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Rafael van der Vaart : Vom Ausnahmespieler zum Auslaufmodell beim HSV

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Van der Vaart war eine Zumutung für das Team“, sagt Lothar Matthäus. Auch in der Mannschaft scheint der Rückhalt zu schwinden. Nach dem 3:0 Erfolg über Borussia Dortmund stellt sich die Frage: Wird Rafael van der Vaart noch gebraucht?

Hamburg | An dem erstaunlichen Lebenszeichen des Hamburger SV hatte Rafael van der Vaart keinen Anteil, diskutiert wird derweil umso heftiger über ihn. Ist der niederländische Fußball-Nationalspieler noch der Kopf des HSV? Kann er seine Mitspieler führen? Braucht ihn die Mannschaft noch? Das überraschende 3:0 der abstiegsbedrohten Hanseaten gegen Borussia Dortmund sah der Kapitän von der Tribüne aus, eine Sprunggelenksblessur zwang ihn zum Zuschauen. In dieser Woche steigt van der Vaart wieder ins Teamtraining ein, ein Einsatz im Nordderby bei Werder Bremen am Sonnabend ist das Ziel. Doch im Umfeld des Traditionsclubs werden die Stimmen lauter, die behaupten, dass die Mannschaft ohne ihren Star deutlich stärker ist.

Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus zum Beispiel rät von der Rückkehr van der Vaarts in die Startelf ab. „Der HSV hat gegen Dortmund nach langer Zeit wieder mal mit elf Spielern gespielt, nicht mit zehn. Van der Vaart war eine Zumutung für das Team“, erklärte Matthäus und fügte hinzu: „Er wird es schwer haben, wieder in die Mannschaft zu kommen.“ Kurz zuvor hatte auch der ehemalige HSV-Torhüter Uli Stein eine Attacke gegen den Topverdiener der Hanseaten geritten. „Was van der Vaart auf dem Platz abliefert, hat mit Fußball und Mannschaftssport nichts zu tun“, wetterte der einstige Nationalkeeper.

Auch innerhalb des Kaders scheint der Rückhalt für den Kapitän zu bröckeln. „Wenn Rafael auf dem Platz steht, schieße ich weniger Standards. Ich habe Respekt vor ihm und trete dann beiseite. Wir müssen uns einigen, wer in Zukunft die Standards ausführt“, erklärte der 20-jährige Kunstschütze Hakan Calhanoglu angriffslustig.

Eigentlich sollte van der Vaart der Chef auf dem Platz sein. Seine Technik und Ballbehandlung, das Auge für den Nebenmann, die Schuss- und Passgenauigkeit machten ihn zum Ausnahmefußballer. Nur: Die guten Tage sind seit seiner Verpflichtung im August 2012, als er für 13 Millionen Euro von Tottenham Hotspur geholt wurde, selten geworden. Parallel zur schlagzeilenträchtigen Trennung von seiner Ex-Frau Sylvie, dem Liebesbekenntnis zu deren Freundin Sabia Boulahrouz und einem privaten Schicksalsschlag fiel van der Vaart in ein Leistungstief. Weil er häufig leidenschaftslos agierte, hat er zudem Teile der Fans gegen sich aufgebracht.

Der neue HSV-Trainer Mirko Slomka hat seinem Star unterdessen demonstrativ den Rücken gestärkt: „Er ist ein Schlüsselspieler für diese Mannschaft.“ Welche Halbwertszeit derartige Aussagen haben, bleibt jedoch abzuwarten. Denn trotz Slomkas warmer Worte zeichnet sich ab: Die Zeiten, in denen Rafael van der Vaart in der Hansestadt unantastbar war, sind vorbei.  

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erstellt am 25.Feb.2014 | 07:44 Uhr

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