2. Bundesliga : Last-Minute-Tor schockt den HSV: Remis gegen Union Berlin

Grischa Prömel im Zweikampf gegen Lewis Holtby.

Grischa Prömel im Zweikampf gegen Lewis Holtby.

Der Hamburger SV und Union Berlin haben sich im Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga 2:2 (0:1)-Unentschieden getrennt.

shz.de von
26. November 2018, 22:44 Uhr

Hamburg | Schock in der Schlussminute: Der Hamburger SV hat am 14. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga im Topspiel gegen Union Berlin einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben. Durch einen Gegentreffer in der 90. Minute kamen die Hanseaten gegen „eisern“ Union nicht über ein 2:2 (0:1) hinaus.

Die Berliner bleiben somit neben Borussia Dortmund die einzige ungeschlagene Mannschaft im deutschen Profifußball. Dem HSV bleibt nur der Trost, die Tabellenspitze in der 2. Liga verteidigt und einen zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand aufgeholt zu haben. Im fünften Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Hannes Wolf gingen die Hanseaten erstmals nicht als Sieger vom Platz.

Weiterlesen: Der HSV will zurück an die Spitze der 2. Bundesliga

Vor 45.584 Zuschauern im Volksparkstadion setzte HSV-Coach Wolf im Vergleich zum 3:1-Erfolg bei Erzgebirge Aue vor der Länderspielpause auf eine auf zwei Positionen veränderte Startelf. Auf der linken Außenbahn erhielt Bakery Jatta den Vorzug vor Jann-Fiete Arp, im Sturmzentrum kam Hee-chan Hwang für den verletzten Torjäger Pierre-Michel Lasogga (Wadenprobleme) zum Zug. Der HSV und Union, zwei der laufstärksten Teams der Liga, lieferten sich von Beginn an ein intensives Duell.

Die Gastgeber hatten zwar deutlich mehr Ballbesitz, aber im ersten Durchgang nur in ganz wenigen Sequenzen die erhoffte Dominanz. Der simple Grund: zu viele leichte Ballverluste, zu wenige Ideen in der Offensive. Die Berliner, die von rund 6000 mitgereisten Fans in eindrucksvoller Lautstärke unterstützt wurden, verlegten sich aufs Kontern und wirkten insgesamt reifer. Und gleich der erste gefährliche Union-Konter saß: Marcel Hartel setzte Joshua Mees in Szene, der aus zwölf Metern unhaltbar für HSV-Torwart Julian Pollersbeck vollendete – 1:0 für Union (12.). Die beste HSV-Chance der ersten 45 Minuten vergab Aaron Hunt, sein 18-Meter-Schuss strich knapp am Tor vorbei (45.).

Auch im zweiten Durchgang wurde verbissen gefightet, allerdings schlug das Pendel nun  schnell zu Gunsten der Gastgeber aus. Hamburg bewies Moral, erhöhte den Druck, rannte unermüdlich weiter an – und wurde prompt belohnt. HSV-Kapitän Aaron Hunt nutzte die Konfusion im Strafraum der Gäste und traf zum 1:1 (58.). Und Unions Hintermannschaft, die in den ersten 13 Saisonspielen nur acht Gegentore  hinnehmen musste, wankte weiter.

Und fiel wenig später erneut: Wieder flipperte die Kugel durch den Union-Strafraum, diesmal staubte Lewis Holtby aus Nahdistanz zum 2:1 für den HSV ab (65.). Hee-chan Hwang hätte kurz vor Schluss eigentlich das entscheidende 3:1 machen müssen, vertändelte den Ball aber. Dennoch: Alles deutete auf einen HSV-Sieg hin – da schlug Union doch noch in letzter Minute zu. Suleiman Abdullahi gelang der inzwischen schmeichelhafte 2:2-Ausgleich für den Hauptstadtclub (90.). Das nächste Mal gefordert sind die nunmehr seit acht Ligapartien ungeschlagenen Hamburger (vier Siege, vier Unentschieden) am Sonnabend  beim Schlusslicht FC Ingolstadt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen