zur Navigation springen

Transfers 2017 : Neues vom HSV: Wer geht - und kommen könnte

vom

Vier sichere Abgänge haben die Hamburger bis jetzt zu verzeichnen. Ein Neuzugang fehlt noch. Die Wunschliste ist lang.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2017 | 17:43 Uhr

Hamburg | 20 Millionen Euro hat HSV-Mäzen Klaus-Michael Kühne für neue Spieler in Aussicht gestellt. Bis zum Donnerstag hatten die Hamburger jedoch noch nichts zu verkünden, außer einen weiteren Abgang. Weil der Verein sparen muss, sollen noch weitere Spieler folgen. Gleichzeitig kündigte Sportchef Jens Todt an, dass in den nächsten Tagen eine Neuverpflichtung vorgestellt werden sollte. Die Liste mit Kandidaten ist lang. Darauf stehen auch zwei Franzosen und ein altbekannter Schweizer.

Während andere Bundesligavereine schon fleißig auf Einkaufstour sind, hielt sich der HSV bisher mit dem Geld ausgeben noch zurück. Grund dafür sind auch unterschiedliche Auffassungen über den Kurs der Konsolidierung des Fußball-Bundesligisten. Das räumte am Donnerstag der Aufsichtsrat der Hamburger ein. „Es gibt Diskussionen darüber, wie wir mit den vorhandenen Mitteln umgehen. Wir müssen zwischen den wirtschaftlichen und sportlichen Erfordernissen abwägen“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Peters der „Bild“-Zeitung. So sind einige Vertreter des Aufsichtsrates vorrangig für den Abbau der hohen Verbindlichkeiten, andere würden für sportliche Verstärkungen eine Neuverschuldung in Kauf nehmen. Eine Richtlinie für Transfers gibt der Aufsichtsrat nicht vor. „Es gibt keine zwingende Reihenfolge, es muss ein Wechselspiel zwischen Zu- und Abgängen sein. Es wird einen weisen Mittelweg geben“, sagte Peters. Unterdessen wird dennoch über Personalien spekuliert.

Mögliche Neuzugänge


Enock Kwateng

Enock Kwateng (l.) wurde bei der U19-EM mit Frankreich Europameister.

Enock Kwateng (l.) wurde bei der U19-EM mit Frankreich Europameister.

Foto: Imago/Jan Huebner
 

Der neueste Name auf der Liste möglicher Transfers ist der des jungen Franzosen Enock Kwateng. Laut der französischen Sportzeitung „L’Équipe“ wird der 20-Jährige vom HSV beobachtet. Allerdings bekam der U20-Nationalspieler bei seinem Verein FC Nantes zuletzt nur wenig Spielpraxis. So kam der Rechtsverteidiger in der vergangenen Saison nur auf sieben Einsätze, seit Anfang Dezember 2016 zählte er nicht mehr zum Kader. Sein Vertrag läuft noch bis 2019, sein geschätzter Marktwert liegt laut transfermarkt.de bei 600.000 Euro.

Ange Nanizayamo

Ein zweiter Franzose, den der HSV in den Blick genommen haben soll, ist der U19-Nationalspieler Ange Nanizayamo. Der 19-Jährige vom französischen Zweitligisten FC Tours wäre in Hamburg eine Alternative auf der linken Verteidigerposition. Das Abwehr-Talent soll aber auch von Eintracht Frankfurt, Schalke 04 und dem englischen Erstligisten Crystal Palace umworben werden. Beim FC Tours hat Nanizayamo einen Vertrag bis 2018, sein Ablöse soll sich laut französischen Medienberichten auf 1,5 bis zwei Millionen Euro belaufen.

Dass sich der junge Verteidiger für einen Wechsel nach Deutschland entscheidet, gilt als wahrscheinlicher als ein Transfer auf die Insel. Laut der Berichte werden dem HSV Außenseiterchancen eingeräumt, Nanizayamos Favorit soll Eintracht Frankfurt sein.

Admir Mehmedi

Admir Mehmedi im Dress der Schweizer Nationalmannschaft.

Admir Mehmedi im Dress der Schweizer Nationalmannschaft.

