zur Navigation springen

Tabellenplatz 16 : Neues vom HSV: Kostic-Ärger, die Null, Bruchhagen und die „Scheißhaus-Parolen“

vom
Aus der Onlineredaktion

Vier Tore in sieben Spielen sind allen zu wenig. Doch ein Vorwurf bringt Heribert Bruchhagen auf die Palme.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2017 | 16:52 Uhr

Hamburg | Was in den ersten beiden Saisonspielen trotz fehlender Ballstafetten noch wie bei einem Spitzenteam funktionierte – das Toreschießen – ist nun das große Manko beim HSV. Seit 450 Spielminuten ist der spielerisch ohnehin schwer erreichbare gegnerische Kasten wie vernagelt. So war es auch gegen Bremen. Kyriakos Papadopoulos, Gotoku Sakai und André Hahn vermochten es trotz guter Chancen und Feldüberlegenheit nicht, den entscheidenden Führungstreffer im Derby zu markieren. Stürmer Bobby Wood, der seit einem Jahr seiner Form hinterherläuft, verballerte in der zweiten Hälfte gar freistehend gegen Werder-Keeper Pavlenka.

 

Durch den torlosen September wurde der HSV trotz des glücklichen Traumstarts in die Saison gleich mal wieder auf Platz 16 der Tabelle durchgereicht. Eine unangenehme Situation für die Beteiligten vor der Länderspielpause, denn mit der sonnigen Ruhe ist es nach fünf sieglosen Spielen komplett vorbei. Die paradigmatische Platzierung kratzt an den Nerven. Der zähe Kaugummi des dauerhaften Existenzkampfes stellt wieder alles in Frage, das System, das schwache Passpiel, die Harmlosigkeit vor dem Tor, den Kühne-Tropf – und das Transfer-Schaffen von Sportchef Jens Todt.

 

Das alles musste sich HSV-Boss Heribert Bruchhagen am Sonntag im Fußball-Talk „Wontorra “ anhören. Als der „Bild“-Reporter Carli Underberg seine Behauptung vortrug, Todt habe während in der entscheidenden Transferphase zwei Wochen Urlaub gemacht, wurde der viel einsteckende Bruchhagen zornig. „Jens Todt war zwei oder drei Tage bei seiner Familie. Das war’s“. Schalke-Manager Heidel sei in Amerika gewesen, aber darüber rede niemand. „Wenn solche Scheißhaus-Parolen in die Öffentlichkeit kommen, gefährdet das unsere Kontinuität und den Verein“, erklärte der Vereinsboss laut „Mopo“ seinen Wutausbruch.

Nun geht es in die Länderspielpause. Der Japaner Sakai, der Albaner Mergim Mavraj, der Grieche Kyriakos Papadopoulos, US-Stürmer Barry Wood, Albin Ekdal aus Schweden, der Bosnier Sejad Salihovic sowie die deutschen Nachwuchs-Nationalspieler Luca Waldschmidt und Jonas Behounek stehen Coach Markus Gisdol vorerst nicht zur Verfügung.

Während der HSV mit dem niederländischen Verband vereinbarte, dass Youngster Rick van Drongelen (18/Knochenödem im Beckenbereich) in Hamburg bleiben kann, wurde Kostic trotz seines Muskelfaserrisses einbestellt. „Es gab keine Möglichkeit, den Spieler hierzubehalten“, berichtete Sportchef Todt. Da auch Nicolai Müller nach seinem Kreuzbandriss noch lange nicht dabei sein wird, wird der Trainingskader vorübergehend mit Nachwuchstalenten aufgefüllt.

„Diese Wochen bieten sich an, um junge Spieler dazuzuholen“, erklärte Gisdol, der nach dem freien Montag für den Tag der Deutschen Einheit zwei Schichten ansetzte. „Wir werden die nächsten Tage ganz sauber durchtrainieren. Wir wollen die Woche zur intensiven Arbeit nutzen, und uns dann nächste Woche, wenn die Nationalspieler nach und nach zurückkommen, voll und ganz auf Mainz fokussieren“, sagte er zum Duell bei den 05ern mit dem ehemaligen Hamburger René Adler im Tor.

Es gibt aber auch Positives zu berichten. „Grandios gemacht!“, so beurteilte Trainer Markus Gisdol den Auftritt von HSV-Linksaußen Tatsuya Ito aus der Regionalliga-Mannschaft, der jetzt in der Bundesliga wirbelt. Bis Jung-Talent Fiete Arp mal wieder in den Bundesliga-Kader vorrückt, werden noch einige Wochen vergehen. Der 17-jährige Segeberger, der gegen Werder in der Schlussminute seinen Einstand gab, hat sich zur U17-WM nach Indien verabschiedet. Alternativen zu Wood sind damit rar.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen