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Saisonplanung 2017/18 : Neues vom klammen HSV: Pollersbeck-Gerüchte, 600 Dauerkarten-Schwänzer fliegen

vom
Aus der Onlineredaktion

Der HSV plant seine 55. Bundesligasaison in neuer Bescheidenheit. Die Mannschaft wird verändert, das Geld ist knapp.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2017 | 13:58 Uhr

Hamburg | „Wir brauchen Veränderung“, sagte HSV-Trainer Markus Gisdol vor einigen Tagen im Hinblick auf die anstehende Transferperiode des unabgestiegenen Clubs. Nach dem Abgang von Linksverteidiger Matthias Ostrzolek und Ex-Kapitän Johan Djourou müssen von Grund auf Personalfragen geklärt werden. Nabil Bahoui steht überdies vor einem Absprung nach Silkeborg. Gut möglich, dass es wie in den letzten Jahren wieder einen Umbruch geben wird. Laut der „Bild" stehen dafür allerdings nur drei Millionen Euro zur Verfügung – sofern Investor Klaus-Michael Kühne nicht wieder helfend zur Hand geht.

Kyriakos Papadopoulos, der ab Winter vom FC Schalke 04 ausgeliehen war, spielt in Gisdols Planungen eine wichtige Rolle. „Papa“ möchte in Hamburg bleiben und auch die Gelsenkirchener sind zu einem Handel bereit. Allein die Ablösesumme für den Griechen könnte für den HSV allerdings ohne Kühne-Millionen zu hoch ausfallen. Der Vertrag des stämmigen Innenverteidigers läuft bis 2020. In der Gerüchteküche werden geforderte Ablösesummen von bis zu zehn Millionen Euro kolportiert. Eine Alternativlösung wäre erneut Neven Subotic von Borussia Dortmund, an dem der HSV bereits im Winter interessiert war.

Im von der neuen Bescheidenheit und hohen Verbindichkeiten gerahmten Fokus liegt das Augenmerk auf potentielle Verstärkungen von Abstiegskandidaten oder Zweitligisten. Im letzten Jahr war mit Bobby Wood von Union Berlin ein Spieler aus dem Unterhaus gekommen, der in Phasen der Saison ein Leistungsträger war. Zunächst soll nach dem Abschied von René Adler aber die Torhüterfrage geklärt werden. Mit U21-Nationaltorwart Julian Pollersbeck (22) wird ein Talent gehandelt, das im Fokus mehrerer Vereine steht. Zu viel Zeit sollte der HSV sich daher nicht lassen, will er einen Wunschspieler in sein Tor locken.

Pollersbach, der aus der berühmten Torhüterschule des 1. FC Kaiserslautern stammt, hat in dieser Saison die wenigsten Gegentore aller Stammtorhüter (14 in 31 Spielen) in der zweiten Liga kassiert – und das obwohl die roten Teufel im unteren Tabellendrittel feststeckten. Das weckt auch Begehrlichkeiten bei Aufsteiger VfB Stuttgart und dem VfL Wolfsburg. HSV-Sportchef Jens Todt sagte es unlängst deutlich: „Das ist ein interessanter Mann.“

Auch im Blickfeld soll weiter Ron-Robert Zieler (28, Leicester City) sein. An Zieler, der als Stammtorhüter zurück nach Deutschland möchte, wo er einen guten Ruf hat, sind ebenfalls mehrere Vereine interessiert, darunter Pokalfinalist Eintracht Frankfurt. Vor allem der Ex-Nationatorwart aber auch Pollersbach würden beim HSV in einen recht offenen Kampf um einen Stammplatz mit Christian Mathenia gehen, der im Saisonfinale Adler zuletzt herausragend vertrat.

Bei einem Abstieg des VfL Wolfsburg wäre der HSV laut „Bild“-Informationen an Mittelfeld-Antreiber Daniel Didavi interessiert. Bei dessen Gehalt wäre aber auch der eine oder andere Anruf bei Kühne nötig. Die Kriegskasse könnte leicht gesteigert werden, indem mit Aaron Hunt und Pierre-Michel Lasogga weitere Spitzenverdiender des Clubs ein Jahr vor Vertragsende einem Verkauf einwilligen.

Schlagzeilen macht der HSV derzeit aber weniger auf dem Transfermarkt als beim Vorverkauf der Dauerkarten. Erstmals in der Vereinsgeschichte hat der Club Dauerkarten-Besitzern das Ticket-Vorkaufsrecht entzogen. Begründung: 600 der 26.000 Inhaber von Saison-Billetts hatten in der abgelaufenen Spielzeit mehrere Heimspiele im Volksparkstadion nicht besucht und leere Plätze hinterlassen. Der HSV hatte zur Saison 2016/17 die Mindestnutzung der Karten eingeführt: Nach Absprache mit dem „Ständigen Arbeitskreis Fandialog“ sowie dem Supporters Club müssen demnach mindestens zwölf der 17 Heimspiele besucht werden.

Allerdings ist der HSV in Ausnahmefällen auch zu Kompromissen bereit. „Nicht jeder, der weniger als zwölf Spiele besucht hat, hat sein Vorkaufsrecht verloren“, sagte Kai Voerste, der Leiter des Ticketings, dem „Hamburger Abendblatt“ (Montag). So werde es bei Härtefällen wie einer schweren Krankheit Einzelfallprüfungen geben, kündigte Voerste an. Allerdings gebe es auch Fans, die „deutlich weniger“ als das vorgegebene Dutzend Partien besucht hätten. Diese müssen nun damit rechnen, dass das Vorkaufsrecht auf andere Personen übergeht. Denn es gibt eine lange Warteliste für HSV-Dauerkarten: Allein 1500 Vereinsmitglieder warten darauf, dass sie zur Spielzeit 2017/18 zum Zuge kommen.

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