HSV : Streit um Flüchtlingsunterkunft am Volkspark-Stadion

Der HSV wehrt sich gegen Vorwürfe, wonach der Verein eine Erweiterung der Flüchtlingsunterkunft am Volkspark-Stadion untersagt habe.

shz.de von
19. Juli 2015, 12:44 Uhr

Hamburg | Die geplante Erweiterung der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Nähe des Hamburger Volksparkstadions sorgt für Wirbel. Der Hamburger Sportverein (HSV) wehrt sich gegen Vorwürfe, er lehne eine solche Erweiterung ab. Das „Hamburger Abendblatt“ hatte berichtet, der Bundesligist habe die Unterbringung zusätzlicher Flüchtlinge auf einem Stadionparkplatz untersagt. Der HSV betonte dagegen am Wochenende, es gehe nicht um die Frage, „ob weitere Flächen zur Verfügung gestellt werden, sondern wo“. Dies müsse im Einklang mit dem Spielbetrieb gestaltet werden.

Hintergrund der Debatte ist der Engpass bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Im ersten Halbjahr haben sich in Hamburg mehr als 12.500 Flüchtlinge in der Zentralen Erstaufnahme gemeldet und einen Asylantrag gestellt. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2014.

Auf seiner Internetseite erklärte der HSV, er sei derzeit in engem Austausch mit der Stadt, um die Ausweitung der Flüchtlingsunterkünfte in und am Volkspark zu prüfen. Der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer sagte:  „Diese Darstellung verletzt grob die Haltung, die Werte und die soziale Verantwortung unseres Clubs und hat eine übergeordnete Qualität, die wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zurückweisen und richtig stellen. Wir sind uns der Flüchtlingsproblematik in vollem Umfang bewusst und kooperieren jetzt, in der Vergangenheit und auch in Zukunft in vollem Umfang mit der Stadt Hamburg, um unserer Verantwortung als HSV und als Gesellschaft gerecht zu werden.“

Bei fast jedem Spiel seien zwischen 40 und 100 Geflüchtete und Bewohner der Einrichtung im Stadion zu Gast gewesen und es gebe eine umfangreiche Abstimmung über weitere Möglichkeiten, Hilfe zu leisten und zu einer Willkommenskultur beizutragen, sagte Beiersdorfer. „Dies wird auch künftig intensiv so bleiben.“

In der Stellungnahme zitiert der Bundesligist Hamburgs Innen- und Sportsenator Michael Neumann (SPD) mit den Worten: „Der HSV hat sich zuletzt und auch in dieser Frage absolut kooperativ verhalten. Die zu klärende Frage ist lediglich, wie wir die Ausweitung der Unterkünfte bestmöglich mit dem Spielbetrieb des HSV in Einklang bringen können. Wir sind hierzu in einem positiven und konstruktiven Austausch.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen