. „Wir und der 1. FC Köln werden immer die Gejagten sein. Jedes Spiel wird einen Pokal-Charakter haben. Wir müssen den Kampf annehmen, aber dennoch unser Spiel durchziehen“, sagte er zur Ausgangsposition für sein in der kurzen Sommerpause neu formiertes Team. Er spüre viel Vorfreude, endlich wieder auf den Platz zu gehen: „Aber die Pause hätte für mich auch ruhig ein bisschen länger sein können.“

Knapp sechs Wochen nach dem erstmaligen Bundesliga-Abstieg nach 55 Jahren nahmen 23 Spieler am Donnerstag an den Laktat- und Leistungstests teil. Darunter auch die Neuzugänge Christoph Moritz (1. FC Kaiserslautern), David Bates (Glasgow Rangers) und Manuel Wintzheimer (FC Bayern/U19) sowie Pierre-Michel Lasogga, dessen Ausleihe zum englischen Zweitligisten Leeds United beendet ist.

Nicht dabei waren die WM-Teilnehmer Filip Kostic, Albin Ekdal und Gotoku Sakai. US-Nationalspieler Bobby Wood und der Albaner Mergim Mavraj, der Grieche Kyriakos Papadopoulos, Alen Halilovic und Walace haben bis 2. Juli noch Sonderurlaub. Diese fünf sollen und wollen ebenso wie der Serbe Kostic und der Schwede Ekdal den Verein verlassen.

Sonntag startet die Mannschaft in das Trainingslager in Glücksburg

Titz ist mit seinem bisherigen Aufgebot zufrieden. „Wir haben einen guten Kader und eine gute Kadergröße. Aber natürlich gibt es wirtschaftliche Zwänge“, sagte der 47-Jährige. Vor allem das Verbleiben der Leistungsträger Lewis Holtby und Aaron Hunt wertete er als „wichtiges Signal“. „Sie haben wirtschaftliche Abstriche hingenommen, weil sie sich mit der Art und Weise identifizieren können, für die wir stehen wollen“, sagte er. Wenn man Spieler wie Sakai und Gideon Jung dazu nehme, „haben wir eine wichtige Achse halten können“.

Nach den Fitnesstests am Donnerstag und Freitag steht am Samstag die erste öffentliche Trainingseinheit auf einem Platz neben dem Volksparkstadion an. Sonntag startet die Mannschaft in das Trainingslager in Glücksburg, das vom 24. bis zum 29. Juni dauern wird. „Im ersten Trainingslager wollen wir vor allen Dingen das Mannschaftsgefühl stärken. Dabei werden auch viele Einzelgespräche und Gruppenarbeiten stattfinden“, sagt Titz, der sein Team auch spielerisch weiterentwickeln möchte: „Wir wollen das, was wir in den letzten Jahren eingeleitet haben, weiterführen, wollen aber taktisch noch variabler agieren.“ Eine Veränderung könnte es bezüglich des Kapitänamts geben. „Unser Kapitän Gotoku Sakai kann sich vorstellen, dass dieses Amt zukünftig ein anderer Spieler ausübt“ verriet Titz. Die sieben Spieler des Mannschaftsrats, der von ihm zusammengestellt wird, werden daher einen neuen Spielführer auswählen.

Änderungen gibt es in jedem Fall im Trainerteam. André Kilian ist neuer Titz-Assistent. Der 31-Jährige habe einen Einjahresvertrag unterschrieben, teilte der Verein mit. Die bisherigen Co-Trainer Soner Uysal und Matthias Kreutzer wurden indes „freigestellt“, hieß es in der Mitteilung.

Nicht mehr dabei: Ex-Co-Trainer Matthias Kreutzer (re., hier mit Christian Titz)
Imago/Joachim Sielski

Nicht mehr dabei: Ex-Co-Trainer Matthias Kreutzer (re., hier mit Christian Titz)

 

Kilian kommt vom Regionalliga-Aufsteiger FC Homburg. Er kennt den 47-jährigen Titz schon länger. Unter ihm hatte er von 2011 bis 2014 in Homburg gespielt und war unter anderem auch Kapitän. Schon im Frühjahr 2011 war er bei seinem künftigen Chef im Individualtraining.

Titz bedauerte indes die überraschende Trennung vom 40 Jahre alten Uysal und vom fünf Jahre jüngeren Matthias Kreutzer: „Ich hätte gerne weiter mit ihnen zusammengearbeitet. Aber das ist aus wirtschaftlichen Gründen gescheitert.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen