HSV : Trainer Oenning will bis 2012 im Amt bleiben

Michael Oenning, neuer Cheftrainer des Fußballbundesligisten Hamburger SV. Foto: dpa
Michael Oenning, neuer Cheftrainer des Fußballbundesligisten Hamburger SV. Foto: dpa

Der neue HSV-Trainer Oenning will bis 2012 beim HSV bleiben. Sein Vertrag ist zumindest so ausgelegt. Außerdem will er keine Suspendierung von Torhüter Rost.

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15. März 2011, 07:47 Uhr

Michael Oenning will sich beim Hamburger SV nicht mit der Rolle als Aushilfstrainer zufriedengeben. Der Fußball-Bundesligist könnte die Suche nach einem neuen Coach einstellen, sagte der bisherige HSV-Assistenztrainer einen Tag nach der Trennung von Armin Veh. "Ob er das tun wird, weiß ich nicht. Ich will meine Chance nutzen", betonte Oenning am Montag bei seiner ersten Pressekonferenz. Nach eigener Auskunft wurde er für seine verbleibende Vertragszeit bis Sommer 2012 befördert. Deshalb sieht der 45-Jährige eine realistische Chance für einen längeren Verbleib als HSV-Chefcoach.
Erwartet wird allerdings, dass der noch beim FC Chelsea unter Vertrag stehende neue Sportchef Frank Arnesen einen neuen Trainer zum Saisonauftakt am 1. Juli mitbringt. Namen wie Michael Laudrup (RCD Mallorca), Stale Solbakken (FC Kopenhagen) und Ralf Rangnick werden bereits gehandelt. Oenning war am Sonntag nach der Beurlaubung von Veh vom Assistenten zum verantwortlichen Trainer berufen worden. Mit dem nun kommunizierten Vertrag bis 2012 hat der Vereinsvorsitzende Bernd Hoffmann, dessen Engagement beim HSV spätestens am 31. Dezember endet, dem neuen Vorstandschef eine Hypothek aufgelastet.
"Es ist eine Menge möglich"
Eine Lanze gebrochen hat der Veh-Nachfolger für Torhüter Frank Rost. Zwei Tage zuvor hatte der 37 Jahre alte Schlussmann den Vorstand des Vereins verbal unter Beschuss genommen und kein gutes Haar an dessen Vorsitzenden Hoffmann gelassen. "Für mich steht er im Tor. Alles andere weiß ich nicht", sagte Oenning mit Blick auf die Heimpartie am Samstag gegen den 1. FC Köln. Der Vorstand will Rost jedoch die Leviten lesen. Erwartet wird eine Geldstrafe oder gar eine Suspendierung. Da sich allerdings Ersatztorhüter Jaroslav Drobny den Daumen gebrochen und Tom Mickel, der 21 Jahre alte dritte Mann, noch kein Bundesligaspiel absolviert hat, gibt es keine echte Alternative. Der Trainer hat mit Rost gesprochen. Dabei, so Oenning, habe der Torhüter sein Vorpreschen bedauert und es als Fehler eingestuft. "Es steht ihm in keiner Weise zu, was er gesagt hat", meinte Oenning. "Der Fehler war, dass er überhaupt was gesagt hat." Rost würde sich zwar von der Form, nicht aber vom Inhalt distanzieren. "Er ist jemand, der Gewicht hat, einer der wenigen, der die Bundesliga geprägt hat", meinte Oenning.
Der frühere Stürmer war erst einmal in seiner Trainerkarriere verantwortlicher Bundesliga-Coach. Das war von August 2008 bis Weihnachten 2009 beim 1. FC Nürnberg. Damals wurde ihm nach einer Serie von vier Niederlagen der Stuhl vor die Tür gesetzt.
Kurzfristige Ziele in Hamburg will der gebürtige Münsterländer nicht formulieren. "Wir haben noch acht Spiele vor der Brust. Es ist eine Menge möglich", meinte Oenning. Zunächst will er nach der 0:6-Klatsche beim FC Bayern München die Köpfe der Spieler freikriegen, "schönen Fußball spielen und jedes Spiel gewinnen".
(dpa, shz)

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