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HSV im Abstiegskampf : Slomka: Keine Gnade mit der alten Liebe

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Der HSV kann heute mit einem Sieg an Hannover 96 vorbeiziehen. Pierre-Michel Lasogga fällt weiter aus.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2014 | 09:11 Uhr

Hamburg | Knapp vier Jahre war Mirko Slomka Trainer bei Hannover 96, er führte die Niedersachsen bis ins Viertelfinale der Europa League, seine Familie lebt in Hannover. Doch 106 Tage nach seinem Rauswurf steht Slomka bei seiner Rückkehr als Trainer des taumelnden Hamburger SV nicht der Sinn nach Sentimentalitäten. „Es ist ein Überholspiel. Wir können eine Mannschaft in den Abstiegsstrudel mit hineinziehen“, meinte Slomka, der kein Mitleid mit seinem Ex-Club hat: „Die müssen ihre Hausaufgaben selbst machen.“  Dennoch ist Slomka sein Ex-Club nicht völlig egal: „Ich wünsche dem Verein und meinem Kollegen Tayfun Korkut, dass sie wie wir auch die Klasse halten, aber ich konzentriere mich derzeit nur auf uns“, sagte der HSV-Coach und fügte  unmissverständlich an: „Wir brauchen die Punkte dringender.“

Gelingen muss dies heute allerdings ohne Topscorer Pierre-Michel Lasogga, der seine dauerhaften Oberschenkelprobleme nicht in den Griff bekommt und zumindest zwei weitere Wochen ausfallen wird.  Auch Innenverteidiger Jonathan Tah  wird fehlen. „Er hat massive Rückenprobleme“, berichtete der Coach. Positiv bewertete er die Einstellung des immer noch an Knieproblemen leidenden Ivo Ilicevic: „Er hat noch Schmerzen im Knie, aber er kann spielen.“ Ob er ihn von Beginn an aufstelle, wollte Slomka noch nicht preisgeben. Eine Chance auf einen Kaderplatz hat erneut U-23-Stürmer Mattio Maggio: „Er zeigt im Training die Bereitschaft, an die Grenzen zu gehen“, lobte der Fußballlehrer.

Eine Sorge ist Slomka seit gestern los. Seinen in Hannover massiv in der Kritik stehenden Kollegen Tayfun Korkut wird er nicht in der Arbeitslosigkeit stürzen. Hannover Coach erhielt gestern etwas überraschend eine Jobgarantie von 96-Clubchef  Martin Kind. „Ich schließe einen weiteren Trainerwechsel in dieser Saison aus. Es wird bei 96 keine Trainerentlassung geben“, bekräftigte Kind. Sogar im Falle eines Abstiegs will der 69-Jährige an dem Trainertalent festhalten. „Ich würde es in jedem Fall machen“, sagte der Unternehmer: „Tayfun Korkut war eine gute und richtige Entscheidung mit Perspektive. Die Mannschaft in sich hat Probleme. Aber auf deren Zusammenstellung hatte der Trainer null Einfluss.“ 

Um diesen Vertrauenvorschuss zu rechtfertigen und sich optimal auf das Derby vorzubereiten, flüchtete Hannovers Coach mit seinem Team für drei Tage aus der Schusslinie und suchte  im besinnlichen Ambiente des Klosters  Harsewinkel-Marienfeld nach dem Weg aus der Krise. Bloß nicht verkrampfen lautet die Devise vor dem Wiedersehen mit Slomka. „Es geht darum, die Tanks wieder emotional aufzufüllen und uns in diesem Spiel zu befreien. Wir dürfen in diesem Negativtrend nicht versinken“, so Korkut. Am Ende bleibt aber die große Angst, heute noch tiefer in den Abstiegsstrudel zu geraten. Ungewohnt bescheiden gibt sich deshalb auch Kind. „Ich wäre auch mit einem Unentschieden zufrieden“, sagte Hannovers Boss.

Mögliche Aufstellung des Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Djourou, Mancienne, Westermann - Calhanoglu, Rincón, Arslan, Jiracek - van der Vaart - Zoua

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