Foto: dpa

Schon in der Vergangenheit fiel der Name von Admir Mehmedi in Zusammenhang mit dem HSV. Und der Schweizer soll immer noch auf der Wunschliste der Hanseaten stehen. Die „Hamburger Morgenpost“ berichtet, dass es erste Verhandlungen zwischen dem HSV und Mehmedis aktuellem Arbeitgeber Bayer 04 Leverkusen gegeben haben soll. Für die Werks-Elf lief der 26-jährige Offensiv-Mann in der vergangenen Saison 30 Mal auf, dabei erzielte er vier Tore.

Scheitern könnte eine Verpflichtung von Mehmedi allerdings am Geld. Für den Schweizer Nationalspieler, dessen Vertrag in Leverkusen noch bis 2019 läuft, wird eine Ablösesumme von sechs Millionen Euro kolportiert.

Kyriakos Papadopoulos

Der Hamburger SV schaffte den Klassenerhalt auch dank Kyriakos Papadopoulos.
Der Hamburger SV schaffte den Klassenerhalt auch dank Kyriakos Papadopoulos. Foto: Christian Charisius
 

Beim von Bayer Leverkusen ausgeliehenen Innenverteidiger sieht es wieder besser aus, was den Verbleib in der Rothose angeht. Der Grieche und der HSV sind sich seit Längerem grundsätzlich einig, was den Wunsch einer weiteren Zusammenarbeit angeht. Die ausgerufene Ablösesumme der Werkself-Administration um Rudi Völler von bis zu zehn Millionen Euro stieß den Hamburgern zuletzt sauer auf.

Ohne Kühne, der gekoppelt an „überzeugende Vorschläge“ investieren würde, wäre man laut Medienberichten nicht mal verhandlungsfähig gewesen. Den Transfer des 25-Jährigen bezeichnete Kühne kürzlich als „wünschenswerten Deal“ und gab damit vor Pfingsten grünes Licht. Nun sitzen die Vereine wieder an einem Tisch, Vollzug könnte bald gemeldet werden.

Julian Pollersbeck

<p>U21-Nationaltorwart Julian Pollersbeck kassierte in der zweiten Liga die wenigsten Gegentore.</p>

U21-Nationaltorwart Julian Pollersbeck kassierte in der zweiten Liga die wenigsten Gegentore.

Foto: dpa

Nach dem Abgang von Stammkeeper René Adler ist der HSV auf der Suche nach einem Ersatz-Schlussmann. Mit U21-Nationaltorwart Julian Pollersbeck (22) wird ein Talent gehandelt, das im Fokus mehrerer Vereine steht. Zu viel Zeit sollte der HSV sich daher nicht lassen, will er einen Wunschspieler in sein Tor locken.

Pollersbach, der aus der berühmten Torhüterschule des 1. FC Kaiserslautern stammt, hat in dieser Saison die wenigsten Gegentore aller Stammtorhüter (14 in 31 Spielen) in der zweiten Liga kassiert – und das obwohl die roten Teufel im unteren Tabellendrittel feststeckten. Das weckt auch Begehrlichkeiten bei Aufsteiger VfB Stuttgart und dem VfL Wolfsburg. HSV-Sportchef Jens Todt sagte es unlängst deutlich: „Das ist ein interessanter Mann.“ Für Pollersbeck könnten die „Roten Teufel“ rund drei Millionen Euro Ablöse verlangen - eine Summe, die der HSV wohlmöglich noch stemmen könnte.

Felix Uduokhai

Felix Uduokhai von TSV 1860 München ist heiß umworben.

Felix Uduokhai von TSV 1860 München ist heiß umworben.

Foto: dpa

Auch Uduokhai kickte in der vergangenen Saison in der zweiten Liga: beim TSV 1860 München. Nach dem tiefen Fall des Münchner Traditionsclubs - für die dritte Liga gab es keine Lizenz - hat der Vertrag von Uduokhai allerdings keine Gültigkeit mehr, er wäre ablösefrei zu haben. Der 19-Jährige wird nach dem Abstieg der Löwen allerdings auch von anderen Clubs heiß umworben. Mit seinen jungen Jahren würde der deutsche U20-Nationalspieler als entwicklungsfähiger Verteidiger voll ins Anforderungsprofil der Hamburger passen. Coach Markus Gisdol könnte durch ihn eine Lücke in der Innenverteidigung schließen. Für 1860 stand Uduokhai in der vergangenen Zeit 25 Mal auf dem Platz, erzielte dabei auch ein Tor.

Hee-Chan Hwang

Hee-Chan Hwang vom RB Salzbrug ist südkoreanischer Nationalspieler.

