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Bundesliga : Trainerwechsel beim HSV passt den Bayern gar nicht

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Hamburger Fußball-Bundesligist steht vor dem Neustart – und der neue Trainer Zinnbauer hat keine Angst vor dem Rekordmeister

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2014 | 09:50 Uhr

Hamburg | Josef Zinnbauer hat das, was Pep Guardiola sich wünscht: eine lange Siegesserie in dieser Saison. Der neue Trainer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV ist mit seiner früheren U23-Mannschaft in der Regionalliga Nord durch die ersten acht Saisonpartien mit 24 Punkten und 27:5 Toren gestürmt. Bayern München musste sich in seinen drei Bundesliga-Spielen mit zwei nüchternen Siegen und einem Remis begnügen. Heute (15.30 Uhr) will der Rekordmeister den HSV-Trainer testen.

Guardiola ist gespannt auf den Neuen. Starcoach gegen Nobody lautet die Konstellation in Hamburg. „Ich weiß, er war früher in Karlsruhe und hat mit der zweiten Mannschaft des HSV in dieser Saison immer gewonnen“, sagte der Spanier, der extra zwei Partien der HSV-Amateure analysieren ließ. Er erwartet eine „sehr aggressive“ Hamburger Mannschaft: „Mit einem neuen Trainer wollen es die Spieler immer besonders gut machen“, meinte Guardiola. Auch Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer gestand: „Ich kann nicht sagen, dass uns die Trainer-Konstellation, die sich beim HSV ergeben hat, super gefällt.“

Die Kluft zwischen der vierten Liga und der Beletage des deutschen Fußballs scheint Zinnbauer, der Joe genannt werden will, ziemlich egal zu sein. „Ich habe Bock auf die erste Liga“, verkündete er bei seiner Inthronisation. „Ich bin richtig heiß.“ Die forsche Gangart des Nachfolgers von Mirko Slomka ist der erste auffällige Unterschied zum HSV der vergangenen Wochen. Zinnbauer will sein torloses Erstliga-Team, das nach drei Partien ans Tabellenende katapultiert wurde, vor allem mental aufrüsten und als Gemeinschaft einschwören. „Wir haben Qualität in der Mannschaft. Wir müssen sie nur gemeinsam auf den Platz bringen“, forderte er. Wer sich zurücklehnt, hat schon verloren. So erging es Valon Behrami. Weil der Schweizer Nationalspieler zum Ende der Trainingseinheit lasch in die Zweikämpfe ging und einen miserablen Pass spielte, verdonnerte Zinnbauer den Mittelfeld-Mann zum Zuschauen. Der Coach zeigt keinerlei Respekt vor großen Namen. „Wenn es nicht funktioniert, hole ich Spieler der U23. Das ist mir völlig egal.“

Natürlich weiß der neue Taktgeber, dass sich die übermächtigen Bayern nicht einfach die Punkte abknöpfen lassen, nur weil er da ist. „Alle rechnen damit, dass wir verlieren, keiner traut uns was zu. Es gibt nix Einfacheres auf dem Papier, als gegen die Bayern zu spielen“, beschrieb der 44 Jahre alte Trainer die Ausgangslage. „Ich habe keine Angst!“, betonte der frühere Zweitliga-Profi vom FSV Mainz und schwor: „Gegen die beste Mannschaft der Welt kann man nur mit breiter Brust auflaufen.“ 

Nicht zuletzt die Motivationskünste des Fußballlehrers und sein Sachverstand haben den Vereinsvorsitzenden Dietmar Beiersdorfer bewogen, Zinnbauer drei Ligen höher ins Haifischbecken zu werfen. „Ich glaube, er hat gar nicht gefragt. Er hat einfach gesagt: Du machst das jetzt“, berichtete Zinnbauer, der sein Team heute wohl auf einigen Positionen verändern wird. Eine Spekulation: Heiko Westermann rückt wieder in die Startelf und wird zusammen mit Johan Djourou die Innenverteidigung bilden. Gespannt sein darf man auch, ober Rene Adler wieder ins HSV-Tor zurückkehrt oder wieder Jaroslav Drobny zwischen den Pofsten steht.

Das Spiel gibt es ab 15.30 Uhr auf shz.de im FuPa-Liveticker.

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