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Zukunft von Beiersdorfer : Neues vom HSV: Markus Gisdol, der Superstar der Stunde

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Markus Gisdol wird nach zwei Siegen vieles zugetraut. Sogar, dass er den richtigen Sportdirektor für den HSV auswählt.

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erstellt am 16.Dez.2016 | 11:20 Uhr

Hamburg | Es war schon ein bemerkenswerter Auftritt, den Markus Gisdol da am Donnerstag vor der Presse hinlegte. Selbstbewusst, kämpferisch und in dem Wissen, dass  – zumindest derzeit – nichts beim HSV an ihm vorbeiläuft. Nach der Krönung zum Superstar der Stunde durch den neuen HSV-Boss gibt sich Gisdol vordergründig bescheiden, macht aber auch deutlich: Ohne mich geht hier gerade nichts.

„Ich bin froh, dass der Verein mich frägt“, sagt der Schwabe in landestyischen Tonfall. „Ich finde es auch wertschätzend, dass der Verein mich frägt.“ Der Verein, das ist in diesem Fal Heribert Bruchhagen. „Es ist ein ganz großer Faktor bei der Auswahl und eine Selbstverständlichkeit, dass der Sportdirektor zu 100 Prozent mit Herrn Gisdol kompatibel ist, um hier ein Vertrauensverhältnis zu entwickeln“, hatte der gesagt: Und in Bezug auf die Wintertransfers: „Wir wollen die Wünsche von Herrn Gisdol erfüllen.“

Bruchhagen verleiht seinem Trainer Macht, und der spricht dann Sätze über den entlassenen Bruchhagen-Vorgänger Dietmar Beiersdorfer, die etwa lauten: „Ich möchte betonen, dass die Zusammenarbeit mit Didi nach wie vor sehr gut ist.“ Ist, Präsens, Gegenwart, nicht Vergangenheit. Und dann legt er noch einen drauf „Er ist ein echter HSVler, er gehört absolut zu uns.“

Man muss sich das einmal vorstellen: Der Aufsichtsrat entlässt seinen Vorstandschef (kurz darauf entlässt sich der Aufsichtsratschef selbst: das nur am Rande), dann kommt der neue Chef, der dem recht neuen und recht unerfahrenen (erst eine Station als Cheftrainer) Trainer eine Carte Blanche ausstellt, die der dazu nutzt, um dem alten HSV-Boss eine neue Perspektive zu eröffnen, freilich auf degradierter Position, um dann zu betonen, dass er das alles gar nicht entscheide: „Das entscheiden andere Leute, in dem Fall Heribert Bruchhagen ...“ Okay, denkt man dann als Beobachter noch, da stimmt die Hierarchie ja wieder, bis er hinterherschiebt: „... in Zusammenarbeit mit Didi Beiersdorfer.“

Ein starker Trainer, der viel zu sagen hat. Das klingt vielleicht nach einem neuen Stil in einem Verein, der seit 2013 sieben Übungsleiter verschlissen hat. Dass das nichts heißen muss, darauf weist der HSV-Reporter des „Hamburger Abendblatts“ hin: „Auch Gisdol-Vorgänger Bruno Labbadia musste täglich zu allem und jedem Auskunft erteilen, rieb sich als Sportchef-Pressesprecher-Trainer auf.“

Zwei Spiele gibt es noch bis Weihnachten. Gegen Mainz auswärts und zu Hause im Volkspark gegen Schalke. Vier Punkte braucht Gisdol, dann wäre sein Ruf als HSV-Superstar der Stunde zumindest bis 2017 gefestigt. Und der neue alte Sportdirektor hieße vielleicht Dietmar Beiersdorfer.

 

 

 

 

 

 

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