Hee-Chan Hwang vom RB Salzbrug ist südkoreanischer Nationalspieler.

Foto: dpa

Der Senkrechtstarter von RB Salzburg ist laut „Sky-Sport-News“ ein Kandidat für die Offensive. Der 21-jährige südkoreanische Jung-Nationalspieler erzielte zwölf Tore in der österreichischen Bundesliga – neun davon in der Rückrunde – und konnte seinen Marktwert 2017 auf vier Millionen Euro mehr als verdoppeln. Nachteil für den HSV: Hwang besitzt einen Vertrag bis 2020 in Salzburg, und er spielt für einen Club, dem es nicht an Geld mangelt. Bei Angeboten unter acht Millionen Euro müsste der HSV schon ausgedehnte Ferngespräche mit Österreich führen.

Jannes Horn

Jannes Horn vom Vfl Wolfsburg im Zweikampf mit Schalkes Daniel Caligiuri (r.).

Jannes Horn vom Vfl Wolfsburg im Zweikampf mit Schalkes Daniel Caligiuri (r.).

Foto: dpa

Linksverteidiger Jannes Horn vom VfL Wolfsburg ist 20 Jahre alt und der potentielle Nachfolger für den abgewanderten Matthias Ostrzolek. Das Eigengewächs der Wölfe musste in dieser Saison oft hinter Ricardo Rodriguez anstehen, kam aber trotzdem auf 13 Einsätze. Da Rodriguez als wechselwillig gilt, dürften Horns Chancen steigen, sich beim VfL durchzusetzen. In Hamburg müsste der Spieler – mit 1,86 Metern eher ein Außenverteidiger-Koloss – sich mit Douglas Santos um den Platz hinten Links streiten. Möglich, dass er auch ein Kandidat für die Innenverteidigung wäre, denn hier will der Club ein weiteres Talent verpflichten.

Saulo Decarli

Saulo Decarli von Eintracht Braunschweig ist ein Kandidat für die Innenverteidigung.

Saulo Decarli von Eintracht Braunschweig ist ein Kandidat für die Innenverteidigung.

Foto: dpa

Auch der 25-jährige Saulo Decarli von Eintracht Braunschweig soll das HSV-Interesse geweckt haben. Das Portal „Ligainsider“ berichtete, dass Sportchef Jens Todt und Chefscout Michael Schröder den Braunschweigern beim Heimspiel gegen Dresden im April zugeschaut haben soll. Möglicherweise war der junge Abwehrchef der Grund.

Decarli wurde wohl im Winter schon vom FC Basel in den Blick genommen, er soll einen Wechsel in eine höhere Spielklasse anstreben. Vertraglich ist der Schweizer noch bis 2019 in Braunschweig gebunden. Eine Ausstiegsklausel ist nicht bekannt.

Nico Schulz

Linksverteidiger Nico Schulz mal im Einsatz: Meist sitzt er bei Mönchengladbach nur auf der Bank.

Linksverteidiger Nico Schulz mal im Einsatz: Meist sitzt er bei Mönchengladbach nur auf der Bank.

Foto: dpa

Offenbar liebäugelt der HSV auch mit einer Verpflichtung des Gladbachers Nico Schulz. Laut dem „Kicker“ sollen die Hanseaten Interesse an dem linken Flügelverteidiger haben, der in der Fohlen-Elf zuletzt nur Reservist war. Der 24-Jährige hat in Gladbach starke Konkurrenz auf seiner Position durch den gesetzten Oskar Wendt.

Der Vertrag von Schulz läuft noch bis 2019. Allerdings hat der HSV auch bei ihm wohl einen Nebenbuhler. Sporting Lissabon soll ebenfalls interessiert sein, portugiesische Medien nannten schon die bescheidene Ablösesumme von rund drei Millionen Euro.

Mögliche Abgänge
 

Douglas Santos und Walace

Wenig Vertrauen in die Dienste von Douglas Santos und Walace hatte HSV-Coach Gisdol im Endspurt der vergangenen Saison. Er setzte die beiden Brasilianer auf die Bank, als die entscheidenden Spiele gegen den Abstieg anstanden. Und wahrscheinlich setzt man beim HSV auch weiter nicht auf die Olympiasieger von Rio. So sollen sich ihren Berater nach Informationen der Hamburger Morgenpost mit HSV-Sportchef Jens Todt darauf, in der Sommerpause an einem Transfer zu arbeiten. Dabei will Todt vor allem kein Geld verlieren. Ablösesummen, für die man Santos und Walace wohl ziehen lassen würde, sollen so hoch sein wie die, die man selbst bezahlte. Und das war in beiden Fällen nicht wenig. Verteidiger Santos kostete 7,5 Millionen Euro und der defensive Mittelfeld-Mann Walace sogar zehn Millionen Euro.

