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Die Bundesliga-Kolumne : Trainer-Wechsel, Millionen-Spritze, Abstiegs-Angst

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In der Bundesliga-Kolumne wirft Jürgen Muhl einen Blick auf das Geschehen vom Wochenende.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2014 | 11:44 Uhr

Es funktioniert nicht immer: Wenn es nicht läuft, muss der Trainer gehen. Mirko Slomka, Jens Keller und Robin Dutt wurden in dieser Saison bereits gefeuert. Im Gegensatz zum HSV und Werder Bremen holte Schalke 04 aber keinen Amateurtrainer, sondern verpflichtete mit Roberto Di Matteo einen der teuersten Kandidaten, der auf dem Weltmarkt im Angebot war. In Freiburg kassierte Di Matteo bereits seine dritte Niederlage im sechsten Spiel. Der Italiener, der mit dem FC Chelsea vor drei Jahren ausgerechnet in München gegen die Bayern Champions-League Sieger wurde und gern in der Abwehr Beton anrührt, wird Schalke noch einige Millionen mehr kosten. Hat Di Matteo doch angekündigt, dass er neues Personal benötige. In der Winterpause gehen die Knappen, wie die Schalker einst genannt wurden, auf Einkaufstour.

Was sich Werder Bremen nicht im großen Stil erlauben kann und wohl auch nicht muss. Wenn Viktor Skripnik seine Erfolgsserie fortsetzt, dürfte Werder auf dem richtigen Weg sein. Dies überrascht in der Tat, verfügt man an der Weser lediglich über einen qualitativ durchschnittlichen Kader. Höchstens durchschnittlich, eher weniger. Hält Skripnik mit dieser Mannschaft die Klasse, hätte er Großes geleistet.

Auch für den HSV geht es nach der gestrigen Niederlage in Wolfsburg im Abstiegskampf weiter. Die Bilanz von Joe Zinnbauer fällt bescheiden aus. Nach der Länderspielpause am nächsten Wochenende kommt es dann zum „Klassenkampf“ zwischen dem HSV und Werder Bremen.

Neue Millionen: Neben Klaus-Michael Kühne will ein weiterer Großunternehmer dem Hamburger SV helfen, wenn auch nur mit einem Kredit. Mit Unternehmer Alexander Otto haben die HSV-Geldsucher einen Gönner aufgetan. Der Geschäftsführer der ECE-Einkaufszentren und frühere HSV-Aufsichtsratschef hat sich angeblich bereit erklärt, die acht Millionen Euro Baukosten für das Nachwuchsprojekt Campus komplett zu übernehmen. Ein entsprechender Vertrag mit dem HSV soll in den kommenden Wochen unterzeichnet werden. Steht die Campus-Finanzierung endgültig, und liegt die Baugenehmigung vor, dann könnte in einem halben Jahr der erste Spatenstich erfolgen. Endlich eine Erfolgsmeldung aus dem Volkspark.

Aus eigenen Mitteln können die Hanseaten den von Sportdirektor Bernhard Peters komplett neu konzipierten Ausbildungsbereich offenbar nicht mehr bauen – trotz der Fananleihe in Höhe von 17,5 Millionen Euro, die der Verein 2012 aufgenommen hatte. Mit diesen Millionen hat sich der HSV zwischendurch über Wasser gehalten. Es wurden Löcher gestopft und keine Steine gekauft. Was all jene Fans, die diese Anleihe gezeichnet haben, zumindest verwundern dürfte.

Als neuer Sponsor für den Stadionnamen wird die Postbank ins Gespräch gebracht. Das würde Sinn ergeben. Steht doch dem HSV ein Geldinstitut besonders gut zu Gesicht.

Große Namen ganz unten: Hertha BSC, Werder und der HSV, darunter noch der VfB Stuttgart. Borussia Dortmund wird den Keller wohl demnächst verlassen. Von wegen Paderborn, Mainz, Augsburg oder Freiburg. Namhafte Clubs schenken der Bundesliga jedenfalls im Abstiegskampf ein gehöriges Maß an Spannung. Oben ist ja alles geregelt.

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