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Trainer-Worte, Trainer-Glück, Trainer-Nacht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Genervter van Marwijk: Irgendwie ist dem Trainer des Hamburger SV die Situation zuwider. Bert van Marwijk sprach in der Woche vor dem Bayern-Spiel mehr als deutliche Worte, die den Vorstand nachdenklich machen sollten. Der Holländer kritisierte die ohnmächtige Einstellung rund um den Verein. Er sei irritiert, mit wie wenig man sich im Team zufriedengebe. Die Spieler würden häufig einschlafen, und er müsse sie wachrütteln. Van Marwijk mag damit den Nerv seiner Profis getroffen haben – zeigte sich der HSV in München doch von seiner besseren Seite und ließ keine zwölf Gegentreffer, so wie sie der alles andere als hanseatisch auftretende Sportchef Kreuzer für möglich gehalten hatte, zu.

Dass es bei nur drei Bayern-Treffern blieb, lag jedoch mehr am Herbstmeister, der inzwischen offenbar nur noch so viel tut wie notwendig. Daher sollten die Hamburger das Ergebnis nicht überbewerten. Als Spieler und Offizielle schon fast mit gehobenem Kopf die knappe Niederlage als Erfolg verkaufen wollten, fuhr ihnen der Trainer erneut in die Parade. Es sei mehr möglich gewesen, aber es habe die letzte Überzeugung gefehlt, deshalb sei er nicht zufrieden, konstatierte van Marwijk.

Der in seiner Karriere zumeist erfolgreiche Fußballlehrer hat ein Signal ausgegeben. Sollte sich in Hamburg nicht vieles zum Besseren wenden, könne es durchaus sein, dass auch einmal ein Trainer von sich aus Konsequenzen zieht und den Vertrag vorzeitig beendet. So etwas gab es noch nicht häufig in der Geschichte der Bundesliga. Zumeist pochen die Trainer auf die Laufzeit, um auch die letzte nicht abgearbeitete Million mitzunehmen. Van Marwijk hat dies offenbar nicht nötig. Es bleibt spannend im Volkspark.

Vorerst gerettet: Bis zur 60. Minute war die Zeit von Mirko Slomka abgelaufen. Hannover lag gegen Nürnberg mit 0:3 zurück, Präsident Martin Kind hatte sich in die Loge zurückgezogen. Als dann noch ein 3:3 gelang, die Mannschaft von Hannover 96 Moral zeigte, und die Zuschauer ihre Freude an der Aufholjagd hatten, mag Kind seine Pläne erst einmal in die Schublade gelegt haben. Mirko Slomka, einer der intelligenteren und zudem sympathischen Trainer in der Liga, steht auf der Kippe. Daraus wird in Hannover kein Hehl gemacht. Eine weitere Niederlage am letzten Hinrundenspieltag in Freiburg würde Kind zu einer Entscheidung zwingen.

Was in Hannover noch für Aufregung sorgte, war der zweite Treffer für 96 aus einer überaus klaren Abseitsposition. Die Fehlentscheidungen haben deutlich zugenommen und entsprechen nicht dem Niveau von Spitzenschiedsrichtern. Das Wirtschaftsunternehmen Deutscher Fußball-Bund, das gerade in Brasilien ein Hotel für die WM bauen lässt, hat Handlungsbedarf. Wenn die DFB-Funktionäre dafür überhaupt Zeit haben und nicht schon mit Schaufel und Spaten ins WM-Land unterwegs sind.

Nächtliche Einheit: Nach der Rückkehr aus Berlin kommandierte Werder-Trainer Robin Dutt seine Profis morgens um 4 Uhr zur Regenerationseinheit in den Kraftraum in den Katakomben des Weserstadions. Im beschaulichen Bremen brodelt es. Dutt und auch Sportdirektor Thomas Eichin stehen massiv in der Kritik. Es gibt bereits eine Opposition, frühere Profis – darunter die beiden Ex-Nationalspieler Dieter Burdenski und Max Lorenz – machen Stimmung gegen die sportliche Leitung. Dabei sollten sie nicht vergessen, dass es Klaus Allofs war, der diese Truppe zusammengekauft hat.

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