Kein Geld für Wintertransfers : Nur der HSV muss den Klassenerhalt ohne Neuzugang schaffen

Kann sich über die Vertragsauflösung mit seinem Ex-Club Würzburg freuen: HSV-Coach Bernd Hollerbach.  
Bernd Hollerbachs Wünsche wurden nicht erhört.

Trotz akuter Abstiegsgefahr bleibt beim HSV alles beim Alten. Der neue Trainer wollte eigentlich zwei Neuzugänge.

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01. Februar 2018, 10:45 Uhr

Hamburg | Der Hamburger SV hat als einziger Abstiegskandidat in der Winterpause der Fußball-Bundesliga keine Verstärkungen an Land gezogen. „Wir gehen mit dem jetzigen Kader in die restlichen Spiele“, sagte HSV-Sportchef Jens Todt nach Ablauf der Wechselfrist am Mittwochabend. Damit blieb der Wunsch des neuen Trainers Bernd Hollerbach, der je einen Neuen für die Defensive und Offensive haben wollte, unerfüllt. Grund: Da kein Spieler abgegeben werden konnte, kann sich der klamme Club keine weiteren Akteure mehr leisten. Der angestrebte Wechsel von Luca Waldschmidt zum SC Freiburg hat sich in letzter Minute zerschlagen.

Bei nur 15 Toren in 20 Spielen hätte dem Tabellenvorletzten HSV vor allem eine weitere Alternative im offensiven Mittelfeld oder Angriff gutgetan. „Aber es muss auch wirtschaftlich passen“, hatte Hollerbach schon bei seiner Vorstellung als Gisdol-Nachfolger zu bedenken gegeben. Die Zahlen sprechen allerdings auch eine deutliche Sprache: Die Verbindlichkeiten des HSV haben mit 105,5 Millionen Euro einen Höchststand erreicht. Das abgelaufene Geschäftsjahr endete mit dem zweithöchsten Minus der Clubgeschichte von 13,4 Millionen Euro.

Die gut acht Millionen Euro Ablöse, die Liga-Rivale VfL Wolfsburg am Mittwoch für den von Todt favorisierten Schweizer Admir Mehmedi an Bayer Leverkusen locker machte, konnte der HSV nicht aufbringen.

Auch, da Club-Investor Klaus-Michael Kühne kein frisches Geld nachgeschossen hat. Das war vor Jahresfrist noch anders: Damals holten die Hanseaten für mehr als zehn Millionen Euro den Brasilianer Walace, den Albaner Mergim Mavraj sowie zunächst auf Leihbasis den inzwischen fest verpflichteten Griechen Kyriakos Papadopoulos.

Vorstandschef Heribert Bruchhagen hat die Millionen-Investitionen seither wiederholt verteidigt. Er sei der festen Überzeugung, dass der HSV ohne das nachverpflichtete Trio im Sommer 2017 abgestiegen wäre. Die Rettung anno 2018 muss nun der aktuelle Kader schaffen. Andernfalls droht der erstmalige Absturz des einzigen noch nie abgestiegenen Bundesliga-Gründungsmitglieds in die 2. Liga.

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