HSV vor dem letzten Spiel : Trainergerüchte: Roger Schmidt zum HSV – Christian Titz zu Holstein Kiel?

<p>Roger Schmidt zog sich nach seiner Entlassung in Leverkusen nach China zurück.</p>

Roger Schmidt zog sich nach seiner Entlassung in Leverkusen nach China zurück.

Präsident Hoffmann will offenbar frisches Blut auf die Trainerbank bringen. Die Fans versuchen, auf Köln einzuwirken.

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07. Mai 2018, 12:22 Uhr

Hamburg | Ob es für den HSV nun zum Klassenerhalt reicht oder nicht: Es ist unbestritten, dass Trainer Christian Titz die Mannschaft zu nicht mehr erwarteten Taten auf dem grünen Rasen angestachelt hat. Die Siege unter seiner Regie und die Art des Fußballs sprechen für sich – und mit Frank Wettstein und Sportdirektor Bernhard Peters hat er seine Fürsprecher auf der Entscheidungsebene. Doch nicht alle schwärmen von einem Neuaufbau mit Titz. Glaubt man den neuesten Gerüchten, könnte die Amtszeit des früheren Coaches der A-Jugend sogar nur noch ein Pflichtspiel andauern.

Laut dem meist gut informierten HSV-Blog „Rautenperle.com“ steht der frühere Leverkusener Trainer Roger Schmidt bei Präsident und Aufsichtsratsboss Bernd Hoffmann hoch im Kurs. Hoffman will den Verein nicht nur im Falle eines Abstiegs weiter an allen Enden umkrempeln – und zu der Neuausrichtung gehört offenbar auch die Einstellung eines namhaften Fußball-Lehrers von außerhalb.

Schmidt hat nicht nur Champions-League Erfahrung, die sich in der hanseatischen Sichtweise sicher gut liest, er hat auch eine moderne Spielidee. Seit er 2017 bei Bayer Leverkusen entlassen wurde, trainert er den chinesischen Erstligisten BJ Sinobo Guoan. Gehaltstechnisch dürfte er durch das Engagement in Peking im obersten Regal angekommen sein. Bei Guoan arbeitet der Sauerländer gemeinsam mit Teamkoordinator Jörn Wolf, der von 2002 bis 2016 Mediendirektor des HSV war.

Der Frage auf den Wert der Gerüchte, wonach Titz Markus Anfang bei Holstein Kiel beerben könnte, wich Titz am Montag bei „NDR 90,3“ aus. Es sei das Größte für einen Trainer, in der Bundesliga zu arbeiten, betonte Titz laut „Mopo“. Die Entscheidung über seine Zukunft werde noch getroffen und dann werde alles bekanntgegeben. Momentan liege sein Fokus nur auf seiner Mannschaft, sagte der Trainer. Holstein Kiel hat die Relegationsspiele erreicht und könnte aufsteigen, dann bliebe Titz Erstligatrainer.

Um nicht abzusteigen, braucht der HSV am Samstag nicht nur einen Sieg gegen den Europa-Aspiranten Borussia Mönchengladbach (am Samstag 15.30 Uhr/Sky), sondern auch vitale Schützenhilfe des 1. FC Köln. Doch wie motiviert man die bereits abgestiegenen „Geißböcke“, sich gegen den VfL Wolfsburg zur Siegeslust aufzuschwingen?

 

Die Fans sagen sich: „Geht nicht, gibt's nicht“ und mühen sich um Motivationshilfen. Bei Ultra Andreas „Klößchen“ Kloss geht die Psychologie durch den Biermagen. Andere Aktionen werden sicher folgen.

Konkurrent VfL Wolfsburg ist mit einem trainingsfreien Montag in die letzte Bundesliga-Woche gestartet. „Es macht jetzt keinen Sinn, Aktionismus zu betreiben, nur weil vielleicht ein paar Leute gern sehen würden, dass wir auch am Montag trainieren“, begründete VfL-Coach Bruno Labbadia die Freizeit für seine Fußballer. Es gehe auch darum, Kraft für das entscheidende Saisonspiel zu sammeln.

Bei der 1:4-Niederlage in Leipzig am vergangenen Samstag hatten die eigenen Fans zum wiederholten Mal Labbadia verhöhnt, obwohl dieser erst seit Februar für die Mannschaft verantwortlich ist. „Das habe ich so noch nie erlebt. Als Mensch gefällt das einem natürlich nicht“, sagte Labbadia. „Sowohl als Spieler als auch als Trainer stand ich in der Zuschauergunst eher auf der Sonnenseite.“

Mit Material der dpa

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