Vor Kellerduell gegen 1.FC Köln : Neues vom HSV: Sponsor fordert Rauswurf von Markus Gisdol

HSV-Trainer Markus Gisdol steht unter Erfolgsdruck.
HSV-Trainer Markus Gisdol steht unter Erfolgsdruck.

Sitze Gisdol gegen Hannover noch auf der Bank, werde er das Stadion nie wieder betreten, sagt Sponsor Heinrich Höper.

shz.de von
19. Januar 2018, 09:35 Uhr

Hamburg | „Wenn dieser Trainer gegen Hannover noch bei uns auf der Bank sitzt, werde ich aus dem HSV austreten und das Stadion nie wieder betreten“, wettert Heinrich Höper, Gründer der Firma Delta Fleisch, als Studiogast beim Sender Hamburg 1 über den aktuellen HSV-Coach Markus Gisdol. Höper, enger Freund von Klub-Idol Uwe Seeler, sagte, er habe nun 17 oder 18 Jahre eine Loge. Das sei ein wunderbares Hobby, aber irgendwann sei mal Schluss. „Er hat keine Ahnung vom Fußball.“

Das Duell am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) gegen den Tabellenletzten Köln kann wohl getrost als das Schicksalsspiel für Gisdol bezeichnet werden. Der plant für das Kellerduell mit Aaron Hunt und Lewis Holtby. Beide Mittelfeldakteure sind in dieser Woche nach Verletzungspausen in das Teamtraining zurückgekehrt. „Beide sind eine Option für das Heimspiel“, sagte Gisdol am Donnerstag bei der Pressekonferenz.

Auch Uwe Seeler kritisiert den HSV – insbesondere aber die Transferpolitik. „Die Mannschaft hätte schon im Sommer richtig verstärkt werden müssen. Auch im Winter hätte etwas gemacht werden müssen, denn man hat ja gesehen, wie die Hinrunde gelaufen ist“, monierte der 81 Jahre alte Ex-Profi und -Präsident des HSV in der „Hamburger Morgenpost“. Der seit Jahren andauernde Abstiegskampf macht Seeler schwer zu schaffen: „Es nimmt mich sehr mit, dass der HSV nichts auf die Beine gestellt bekommt.“ Seeler betont: „Klar ist, dass man gegen Köln gewinnen muss. Sonst wird es ganz eng.“ Ob auch der Job von Trainer Markus Gisdol auf dem Spiel steht, wollte der einstige HSV-Torjäger nicht beurteilen: „Das sollen die Verantwortlichen des Vereins tun.“

Walace nicht im Kader, Jann-Fiete Arp krank

Dagegen droht Sturmtalent Jann-Fiete Arp auszufallen. „Ihn hat eine Grippe schwer erwischt. Ich bin skeptisch, ob das für das Wochenende reicht, auch für einen Kurzeinsatz. Es wird auf jeden Fall eng“, sagte der Trainer über den 18 Jahre alten Angreifer.

Ob Arp bei einem Abstieg auch weiterhin beim HSV kickt ist ebenfalls offen. Gegenüber Sportbuzzer sagte Arps Vater Falko: „Der HSV wird uns sicher ein gutes Angebot machen, wir wollen noch im Januar die Gespräche aufnehmen.“ Und weiter: „Ich passe auf, dass alles in die richtigen Bahnen geht. So ein junger Mann trifft ja manchmal viel emotionsgeladenere Entscheidungen als jemand mit Lebenserfahrung.“ Wenn der HSV absteigen sollte, müsse man sich fragen, ob es sinnvoll ist, in die 2. Liga mitzugehen, so Arps Vater. Internationale Topklubs stehen Schlange bei den Arps. Bis 2019 hat der jüngste Bundesliga-Torschütze der HSV-Geschichte allerdings noch einen Vertrag bei den Hamburgern. Allerdings: „Fietes Traum ist, den Klassenerhalt zu schaffen und den HSV weiter zu unterstützen, solange es geht. Sein Herz hängt am HSV“, sagte Arp Senior.

Keine Option für das Spiel des Vorletzten HSV (15 Punkte) gegen den Tabellenletzte aus Köln (9) ist der Brasilianer Walace. Der wechselwillige defensive Mittelfeldakteur, dessen geplantes Leihgeschäft zu Flamengo Rio de Janeiro am Mittwoch geplatzt war, erfüllt laut Gisdol derzeit nicht die Voraussetzungen für ein Comeback. „Walace will nach wie vor weg. Würden Sie, wenn Sie hier Trainer wären, so einen Spieler nominieren? Das macht momentan keinen Sinn“, betonte der 48 Jahre alte Coach.

Köln setzt auf Sieg

Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck will das Spiel gegen den HSV gewinnen. „Wir werden auf Sieg spielen – von der ersten bis zur letzten Sekunde. Wir haben Endspiele ausgerufen. Und das leben wir auch“, sagte der Trainer am Donnerstag. „So lange wir in der Situation sind, in der wir sind, zählen nur Siege.“

Mit einem Erfolg beim Tabellenvorletzten würden die Kölner den Abstand zum HSV auf drei Punkte reduzieren. Mit dem 1:0 am letzten Hinrundenspieltag gegen Wolfsburg und dem 2:1 am Sonntag im Derby gegen Borussia Mönchengladbach waren dem Bundesliga-Premierenmeister aus Köln die beiden ersten Siege in dieser Saison gelungen: „Das gibt uns Mut für die kommenden Aufgaben“, sagte Ruthenbeck.

Verteidiger Dominic Maroh und Stürmer Jhon Cordoba stehen wegen ihrer Oberschenkelprobleme im Volksparkstadion nicht zur Verfügung. Dafür kehrt FC-Kapitän Matthias Lehmann in den Kader zurück. Der 34-Jährige hatte gegen Gladbach wegen einer Muskelverletzung passen müssen. Ob der am Dienstag von OGC Nizza geholte französische Mittelfeldakteur Vincent Koziello spielen wird, ließ Ruthenbeck offen: „Wir müssen schauen, wie schnell er mental hier ankommt“, sagte der Coach.

Gisdol hofft in der Hamburger Arena wieder auf den eigenen Anhang als zwölften Mann. „Wir haben immer die großartige Unterstützung unserer Fans gehabt. Sie haben uns in der vergangenen Saison getragen und müssen uns auch jetzt tragen“, erklärte Gisdol. Bis Donnerstag waren rund 50.000 Eintrittskarten für das Duell der Abstiegskandidaten abgesetzt. Das Volksparkstadion bietet 57.000 Besuchern Platz.

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