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Fehlende Transferunterlagen : Neues vom HSV: Die Posse um Sekou Sanogo

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Der Hamburger SV verpflichtet Josip Drmic und Nabil Bahoui. Ein weiterer Transfer kommt nicht zustande, weil eine Email zu spät gesendet wurde – oder doch nicht?

Hamburg | Der Wechsel des Schweizer Fußball-Nationalspielers Josip Drmic zum Hamburger SV auf Leihbasis ist seit Montag perfekt. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach absolvierte am Montag in Hamburg den Medizincheck und unterschrieb danach einen Vertrag bis Saisonende. „Fix! Wir leihen Drmic bis zum Sommer aus. Willkommen im Norden“, twitterte der Club. Laut übereinstimmenden Medienberichten kostet ihn der Deal 1,2 Millionen Euro. Eine Kaufoption soll es nicht geben.

Zudem nahm der HSV auch Nabil Bahoui bis 2018 unter Vertrag. Der schwedische Nationalspieler mit marokkanischen Wurzeln hat seinen Kontrakt bei Al-Ahli Dschidda aus Saudi-Arabien gerade aufgelöst und kommt ablösefrei. „Er ist ein technisch starker Spieler, der auf der Außenbahn immer wieder die 1:1-Situationen sucht und von der Position aus sehr torgefährlich ist“, sagte Fußball-Direktor Peter Knäbel.

Eine dritte Verpflichtung ist gescheitert. Defensiv-Spezialist Sekou Sanogo von den Young Boys Bern hatte am Montagnachmittag zwar bereits den Medizincheck absolviert, doch die Verhandlungen über die Wechselmodalitäten zogen sich hin. Nach übereinstimmenden Medienberichten kam der Deal schließlich nicht zustande, weil die erforderlichen Transferunterlagen erst um 18.04 Uhr - vier Minuten nach Ende der Wechselfrist - übermittelt wurden.

Fußball-Direktor Peter Knäbel äußerte sich am Abend auf der HSV-Homepage zum geplatzten Sanogo-Transfer. „Es gilt klarzustellen, dass heutzutage keine Vertragsunterlagen mehr gefaxt werden. Am heutigen Nachmittag waren wir uns über das Leihgeschäft einig. Leider wurden die für den Transfer erforderlichen Dokumente in Bern zu spät versendet und erreichten uns nach 18 Uhr“, sagte Knäbel. „Das ist sehr ärgerlich. Mir tut es leid für den Spieler, der gerne für den HSV gespielt hätte.“

Die Schuld an der Transferpanne um den Ivorer gibt der Schweizer Club derweil dem Hamburger SV. Knäbel habe die Schweizer am Montag um 16.31 Uhr gebeten, „die Vereinbarung aufzusetzen, er komme nicht mehr dazu“, zitiert das Onlineportal blick.ch Young-Boys-Sportchef Fredy Bickel. Um 17.51 und erneut um 17.54 Uhr sei die definitive Version an den HSV gemailt worden, dort aber nicht angekommen. Erst um 18.04 Uhr landete die elektronische Post bei den Hanseaten. „Auch mir tut es für Sekou enorm leid“, sagte Bickel. Allerdings würden sich die Berner auch fragen, warum es die Hamburger nach der ersten Kontaktaufnahme am Sonntagmittag innerhalb von mehr als 30 Stunden nicht geschafft hätten, den Wechsel des 26-Jährigen perfekt zu machen. Schließlich sei es der HSV gewesen, der den Spieler unbedingt wollte.

Der Fall weckt Erinnerungen: 2011 ließ ein defektes Faxgerät den Transfer von Maxim Choupo-Moting nach Köln in letzter Sekunde platzen. Seit dieser Saison soll das Transfer-Online-Registrierungssystem „TOR“ die Durchführung von Transfers vereinfachen. Blöd nur, wenn es zu spät genutzt wird.

Für den HSV und Drmic schließt sich ein Kreis. Denn der Club wollte ihn schon vor einem Jahr holen. Damals konnte sich Knäbel aber nicht mit dessen damaligem Club Bayer Leverkusen einigen. Die finanziell angeschlagenen Norddeutschen holten dafür Ivica Olic vom VfL Wolfsburg zurück. Obwohl er zuletzt keine Einsatzchance mehr bekam, will Olic seinen Vertrag in Hamburg bis zum Sommer erfüllen.

Der in Leverkusen und Mönchengladbach nicht glücklich gewordene Drmic hat dagegen das Ziel, mit dem Neuanfang beim HSV wieder zu alter Form zu finden. 2013/2014 zählte er beim 1. FC Nürnberg mit 17 Treffern in 33 Spielen zu den torgefährlichsten Akteuren der Liga. In Gladbach war er meist Edelreservist und kam bei 13 Einsätzen nur auf ein Tor. Ein Aufschwung beim HSV würde auch seine Chance auf die Teilnahme mit der Schweiz an der Europameisterschaft in Frankreich sehr erhöhen.

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erstellt am 02.Feb.2016 | 11:30 Uhr

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