Luca Waldschmidt

 

Der HSV-Retter könnte das Interesse aus dem tiefsten Süden der Republik geweckt haben. Das berichtet das „Hamburger Abendblatt“. Der SC Freiburg soll nach dem Abgang von Stürmer Maximilian Philipp zu Borussia Dortmund seine Fühler nach Waldschmidt ausstrecken, der im letzten Bundesliga-Spiel gegen den VfL Wolfsburg kurz nach seiner Einwechslung mit seinem Tor zum 2:1 für den Klassenerhalt sorgte. Genug Geld für Waldschmidt dürften die Breisgauer aufbringen können, für Philipp sollen sie 20 Millionen Euro kasssiert haben.

Allerdings ist die Frage, ob der HSV überhaupt bereit wäre, den 21-jährigen Waldschmidt ziehen zu lassen. Der Angreifer kam vergangene Bundesligasaison zwar nur auf 348 Spielminuten, sein einziges Tor gegen Wolfsburg war für den Dino jedoch das wertvollste.

Pierre-Michel Lasogga, Aaron Hunt und Lewis Holtby

Die drei Spieler zählen zu den Topverdienern beim HSV. Und weil der Club sparen muss, ist auch immer wieder von Wechsel die Rede. Es gibt da nur ein Problem: Bis jetzt soll es keine Interessenten geben.

Bestätigte Abgänge


Ashton Götz

Mit einem Tweet „2008 bis 2017 – wir wünschen Ashton Götz alles Gute“ sowie einem Abschiedsvideo sagte der HSV seinem 23-jährigen Rechtsverteidiger „Adieu“. Er ist damit der vierte Abgang bei den Hamburgern.

Wohin es den Deutsch-Amerikaner, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, nun zieht, ist noch nicht klar. Seine Berater loten derzeit die Möglichkeiten aus. Vorstellbar ist auch ein Wechsel ins Ausland.

René Adler

„Ich gehe nicht im Groll, aber mit viel Wehmut - besonders nach diesem mal wieder emotionalen Saisonfinale!“, sagte Adler (32), als er bekannt gab, dass er den Verein zum Saisonende verlassen wird

Der Vertrag des 2012 aus Leverkusen an die Elbe gewechselten Tormannes, endet mit dem Saisonabschluss. Der Verein hätte den Keeper wohl nur zu deutlich verringerten Bezügen halten wollen, Adler galt als Spitzenverdiener aus einer anderen Epoche. Die letzten Wochen des Abstiegskampfes hatte der gebürtige Leipziger aufgrund einer wiederholten Rippenverletzung verpasst. Somit war schon seit einiger Zeit anzunehmen, dass Adler nie mehr für den HSV auflaufen würde.

Johan Djourou

Zusammen mit Ashton Götz und Nabil Bahoui flog der Ex-Kapitän Anfang Mai aus dem Kader. Bereits im November 2016 hatte Gisdol nach der 2:5-Pleite gegen Borussia Dortmund und schwachen Leistungen Djourou als Kapitän abgesetzt und den Japaner Gotoku Sakai zu dessen Nachfolger ernannt.

Sein Vertrag läuft Ende Juni aus und der Schweizer, der sich mit Gisdol auch zerstritt,  verabschiedete sich bereits bei den Fans. Wie sein neues Kapitel aussehen wird, ist allerdings noch unklar. 104 Pflichtspiele bestritt Djourou für die Rothosen, dabei gelangen ihm zwei Tore und zwei Vorlagen.

Matthias Ostrzolek

Abslösefrei wechselte Ostrzolek zum Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96. Beim „anderen HSV“ erhielt er nach Angaben des Clubs einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020.

Der Linksverteidiger absolvierte in seinen drei Spielzeiten für die Hanseaten 89 Pflichtspiele und erzielte ein Tor. In der abgelaufenen Spielzeit kam Ostrzolek auch im defensiven Mittelfeld zum Einsatz.

(mit Material von dpa)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen